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Assassin: Breaking The Silence

Trotz allem 80er-Spirit ein modernes Album mit Wumms
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 43:01
Release: 25.02.2011
Label: Steamhammer/ SPV

Markige Worte, die da auf dem Promozettel ins Auge springen: „Der Kult geht weiter… German Thrash at its very best!“ Na, das muss doch erst einmal genauer unter die Lupe genommen werden, haben Assassin nach ihrer Reunion 2003 mit „The Club“ ein doch nur knapp über dem Durchschnitt liegendes Album 2005 herausgehauen. Und auch bei den Live-Shows ist gar nicht mehr die Rede von lupenreinem Thrash, denn Frontmann Robert tobt mit einer fetten Hardcore-Attitüde über die Bretter.

Kult erreichten Assassin allerdings durch ihre beiden rauen, ungestümen und hervorragenden Scheiben aus den Achtzigern – Fans lassen sich Titel wie „The Upcoming Terror“ und „Interstellar Experience“ noch heute auf der Zunge zergehen.

2011 schließen Assassin den Kreis der Gegenwart mit der Vergangenheit, denn damals wie heute zeichnet sich Steamhammer/ SPV für die Veröffentlichung verantwortlich, und herausgekommen sind bei Album Numero quatro zehn Tracks, die wie oben erwähnt zur Speerspitze des deutschen Thrashs zählen sollen. Dafür hat man auch nichts unversucht gelassen und mit Harris Johns eine weitere Kultfigur auf den Produzentensessel gezerrt.

Und noch einen Schulterschluss mit der Vergangenheit leisten sich die Meuchelmörder: Das Artwork der CD ist schon arg angelehnt an das Debut. Da sollten sich vielleicht bei den ersten Absatzzahlen die Labelmacher nicht lumpen lassen und doch eine limitierte Vinylversion springen lassen.

Gleich mit dem Titeltrack und Opener der Scheibe „Breaking The Silence“ machen Assassin alles richtig – das Anfangsriffing lässt schon erahnen, dass gleich die Hölle losbricht, und es kommt wie der Titel verraten hat: Schluss mit lustig, Schluss mit der Stille, die sich schon so lange um Assassin herumnebelte. Zwar kann man Roberts Gesang noch immer auch bei einer Hardcore-Band unterbringen, doch im Titeltrack passt alles wie der Push-Up zur Katzenberger – voll prall.

Erst kommt „Destroy The State“ im schleppenden Tempo daher, doch recht schnell rast die Thrashwalze los, die Gitarren pfeffern mit ordentlich Schmackes, genauso wie bei „No Fear“ – Assassin haben sich vom „The-Club“-Kaugummi gelöst und spielen entfesselter, roher und staubtrocken – und eine weitere Reminiszenz an die Achtziger rotzt aus allen Richtungen: Harris Johns hat der Band einen absolut authentischen Sound hingebastelt.

Doch es wäre ja zu schön, wenn die Düsseldorfer durchgehend auf hohem Niveau zocken würden. „Turf War“ ballert zwar richtig zackig auf die Murmel, doch spätestens im Refrain kann man sich einfach nicht des Eindrucks erwähren, dass hier der Song nicht bis zum Ende durchkomponiert wurde, denn zu holprig stolpern die Vocals daher. Robert ist für eine Thrashband der perfekte Frontmann, aber wenn es mal ans Singen geht, kackt er dann doch ein wenig ab – zu schnell wird aufgezeigt, wie limitiert seine Stimme dann doch ist. Zum Glück sind solche Parts nur sehr kurz (z.B. in „Destroy The State“ oder „Kill Or Be Killed“), denn eigentlich bollern Assassin ständig mit aller Macht nach vorn.

Während der Gitarrensound mehr als einmal an die D.R.I.-Scheibe „Four Of A Kind“ erinnert, ist der Rausschmeißer „I Like Cola“ ganz anders zu sehen. Diese Brausewasserhommage ist ein astreiner Hardcore-Track, und Fronter Robert tobt sich hier so richtig aus. Assassin geben hier zum Schluss noch einmal richtig Vollgas und verneigen sich tief vor Bands wie Gang Green und Konsorten. Well done.

Auch wenn man bei den ganzen Comebacks grundsätzlich Skepsis bewahren sollte, findet man bei Assassin auch 2011 genug positive Anhaltspunkte, nicht nur mit einem Auge, sondern mit weit geöffneten Glubschern nach „Breaking The Silence“ Ausschau zu halten. Die Düsseldorfer haben sich ihren Wurzeln wohl auch dank Harris deutlichst angenähert und legen mit diesem Scheibchen ein aggressives und trotz allem 80er-Spirit modernes Album vor. Natürlich werden sich reichlich „In-die-Suppe-Spucker“ einfinden, die sich an Roberts Hardcore inspirierten Gesang stören, doch dass Assassin genau diesen Weg gehen wollen, beweisen sie als komplette Mannschaft mehr als einmal mit dem Backgroundgesang – solche Shouts findet man auch auf diversen szenetypischen Scheiben. Ein bisken Platz nach oben ist noch, aber Assassin sind auf der höllisch gut ausgebauten Schnellstraße und haben hoffentlich die Achterbahnfahrt ad acta gelegt.

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