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As I Rise: As I Rise

Ansteckend energiereiches Debüt
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 41:02
Release: 18.03.2016
Label: Timezone Records

Live hatten wir die Jungspunde von As I Rise ja schon einmal näher beleuchtet, das Debütalbum allerdings sind wir bisher noch schuldig geblieben – und wie die Wirren in einer Redaktion halt so sind, landet das selbstbetitelte Dingen halt nicht bei unserer ausgewiesenen Core-Fachkraft Katharina in Süddeutschland, sondern bei einem eher Modern-Verweigerer im Pott. Nun gut, da heißt es eben, sich ein bisschen länger als sonst üblich mit der Scheibe zu beschäftigen, die laut Strichliste nun zum 24. Mal aus der Anlage scheppert und die nun sicherlich auch die Nachbarn mitpfeifen können – wenn sie eben nicht schon längst wegen der brutalen Riffattacken sowie den derben Shouts abgewandert sind.

Jetzt leidet ja gerade die Metalcore-Schublade über die Diskussion mangelnder Inspirationen, was man allerdings auf alle Musikgenres ausweiten kann, Fans dieser Stilrichtung aber lassen sich zum Glück gar nicht erst beirritieren und haben mit dieser Truppe aus Münster ein weiteres Beispiel hochwertiger Musikkunst aus heimischen Landen, denn As I Rise zeigen ganz deutlich, dass auch hier Wut, Melodie, Breakdowns und klare Ansagen in den Lyrics möglich sind, ohne zum einen ständig weiterhin nach Übersee zu schielen und vor allem ohne diesen zuckrigen Über-Emo-Kram alles und jeden in die Trauerecke zu schieben.

Mangelnde Abwechslung kann man den Jungs ebenfalls nicht vorwerfen, wenn man allein mal „Dry Land“ – atmosphärisches Intro, schön harmonisches, sich ergänzendes Zusammenspiel von Klar- und Schreigesang, volle Doublebasspower mit melodisch sehnsüchtiger Leadgitarre und chilligem Zwischenpart – oder eben das folgende „Fri/End Of Mine“ – gewollt arg flirrendes Chaos, leicht proglastig, erneut recht chilliges Zwischenspiel mit nur wenig Klargesang – gegenüber stellt.

Gerade die gesangliche Leistung dürfte dann auch locker als erster Pluspunkt durchgehen, denn immer wieder ist es das Wechselspiel zwischen derb angepisst geschrienen Vocals und dem ohrwurmartigen Klargesang, der besonders zu den Refrains seine volle Wirkung entfacht. Das wird schon beim Opener „Ignite“ schnell deutlich, gehören doch die ersten Takte dem Sean-Klargesang. Darüber hinaus wird aber auch sehr schnell klar, wie wichtig die immer wieder melodisch auftrumpfende Leadgitarre ist, verfeinert sie doch auch beim fiesesten Doublebass-Geballer den As I Rise-Sound und schafft so eine helfende Brücke gerade zu den doch immer wieder sehr zeitkritischen Texten.

Die Münsteraner wissen gleich schon auf dem ersten Album, was zu tun ist: Einmal steht das Geballer wie in „Repace The Earth“ absolut im Vordergrund, aber ein paar sachte Breakdowns und vor allem die melodische Leadklampfe verhindern den Sturz ins chaotische Bodenlose, im nächsten Moment aber legen die Münsteraner wie in „Riptide“ viel mehr Wert auf einen vielschichtigen Aufbau und brachialere Breakdowns und trotzdem ist die Ausgewogenheit zwischen Melodie und Härte sehr gut abgeschmeckt. In „Glass Walls“ ist es dann sogar mal kurz die Akustikgitarre, die für Abwechslung sorgt.

Dem Metalcore-Genre kann man ja viel nachsagen, doch Bands wie As I Rise haben hier zehn Argumente zusammengetragen, wie man eben auf hochwertigem Niveau aus dem Stehgreif für eine positive Überraschung sorgen kann. Traditionalisten werden hiermit natürlich Probleme haben, alle anderen aber lassen sich sicherlich von der Energie aus dem Münsterland anstecken.

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