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At The Soundawn: Red Square - We Come In Waves

Komplexer Post Rock vom Stiefel
Wertung: 8/10
Genre: Post Rock/Hardcore
Spielzeit: 28:56
Release: 28.04.2008
Label: Lifeforce Records

Rotes Quadrat: Wir kommen in Wellen – Achso, klar. Was auch sonst? Ernsthaft, teilweise geht mir dieses geschwollene und intellektuell anmutende Geschwurbel sowas von auf die Nerven, dass es ungemütlich wird. Eigentlich bin ich ja ein Freund von tiefgehenden Lyrics, die sich einem erst mit ein wenig Überdenken und Interpretieren erschließen, und komplizierten Songstrukturen, aber so manches Mal geht selbst mir der Sinn für das Komplexe verloren, sodass man sich wünscht, es wäre doch alles ein wenig ersichtlicher oder leicht verdaulicher.

Auch wenn der Albumtitel zuerst nun nicht meinen Verstehensansprüchen genügen will, so sei dies auch auf die nicht mitgelieferten Texte der Promo-Version zu schieben. At The Soundawn liefern mit „Red Square: We Come In Waves“ jedenfalls ein durchaus hörbares und abwechslungsreiches Album ab, welches sich gekonnt zwischen laut und leise, entspannt und aufbrausend, schließlich aber auch zwischen gut und weniger gut bewegt. Im Pressetext zieht man Vergleiche zu Tool, Mogwai, Hardcore und Indie Rock, die Realität sieht wohl eher Isis, Neurosis und Konsorten als Vergleichsmöglichkeit vor.

Die Bandgeschichte mutet eher unspektakulär an. Aus verschiedenen Bands des Hartwurst-Sektors fanden sich ein paar ambitiöse Gestalten, die Spaß haben und mal etwas Neues ausprobieren wollten. So weit, so gut. Im Jahre 2000 also ist die Geburtsstunde von At The Soundawn zu sehen. Aus dem industriellen Universitätsstädtchen Modena kommt nun also dieser Soundtrack zur Apokalypse, der grob im melodischen Post Hardcore mit vielen ruhigen Passagen angesiedelt werden könnte.

Das Ziel der fünf Musiker ist es, einen emotionalen Fluss zu erzeugen mit ihrer Musik. Ohne Ziel und ohne Scheuklappen soll das etwa halbstündige Debüt-Album geschrieben worden sein. In der Tat gibt man nicht viel auf gängige Songstrukturen. Man arbeitet einerseits mit monotonen Elementen, schreckt aber auch nicht vor derben Breaks oder Dissonanzen zurück. Auffallend hier allerdings sind die fast in Popsonglänge gehaltenen Tracks, von denen die meisten sich im Fahrwasser der Vierminutenmarke befinden. Wird Post Hardcore jetzt also salonfähig? Zu wünschen wäre es uns jedenfalls, ihnen natürlich auch.

Wenn nämlich einerseits wirklich interessantes und komplexes Drumming auf mehrere sanft gespielte Saiten und einen klaren Gesang in den ruhigen Momenten trifft und andererseits der Rachen des Sängers nach seinen Schreiattacken bei den rifforientierten und stark verzerrten Ausbrüchen ziemlich rau sein muss und dem Hörer dabei nicht langweilig wird, dann spricht das nicht nur für die Innovation und Abwechslung der Italiener, sondern auch ganz klar für den Mitreißfaktor, den das Quintett zu bieten hat.

In der halben Stunde wird einem keinesfalls langweilig. Lediglich einige Abschnitte scheinen etwas lieblos beziehungsweise wahllos aneinandergereiht und erfüllen damit nicht immer den vorgelegten Qualitätsstandard.

Fazit: At The Sounddawn erinnern in den ruhigen Momentan gerne mal an iLiKETRAiNS und Tool, in den lauten eher an Cult Of Luna und Neurosis. Wer also auf viel Abwechslung im Post Hardcore mit eingebetteten, filigranen Ruhephasen steht, darf bedenkenlos bei der neuesten Veröffentlichung von Lifeforce Records zuschlagen. Die Texte würden mich dennoch interessieren, um zu sehen, ob sich der Verdacht der Pseudo-Intellektualität bestätigt findet.

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