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Assassin: Combat Cathedral

Mit Nackenbrechern zurück von den Toten
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 54:19
Release: 20.05.2016
Label: Steamhammer/ SPV

Die Düsseldorfer Assassin melden sich erneut zurück – so müsste trefflich die Überschrift lauten, denn nach den damaligen Querelen und der darauf folgenden Auflösung (im Nachgang eben einfach nur eine lange Winterruhe), hatte sich das Quintett in anderer Zusammenstellung schon 2005 an ein eher maues „The Club“-Comeback gewagt. Mit „Breaking The Silence“ überzeugten sie dann deutlich mehr, was ja jetzt nicht besonders schwer gegenüber dem Vorgänger war; dass sie aber gleich so gut aus allen Thrash-Rohren ballern, war dann und ist auch heute noch eine große Überraschung.

Nun, die Jahre gingen wieder ins Land, 2014 war plötzlich Original-Stimme Robert Gonella, der mit manchmal auch im Hardcore beheimateten Shouts durchaus polarisierte, ausgestiegen, doch anstatt sich in einer Gruft für 80er Thrashbands zu verziehen, lassen sich die Düsseldorfer nicht unterkriegen und blasen mit „Combat Cathedral“ zur nächsten Attacke an. Und wer im Vorfeld bei dem Einstieg von Supersoma-Frontmann Ingo Bajonczak (auch ex-Lord Of Giant, ex-New Damage) noch zweifelnd die Augenbrauen lupfte, stand doch Ingo bisher eher für sludgig-doomige Ausrichtung mit Phil-Anselmo-Stimmbandverwandschaft, kann sich nun zumindest in diesem Punkt beruhigt zurücklehnen, sich die leckere Gestenkaltschale aufreißen und ein genüssliches „na passt doch“ vor sich hinrülpsen.

Auf dem neuen Album zeigen Assassin durchaus mehrere Gesichter, schaffen es aber auch immer wieder, den Spirit der 80er ins Heute zu transportieren. Da wäre der Thrasher „Word“ alter Schule zu nennen, wo sie durchaus mit slayeresker und testamentarischer Note und schon auch von den eigenen Frühwerken her bekannten Backingshouts einen ordentlichen Nackenbrecher abliefern. Schon der Opener „Back From The Dead“ machte früh deutlich, was denn ein Song der Marke „Nackenbrecher“ aus Düsseldorf bedeutet, blasen Assassin mit einigen kleinen groovigen Passagen und breitbeinig rasenden Riffattacken zum vollen Angriff auf die weiteren Thrashvertreter im erweiterten Ruhrgebiet – wird ja interessant, wie sich da der mittlerweile neu hinzugestoßene Frank Blackfire (ex-Kreator, ex-Sodom, ex-Wortmord) mit einbringt. Treibend, peitschend, ohne große Atempause, so lautet weitestgehend auch das Credo aus der Landeshauptstadt, da kann man gerne seine Lauscher gen „Servant Of Fear“ mit seinem Akustikklampfenintro und dem Schielen zur Bay Area in den Testament-Proberaum sowie den  Samples im ruhig groovenden Part spitzen oder aber auch die mit prall sitzenden Gangshouts angereichte Dampframme „What Doesn't Kill Me Makes Me Stronger“ verköstigen.

Mit dem ungewöhnlichen, für Assassin ja fast schon experimentellen „Red Alert“, einer bedrohlichen, düsteren, allein schon durch die Echopeilung einengende Nummer, die aber eben auch aggressiv, schnell und tödlich ist, haben sie außerdem den perfekten Abschluss. Oder aber die Querverbindung „Whoremonger“, die nicht nur nur ebenfalls eine düstere Stimmung, sondern auch eine leichte Sludge-Note verpasst bekam und somit Ingos vorherigen Betätigungsfeldern etwas näher kommt, auch wenn der Fan hier nicht auf rasende Drums und volle Riffattacken verzichten muss. Ins gleiche Licht drängt sich auch das mit Samples aufgepeppte „Cross The Line“. „Undying Mortality“ beweist insofern Abwechslung, indem Assassin auf der einen Seite einmal mehr die grob aggressive Thrashkelle verteilen, dann aber eben auch auf Groove setzen und zwischendurch ein paar überraschende Breaks einbauen.

Zurück von den Toten? Nun, das waren sie ja schon längst, wie das Vorgängerscheibchen doch prima aufzeigte, nun aber legen die Düsseldorfer an den Tag, dass sie auch mit neuer Stimme – und Ingo macht einen verdammt guten Eindruck – keinen Deut zurückweichen und hier kein Hauch von Leichenduft die Proberaumgemäuer durchzieht. Daumen hoch für das rheinische Quartett ohne musikalische Frohnatur.

 

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