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ATEM: Concrete Americana

Harte Zeiten erfordern: Instrumental Country
Wertung: 10/10
Genre: (Dark) Country, Instrumental
Spielzeit: 26:56
Release: 04.11.2022
Label: Through Love Records

Um die Entstehung von ATEM nachzuvollziehen, müssen wir nicht unbedingt zurück ins Jahr 2018 gehen, aber es hilft ein bisschen, wenn man sich vergegenwärtigt, was für unterschiedliche Stile in ein und der selben Musikerbrust schlummern können: Vor vier Jahren nämlich haben sich Mitglieder der Blackgazer Ånd, der Hardcore-Punks Patsy O 'Hara und Not Now Not Ever, der Berliner Sludger Earth Ship, den Doomsters Albez Duz und Live-Bandmitglieder von Casper zusammengetan, um die Doom-Ambient-Black-Post-Rock-Instrumentalgruppe neànder zu gründen. Mit dabei Jan Korbach an der Gitarre, unter anderem. Selbiger hat sich jetzt mit ATEM einen kleinen Traum erfüllt, was uns zum Anfang November erscheinenden Erstling „Concrete Americana“ führt. Korbach hegt nämlich schon seit Langem eine Liebe für Country (wer hätte das ahnen können?!) und wollte im Gegensatz zu vielen Landsmännern diesem Genre vollkommen unironisch gerecht werden – und hat kurz entschlossen eine Instrumental-Platte zusammengestellt.

Mit der ersten Single „The Pilgrim“ hat der gute Mann schon mal voll ins Schwarze getroffen – wer auf die Klassiker wie Johnny Cash, aber auch auf die (Dark-)Country-Schiene à la The White Buffalo, Shawn James oder Sean Rowe abfährt, ist hier genau richtig. Dass der Opener dabei an bisschen an Jans andere Band erinnert, erklärt sich auch recht schnell: Ursprünglich sollte das gute Stück nämlich die Akustikversion eines neànder-Songs werden. Entsprechend düster, aber auch weitläuftig und tragend kommt der Track daher und markiert damit nicht nur den perfekten Einstand, sondern steckt auch schon mal die ungefähre Stimmung der restlichen Platte ab – schwermütig, aber mit kleinen Lichtblicken versehen. Wenn es in diesem Sinne weitergeht, dürfte Gänsehaut vorprogrammiert sein.

Dass hier Country nicht neu erfunden wird, merkt man bei „Revanche“, das direkt entsprechendes Kopfkino von staubigen Weiten und Long Ranger-Strapazen aufkommen lässt, aber darum geht es auch gar nicht – berührt ist man trotzdem von dem Spagat zwischen leicht perlenden Gitarren und melancholischer Grundstimmung.

Im Titeltrack wird es dann noch ein bisschen bedrückender, beinah dramatisch kommen die Gitarren daher, ohne dabei all die Country-Reminiszenzen abzulegen. „Scorpio“ mutet dann etwas leichter an, kann aber keinesfalls als happy Song durchgehen, sondern kratzt genau an der Gänsehaut wie der Rest der Scheibe.

Stark, was Korbach (übrigens auch mit Unterstützung alter und neuer Bandkollegen) hier auf die Beine gestellt hat. Nicht mal eine halbe Stunde Spielzeit, nur eine Handvoll Musiker, kein Gesang – und „Concrete Americana“ überzeugt auf der ganzen Linie. Zuletzt konnten als reine Instrumentalband tatsächlich neànder so über jeden Zweifel erhaben begeistern. Weniger als die volle Punktzahl darf hier nicht vergeben werden – die CD wird noch eine Weile rotieren, derweil freut man sich auf die vorbestellte, wunderhübsche Vinyl, deren Sound sicherlich noch mal eine zweite Schicht Gänsehaut produzieren wird.

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