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As Memory Dies: Transmutate

Italiens neuester Exportschlager in Sachen Melo Death
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 59:28
Release: 02.12.2009
Label: Eigenproduktion

Es ist doch so: Die meisten Metalbands erzählen in ihren Songs von der Verkommenheit der Welt, dem Kampf gegen die eigenen Dämonen, wie unverstanden sie sich fühlen, etc. pp. Wenn sich jemand die Mühe macht, noch ein klein wenig Kulturgut übermitteln zu wollen, sind es zumeist doch eher Gothic- oder Dark Electro-Bands, die diverse Gedichte in ihre Texte einfließen lassen, wie unlängst Phalanx Feat. The White Rabbit, die eine ganze EP dem Düsterliteraten Edgar Allan Poe widmeten.

Metalbands mögen an sich handfestere Themen, erfreulicherweise findet man auch hier Ausnahmen – jüngst zum Beispiel die italienischen Melodic Death Metaller As Memory Dies. Das Quintett vertont auf seiner kürzlich erschienenen ersten Full Length „Transmutate“ neben eigenen Songs auch „The Tragical History Of Doctor Faustus“ von Christopher Marlowe und macht gleich einen Dreiakter daraus. Übertragen lässt sich die Kernaussage des Stücks schnell auf die Musik der Band: Sowohl der gute Doc als auch AMD sehen sich beflissen, gegen das übliche Schubladendenken anzukämpfen und gesellschaftliche Normen zu sprengen. Faustus scheitert, die Italiener hingegen gehen als die strahlenden Sieger hervor.

Erst 2005 fanden sich Sänger Fabio, Drummer Nicola und die Saitenfraktion Cristian, Valerio und Diego zusammen, um den schmalen, aber schon von vielen Bands gegangenen Weg zwischen Härte und Melodie noch ein Stückchen weiter zu beschreiten. Dabei machen die Jungs ihre Sache ziemlich gut: Zwar ist das Album ein ordentlicher Brocken, der aber immer mal wieder durchsetzt wird von melodiösem Gitarrenspiel (elektrisch wie akustisch) und dadurch nicht mehr ganz so schwer zu verdauen ist.

Gewinnt man beim recht Old School-mäßigen Intro des Openers „Eyeway To Identity“ noch den Eindruck, hier einer etwas unproduzierten, rohen Scheibe Gehör zu schenken, verfliegt dieses Gefühl schon nach wenigen Sekunden, wenn Fabio´s raue Shouts einsetzen. Zwar ist der Klang leicht dumpf, aber das tut der musikalischen Qualität keinen Abbruch. Beim folgenden „Fifth Day, Leviathan“ erklingt erstmals die einsame Akustikgitarre in einem wunderschönen Intro, bevor wieder drauflos geballert wird, als gäbe es kein Morgen mehr.

Mit „Distress In A Velvet Room“ nimmt sich die Band ein bisschen Zeit für ein ruhiges Intrumental, dessen Gitarrenlick gleich darauf beim Neuneinhalb-Minuten-Brocken „The Tragical History Of Doctor Faustus - Act I“ nochmal aufgegriffen wird. Sänger Fabio klingt zeitweise erstaunlich nach Heaven Shall Burn-Frontbrüller Marcus und auch in Sachen Dynamik können die Neulinge mit den Deutschen durchaus mithalten. „Act I“ ist ohne Zweifel der stärkste der drei „Faustus“-Teile, obwohl die Herren nach dem schwachen zweiten Akt nochmal richtig Stoff geben: Wieder dient ein ruhiges Gitarrenintro als Einstieg, bevor die Double Bass loslegt und fieser Gesang einsetzt. Die genialen Wechsel zwischen stimmungsvollen Gitarrenmelodien und dem Duo Double Bass/Gekreische machen den Song wider Erwarten sehr abwechslungsreich und beschließen die Platte erwartungsgemäß beeindruckend.

As Memory Dies mischen die ursprünglichen Komponenten des Death Metal und verschmelzen sie mit modernem Melodic Death Metal à la In Flames oder Dark Tranquillity. Durch den Democharakter der Platte bleibt der leicht poppige Ansatz dieser Bands aber aus und genau das macht „Transmutate“ zu einer Platte, die man sich gerne mehrmals anhört. Bei jedem Durchlauf gibt es etwas Neues zu entdecken, ein Tempowechsel hier oder eine neue Nuance in Fabios Stimme dort – wenn die Band dieses Niveau tatsächlich halten oder sogar steigern kann, steht einem Platz in der Metal Hall of Fame nichts mehr im Wege.

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