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Astpai: Efforts And Means

Wirkt nicht beim ersten Durchlauf
Wertung: 7/10
Genre: Punk, Melodic Hardcore
Spielzeit: 43:42
Release: 20.07.2012
Label: Ass-Card Records

Die Wiener Astpai schaffen eine witzige Gradwanderung: Die Instrumentals könnten so oder ähnlich eigentlich von jeder beliebigen Hardcore-Punk-Band dieser Erde stammen, die Vocals allerdings liefern einen sehr ordentlichen Wiedererkennungswert. Dafür kann man jetzt aber nicht nur einem einzigen Sänger die Lorbeeren hinterherschmeißen, denn das Mikro ist bei den Wiener Punks ordentlich zwischen den vier Bandmitgliedern Bernhard (Bass), Toni (Drums), Marco (Gitarre) und Zock (ebenfalls Gitarre) aufgeteilt. So kommt ordentlich Bewegung in die ohnehin recht schwungvolle Mischung des Quartetts.

Dabei klingen Astpai keineswegs wie vor jugendlichem Leichtsinn überschäumende Hardcore Punks, sondern legen eine fast schon nostalgische Rotzigkeit an den Tag, mit so feuchter Aussprache, dass man glatt an den guten alten Sex Pistol Johnny Rotten denken muss. Bereits 2010 veröffentlichen die Vier mit „On Your Own“ eine Frühjahrs-7“ und mit „Heart To Grow“ dann auch gleich im Herbst desselben Jahres ihre Debüt-Full-Length-Scheibe. „Efforts And Means“ stellt nun also den Zweitling dar und wirkt zumindest von der Cover-Optik her schon mal wesentlich düsterer als der Vorgänger. Ein bisschen Suffromantik ist aber bei Songs wie „Give Us Today Our Daily Bread, Cars And Flatscreens“ irgendwie auch dabei, hat der Track doch einen leicht irischen Touch, der direkt an Dropkick Murphys erinnert.

Ein bisschen komisch ist es ja schon: Nach den ersten drei oder vier Durchläufen hat man die Platte  eigentlich als Durchschnitt abgetan, aber einige Dutzend Durchläufe mehr wird „Efforts And Means“ nicht etwa fader und langweiliger, sondern gewinnt im Gegenteil an Spannung und vor allem Spaß. „Biting Dogs Don’t Chew“ zeigt da schon ein bisschen, dass Astpai trotz ernsthafter Texte zumindest musikalisch nicht ganz spaßfrei daherkommen, aber spätestens beim bereits erwähnten „Give Us Today Our Daily Bread, Cars And Flatscreens“ kann man sich dessen sicher sein.

„Stalactites Of Heart“ zeichnet zwar direkt ein etwas merkwürdiges Bild, kommt aber dafür fast schon nachdenklich daher, erst im Refrain wird ein bisschen am Tempo geschraubt und dem Melodic Hardcore Punk gehuldigt. „Act/Claim“ stellt mit sagenhaften einer Minute und sieben Sekunden den Albumrekord als kürzester Song ein und klingt dann eher nach Truppen wie The Greenery statt nach Melodie. Da wird gebrüllt und geschreddert, dass man förmlich eine winzige Kneipenbühne vor sich sieht, auf der die Bandmitglieder sich gegenseitig beim Schreien auf die Füße treten.

Selten hat ein Punk- oder Hardcore-Album so lange gebraucht, bis es zündet, aber tatsächlich passt „Efforts And Means“ zu so ziemlich jeder Lebenslage. Teilweise kommen die Vocals noch ein wenig schief rüber, aber daran lässt sich sicher auch noch ein wenig arbeiten – auch die Instrumentals strotzen nicht unbedingt vor technischer Raffinesse oder übermäßiger Kreativität, aber an sich kann man der Platte frohen Mutes sieben Punkte einräumen, da sie sich durchaus über dem Durchschnitt befindet.

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