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At Vance: Facing Your Enemy

Wird nicht zum Befreiungsschlag reichen
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 49:49
Release: 27.04.2012
Label: AFM Records

At Vance sind konsequent in allen Belangen: Zwar haben sie für das aktuelle Album mit drei Jahren etwas länger als üblich gebraucht, aber musikalisch hat sich im neoklassischen Power Metal nur wenig verändert – konsequent halt. Folgerichtig ist dann auch, dass Bandkopf und -gründer Olaf Lenk einmal mehr bis auf Frontmann Rick Altzi die komplette Hintermannschaft ausgetauscht hat. Weswegen, soll hier wegen des hohen Spekulationsfaktors außen vorgelassen werden.

Mit „Facing Your Enemy“ – generell immer eine gute Sache, wenn man den Titel für sich betrachtet – liegt nun das neunte Studioalbum vor. Wenn man noch kurz auf die Bandvergangenheit blickt, dann kann man zwar feststellen, dass sie so wirklich kein schlechtes Album veröffentlicht haben, aber der große Knaller war halt auch nicht dabei, nichts, was sich für immer in die Annalen der Rock- und Metalhistorie eingebrannt hat.

Auch „Facing Your Enemy“ wird dagegen nicht anstinken können, denn seien wir ehrlich: Alles bis auf ein paar Ausnahmen ganz nett, aber braucht man die CD wirklich? Was ist essentiell? Was bleibt hängen und wo verpassen sie dem Genre genau den Trumpf, den man im Ärmel haben sollte, wenn das Blatt auf der Hand nicht reicht?

Die großen Momente tauchen bei At Vance immer dann auf, wenn sich die Gitarren in den Vordergrund schieben, die Riffarbeit sich ausbreitet und das Tempo ein wenig angezogen wird. Schon allein der Opener lässt ein „Oha“ aus der Futterluke entweichen, die können doch. „Heaven Is Calling“ ist kein weichgespülter Balladenkram, sondern eine ordentliche Melodic-Walze mit schönen, schnell auch an Pretty Maids erinnernden Gesangslinien, einer fetten Gitarrenwand und richtig viel Pepp zwischen den Notenschlüsseln. Die leichte Accept-Note bei „Eyes Of A Stranger“ passt ebenfalls sehr gut und auch hier passt der leicht raue Gesang von Rick sehr gut zum powermetallischen Material.

„Saviour“ stellt da auch glatt das Highlight der CD, denn schon allein die Gitarrenarbeit ist ein wahrer Zungenschnalzer. Olaf tobt seine Klassik-Inspirationen förmlich aus, ordnet sich dabei aber dem Songkonstrukt unter und mutiert selbst beim Solo nicht zum Griffbrettwichser. „March Of The Dwarf“ steht dem in gar nichts nach, auch hier wird Klassik in neue Form gegossen, erinnert ein bisschen an die Scatterbrain-Versuche, knallt aber auch ohne Gesang.

Zwischendurch bekommt aber die Skiptaste einiges zu tun, denn schiebt sich das Keyboard schon arg weit bei „Don’t Dream“ in den Vordergrund, ein balladeskes Stück, welches sicherlich so manchen Schlüpper feucht werden lässt, das aber so vor klebriger Sülze überquillt, dass Ricky Martin eine gute Alternative darstellt. Und auch wenn Olaf himself bei „Things I Never Needed“ ins Mikrofon schmachtet, so kann man ihm zwar eine ordentliche Gesangsleistung attestieren, doch auch hier ist der Schnulzenfaktor schon über der Toleranzlinie. „Fear No Evil“ hat zwar ein paar gute Ideen verbaut, der Spaß hört dann aber bei den Endlosrepeatschleifen im Refrain auf.

Auch wenn es vielleicht ein wenig überheblich anmutet und sicherlich prophetisch wirkt, At Vance werden auch mit „Facing You Enemy“ nicht einen Sprung nach vorn oder oben machen, dafür ist das Material einfach nicht ausgewogen genug. Immer wenn sie das Tempo anziehen, knallen die Songs auch ordentlich und Olaf kann seine neoklassischen Gitarrenläufe verbauen, spätestens aber bei den Balladen trieft es einfach nur vor klebrigem Herumgesülze, was schnell zur Skiptaste hasten lässt. Es bleibt der Eindruck, dass nach drei Jahren etwas mehr hätte bei herauskommen können. At Vance-Fans zücken mit glänzenden Augen wohl bestimmt gerne das Portemonnaie, alle anderen werden sicherlich eher abspringen und bei dem Riesenangebot schnell eine bessere Variante ausfindig machen.

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