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Ashes Of Ares: Ashes Of Ares

Gute Ansätze, aber da ist mehr drin!
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:23
Release: 06.09.2013
Label: Nuclear Blast

Mit den sogenannten Supergroups ist es stets so eine Sache: Die Beteiligten selbst können diesen Terminus meistens überhaupt nicht leiden, man will sich schließlich bodenständig geben – außerdem könnte dadurch die Erwartungshaltung ins Unermessliche steigen und den Druck zusätzlich verstärken. Auch im Falle von Ashes Of Ares sind es nicht gerade völlig unbekannte Leute, die das Line-up zieren: In erster Linie fällt natürlich der Name Matt Barlow, seines Zeichens Ex-Frontmann von Iced Earth, ins Auge, der von vielen immer noch durchaus zurecht als einer der besten Metalsänger aller Zeiten angesehen wird. Ihm zur Seite stehen mit Freddie Vidales an Gitarre und Bass ebenfalls ein früherer Iced-Earth-Kämpe sowie mit Van Williams am Schlagzeug der einstige Felleverdrescher von Nevermore.

Bereits vor dem Release des zu besprechenden Debüts wurde um die Combo ein nicht unerheblicher Hype veranstaltet; auf dem diesjährigen Rock Hard Festival bekam sie sogar den Co-Headliner-Slot, und dies zu einem Zeitpunkt, als den Fans noch nicht mehr als ein paar im Netz herumgeisternde Audioschnipsel bekannt waren. Insgesamt wurde von Seiten des Publikums letztlich doch eher zwiegespalten auf das Material reagiert – die vor Ort anwesende The-Pit.de-Delegation konnte jedenfalls nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hingerissen werden.

Aber gut, geschenkt; beim ersten Auftritt lief eh noch nicht alles rund, der Sound war nicht immer optimal und man hat die Songs so ja auch erst einmal gehört – also gönnt man sich dann doch zunächst einmal die Platte, bevor man ein endgültiges Urteil fällt. Wie im Livebericht erwähnt, hat die Musik eine nicht unerhebliche Iced Earth-Schlagseite, was bei zwei Ex-Musikern dieser Band natürlich nicht so wahnsinnig überraschen kann. Man ist zwar bemüht, einigermaßen Eigenständigkeit an den Tag zu legen, letztlich muss man trotz des fehlenden typisch galoppierenden Riffings aber dennoch häufig an Jon Schaffers Combo denken.

Abgesehen vom Stil oder Ähnlichkeiten mit anderen Bands sind die wichtigsten Komponenten aber natürlich immer noch Songwriting und Performance. Letztere ist – wie bei solch guten Musikern – erwartungsgemäß im grünen Bereich und erfreulicherweise geizt gerade Matt Barlow nicht mit einem seiner wichtigsten Trademarks: den hohen, nahezu unmenschlichen Schreien, von denen viele andere Metalsänger nur träumen können. Insbesondere im treibenden „Punishment“ kann einen schon mal eine Gänsehaut überkommen – der Mann hat es immer noch drauf und steckt die Konkurrenz zu 90 Prozent in die Tasche.

Songschreiberisch hingegen ist noch deutlich Luft nach oben – an dieser Erkenntnis ändert sich auch nach sechs, sieben Durchläufen nichts. Überall sind gute Ansätze zu erkennen, andererseits wirkt vieles auch zu beliebig oder gar unfertig und letzten Endes eben doch zu sehr an Iced Earth erinnernd (frappantestes Beispiel: der Chorus von „Move The Chains“). Außerdem fehlt es nahezu komplett an Uptempo-Passagen, vom Intro zu „Chalice Of Man“ mal abgesehen. Fast das gesamte Album ist im Midtempo gehalten, was dazu führt, dass der Hörer nicht selten das Gefühl bekommt, das Material plätschere ganz nett vor sich hin, mehr aber auch nicht.

Etwas Auflockerung bekommt die Angelegenheit durch die luftigen, erfrischenden Akustikgitarren, wie sie in „This Is My Hell“ eingesetzt wurden. Bei jenem Titel handelt es sich um eine von drei Balladen, die allesamt leider nicht Iced-Earth-Qualität besitzen. Pathos war bei Balladen, wo Barlow involviert war, natürlich immer dabei, und das ist ja auch okay, aber dass man emotional so gepackt würde wie beispielsweise bei „I Died For You“ oder „Watching Over Me“, kann bedauerlicherweise nicht behauptet werden. Vor allem „The Answer“ (das zunächst ebenfalls mit einem gelungenen Akustikintro punkten kann) ist mit seinem „fly away“-Chorus so was von Standard, dass man lediglich vom großen Gähnen befallen wird.

Am besten wissen Ashes Of Ares zu gefallen, wenn sie richtig schön peitschend nach vorne preschen, namentlich beim erwähnten „Punishment“ und dem vorletzten Track „What I Am“; diese Songs besitzen Intensität und eignen sich bestens für Liveshows. Auch der Opener „The Messenger“ sowie das mit kraftvollem Refrain ausgestattete Finale „The One Eyed King“ können auf der Habenseite verbucht werden, insgesamt jedoch hätten sich Matt und seine Kumpels vielleicht etwas mehr Zeit lassen und noch mehr am Material feilen sollen. Auch die Produktion wirkt dumpf und verwaschen und kann nicht den Ansprüchen solch begabter Mucker entsprechen. Wegen der vielen guten Ansätze und der selbstverständlich handwerklich soliden Leistung kann man aber noch sechs Punkte vergeben. Natürlich ist da viel mehr drin, nur sollte man sich beim nächsten Album des Iced-Earth-Schattens deutlicher entledigen und vor allem mit qualitativ konstanterem Songwriting aufwarten.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann