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ASP: Wer Sonst? / Im Märchenland

Genug Stoff für die Wartezeit
Wertung: 9/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 37:38
Release: 02.10.2009
Label: Trisol

Große Projekte haben ASP schon hinter sich: Nach dem ersten Livealbum „AKOASMA“ Ende letzten Jahres kam die Live-DVD „Von Zaubererbrüdern“. Nun jedoch ist diese „Live-Zeit“ erst einmal vorbei und ein neues Studio-Erzeugnis liegt vor. Eigentlich sollte es ein Full-Length-Album sein, das im Herbst 2009 erscheint – doch die erwähnte DVD-Produktion erwies sich als zu aufwendig. So blieb lediglich Zeit für eine EP – eine sehr gut gefüllte EP.

Mit acht Songs und einem Live-Video übertrifft „Wer Sonst? / Im Märchenland“ so manche andere Mini-CD. Neben den beiden Titeltracks befinden sich auf der CD zwei Coversongs, „Rain“ von The Cult sowie „Kummer“ von Trio, und vier Remixe und alternative Versionen.

Von dem Folk-Einfluss, der das Album „Zaubererbruder“ prägte, ist nichts mehr zu spüren, ASP besinnen sich wieder auf die Musik, die bereits den Zyklus um den Schwarzen Schmetterling ausmachte und bringen wieder jede Menge elektronische Elemente mit ein.

Organ verfügen.Doch, um der Chronologie zu folgen: Den Anfang auf der CD macht, wie auch in der Reihenfolge des EP-Titels, der Song „Wer Sonst?“ - und zwar in der Single-Version. In dieser Version trifft Frontmann und Sänger ASP auf Micha Rhein, besser bekannt als Vokalist von In Extremo, Das letzte Einhorn, - ein Stimmenmix der besonderen Art, da beide Sänger über ein sehr markantes Organ verfügen. Musikalisch zeichnet sich der Song vor allem durch kraftvolle Rhythmusgitarren aus, die durch eine dezente, einzeltönig spielende Leadgitarre ergänzt und durch elektronische Effekte aufgewertet werden.

Die Aufforderung an den Hörer, sich einzusetzen - „Es zählt, nur jemand muss schreien / Wer sonst, wenn nicht du kann es sein?“ - taucht noch ein weiteres Mal auf der EP auf, in der längeren Albumversion singt Frontmann ASP allerdings alleine.

„Im Märchenland“, der zweite Titelsong, ist im Vergleich zum treibenden „Wer sonst?“ eher gemächlich gehalten – unter anderem einer der Gründe, weshalb dieser Track auch düsterer wirkt. Im Grundsatz besteht „Im Märchenland“ aus zwei Teilen: der minimalistisch gehaltenen Strophe und einem melodischen Refrain. Während in ersterer ASPs Gesanglinie lediglich durch Gitarrenakkordsequenzen und Schlagzeug begleitet wird, werden diese Gitarren im Refrain stark zurückgenommen. Eine elektronisch generierte Orgel übernimmt hier neben weiteren künstlichen Effekten die Federführung, auch der Gesang wird gleichermaßen melodisch.

Dass die beiden anderen neu aufgenommenen Tracks der Single nicht aus der Feder von ASP stammen, merkt man vor allem bei „Rain“ deutlich: Dem Lied lassen sich von Anfang an banduntypische Sludge-Prägungen anhören, die sich bis zum Ende hin durchziehen – durch den basslastigen Gesang von Sänger ASP perfekt ergänzt.

Bereits im Kontext der angekündigten Verschiebung des nächsten Albums war „Kummer“ auf der Bandhomepage zu hören – zum Liedtitel passt die Umsetzung wie die Faust aufs Auge. Tempomäßig schleppend, düster und von der Instrumentierung her minimalistisch wird genau dieses Gefühl vermittelt.

Insgesamt bietet „Wer Sonst? / Im Märchenland“ also genug Stoff, um Fans für die Verschiebung des Albums zu vertrösten – so prall gefüllt ist kaum eine EP. Während die beiden Titelsongs eine Band in Topform präsentieren, bieten die beiden Coversongs etwas Abwechslung. Für weiterführende Unterhaltung sorgen die Remixe sowie das Live-Video.

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