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Aska: Fire Eater

Nicht alle Experimente zünden bedenkenlos
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 50:21
Release: 27.09.2013
Label: Pure Steel Records

Sechs Jahre sind Aska nicht aus den Puschen gekommen, sechs Jahre haben sie benötigt, um mit „Fire Eater“ endlich den „Absolute Power“-Nachfolger abzuliefern – eine lange Zeit, die sicherlich auch mit George Calls Engagement bei Omen, den Touren und vor allem auch mit dem Ausstieg bei den Vorhersagern zu tun hat. Seit gut 20 Jahren stehen Aska nun für gut abgehangenen Heavy Metal im US-Stil, Album Nummer sechs weicht davon aber ein bisschen ab, um schon jetzt ein wenig die sicherlich hohen Erwartungen zu dämpfen.

Natürlich aber haben sie auch weiterhin schon fast typische Aska-Kracher im Gepäck, wobei eines mehr als deutlich wird: Noch nie war George Call so wichtig wie heute, denn gerade sein Gesang ist es, der den Songs einfach die besondere Magie verleiht. Dass der Kerl überhaupt so singen kann, ist schon ein wenig erstaunlich, denn bei Unterhaltungen hat er eher eine heisere, kehlige Stimme, hier aber singt er sternenklar und meistert auch hohe Passagen, ohne den Eierkneifmeckerern neues Futter zu liefern.

Auf dem sechsten Studioalbum muten die Texas-Herren den Fans schon ein wenig den Blick über den Tellerand zu. Mit dem Opener „Everyone Dies“ befinden sie sich noch in der klassischen Aska-Steppe – riffbetont, mit der Double Bass abgerundet, dazu auf den Punkt gebrachter Gesang und mit der Sprechpassage gegen Ende auch ein wenig verfeinert. Als etwas stampfender, aber nicht weniger intensiv kristallisiert sich im Anschluss „Dead Again“ heraus, wobei hier die melodische Gitarrenarbeit in den Vordergrund rutscht und natürlich einmal mehr durch den Gesang passend unterfüttert wird – ins Ohr sticht da besonders das Twin-Gitarren-Arrangement. Hervorragend auch die hochmelodische Abschlussnummer „Eye Of The Serpent“ mit unter die Haut gehenden Screams und speedigen Riffs; schon jetzt ein Klassiker zeitlosen US-Stahls.

Aber auf „Fire Eater“ gibt es auch die andere Seite. Als Totalausfall präsentiert sich die Ballade „Angela“. Natürlich, da darf die Akustikklampfe nicht fehlen, das steht auch gar nicht zur Diskussion, über die eingearbeiteten Glöckchen könnte man sich noch streiten, unstrittig dagegen ist, dass George Call auch dieses singen kann, aber spätestens beim Refrain pellt sich die Haut wie nach einem Sonnenbrand der Kategorie Krebs. Einen gänzlich anderen Weg schlagen Aska auch mit „Year Of Jubilee“ ein. Zahlreiche Glöckchenklänge, orchestrale Arrangements mit fast weihnachtlicher Atmosphäre sorgen eher für ein Disney-Feeling als für knallhartes Metalfieber. Wird die ganze Zeit immer vom US-Metal gesprochen, so sorgen die teilweise Maiden-esken Gitarren auch für einen kräftigen NWOBHM-Einschlag bei „Son Of A God“.

Coverversionen haben nach des Rezensenten Meinung hier nur eine Berechtigung, wenn sie einen Stempel der spielenden Band aufgedrückt bekommen – und genau das schaffen Aska mit „The Ripper“ von Judas Priest spielend. „Red Cell“ könnte sich ebenso ganz oben ansiedeln, allein schon des Gesanges wegen, doch die seltsamen elektronischen Tastenspielereien zwischendurch trüben das Ergebnis dieses geschwinden Rockers – das Solo dagegen gehört zum Besten überhaupt auf dem Album.

Aska sind ohne Frage ein Institution, wenn es darum geht, zeitlosen Stahl in die digitalen Rillen zu fräsen, wobei sie mit „Fire Eater“ leider ein paar Federn lassen müssen, denn auch wenn die guten Songs wie z. B. „Son Of A God“ oder „Eye Of The Serpent“ überwiegen, so haben sie auch Füller wie „Harlot Of Eden“ oder überschmalzflüssiges wie das balladeske „Angela“ im Repertoire. Schade, die Wiederhörensfreude hat einen kleinen Dämpfer abbekommen, denn nicht alle Experimente zünden bedenkenlos.

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