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Atanatos: Beast Awakening

Zu großen Teilen nur Durchschnittskost
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 49:39
Release: 23.06.2006
Label: Metal Axe Records

Nach dem Split 2002 von Last Episode zogen sich Atanatos zurück, um „angesammelte Ideen zu verwirklichen und um neue Einflüsse musikalisch zu verarbeiten“ (O-Ton Presseinfo zum neuen Album). Das Album „Best Awakening“ war das Ergebnis der Pause, welches vorerst als Eigenproduktion zu Ehren kam. Doch das kleine aber feine Metal Axe-Label trat 2005 mit der Band in Kontakt, um dann schlussendlich 2006 einen Deal unter Dach und Fach zu bringen. Tja, und was liegt da näher, als die eigentliche Eigenproduktion als reguläres Album zu veröffentlichen? Nichts, richtig.

Widmen wir uns also genau diesem Album, denn das knallt fett und druckvoll aus den Boxen. Grundtenor des Albums ist ohne Zweifel nach vorne peitschender Thrash mit Zitaten aus dem Black Metal, Speed Metal, Heavy Metal und hier und da klingt auch mal melodischer Death Metal durch. Eine satte, funktionierende Mischung also für jeden Metal-Liebhaber. Gesanglich schlägt das Pendel zwischen Thrash und Black Metal hin und her, doch die Übergänge sind ja bekanntlich fließend.

Was dagegen nicht so richtig fließen will, das sind die Keyboard-Elemente. Oft verdrängt von der fetten Gitarrenwand, nimmt man hier und da eigentlich nur war, dass da irgendwie Keys gespielt werden. Was genau, bleibt verborgen. Leider bekommt die ganze Sache dann auch den Charakter eines Beiwerkes. Heißt im Klartext, dass manche Keyboardspuren wie künstlich dazuaddiert wirken und man keine homogene Einheit zu den anderen Instrumenten herstellen kann. Ein ums andere Mal hab ich mir beim Hören der Scheibe gewünscht, dass Atanatos doch die Keyboards weggelassen hätten. So manche akustische Schräglage wäre damit ausgeräumt gewesen.

Trotz allem haben Atanatos richtig fette Abrissbirnen am Start. Zum einen „Drowned In Oblivion“, welches gespickt ist mit richtig geilen Gitarrenriffs und einem Killer-Refrain. Dass die Drums den kompletten Song ohne Gnade nach vorne treiben, muss ich hier wohl nicht erwähnen. Dummerweise kleistert das Keyboard gleich zu Beginn die Riffs etwas zu, was ich aber mal mit „na ja“ abtun möchte, da sie sich im weiteren Verlauf des Songs angenehm zurückhalten.

„Ripped From My Inner Eyes“ und „Preyed Upon And Gutted“ sind zwei weitere Kandidaten für das Prädikat „1A“. Die Songs sollten sich ohne Umschweife in jedes Metaller-Herz schieben, haben sie dann mal die Ohrmuschel passiert. Melodien ohne Ende, treibende Riffs und ein ums andere Mal starke Refrains. Für mich sind die Songs mit das Beste, was ich die letzten Monate in diesem Genre zu hören bekommen habe.

Doch dann kommt der Haken an „Beast Awakening“. Der Rest des Materials klingt mir einfach zu ideenlos und austauschbar. Klar verlangt kaum jemand, dass jede Band ihr Genre neu erfindet. Doch tausendmal gehörte Riffs, seien sie technisch noch so gut gespielt, reißen einfach schwer vom Hocker. Dazu bringt das relativ gleich angelegte Tempo vieler Songs (mal abgesehen von ein paar Beats mehr oder weniger pro Minute) eine gewisse Monotonie. “Left For Death´s Cold Embrace”, “Rememberance Readjusted“ oder „Sacrifice For Rebirth” können noch ansatzweise überzeugen mit ihrer teilweise doch recht griffigen Attitüde, der Rest fällt jedoch in meinen Augen im Vergleich zu den bärenstarken Songs steil ab.

Der Vollständigkeit halber sei noch die Coverversion von Judas Priest´s „Nightcrawler“ erwähnt, die den Weg auf die Platte gefunden hat. Fans müssen sich selber ein Bild von der Umsetzung machen, da ich das Original nicht kenne (liegt wohl daran, dass ich mit JP nie was anfangen konnte).

Bleibt nur die Einschätzung, dass Atanatos auf „Best Awakening“ drei fette Highlights im Gepäck haben, der Rest der Platte jedoch nur Durchschnittskost ist. Trotzdem sollte jeder gestandene Metaller mal ein Ohr riskieren und bei den manchmal seltsam anmutenden Keyboards ein oder zwei Augen zudrücken.

Aufgrund der Spielfreude, die der Platte anzuhören ist, der Tatsache, dass das Gesamtkonzept stimmt und dem Fakt, dass wir hier nicht wieder eine Kapelle haben, die nach In Flames, Trivium oder Bullet For My Valentine klingt, gebe ich gute 7,5 Punkte. Verdient hat es die im Underground hart arbeitende Combo.

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