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Arts Of Erebus: An Open Case Of Parousia

Es ist bewegend, aber bewegt irgendwann nicht mehr
Wertung: 4/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 57:45
Release: 31.05.2013
Label: Sonorium

Gothic-Rock muss traurig sein, mitunter depressiv. Man erwartet melancholische Stimmungen, eine durch und durch emotionale Performance und für gewöhnlich auch Melodien in Moll-Tonlagen. Man kann es allerdings auch ein ganzes Stück übertreiben und sich in seiner musikalisch gefühlten Einsamkeit verlieren - so wie Arts Of Erebus auf ihrem neuen Silberling "An Open Case Of Parousia". Die Scheibe setzt sich mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen auseinander und bleibt zumindest in seiner düsteren Stimmung glaubwürdig. Gleichermaßen ist die Präsentation der elf Stücke über die Gesamtdistanz aber auch sehr steif und träge. Gleichförmigkeit sollte nämlich letzten Endes nicht die Triebfeder für ein solches Projekt gewesen sein.

"An Open Case Of Parousia" gefällt sich in seiner durchgängigen Elegie. Die Atmosphäre könnte kaum bedrückender sein, selbst wenn einige einprägsame Melodien gerade zu Beginn der Platte versuchen, ein gewisses, eigentlich aber nicht existentes Gefühl von Lockerheit zu erzielen. Hinzu kommt, dass die Refrains relativ austauschbar sind, es also nichts gibt, an das man sich wirklich klammern könnte. Arts Of Erebus verschleppen eher die Verzweiflung, betonen das düstere Desaster, lassen sich aber zu tief in die Sache fallen, als dass man ebenfalls in den melancholischen Trip eintauchen könnte. Anders gesagt: Es ist der finsteren Emotionen einfach zu viel, es ist bewegend, aber es bewegt irgendwann nicht mehr.

Erschwerend ist außerdem, dass "An Open Case For Parousia" in der zweiten Hälfte merklich abbaut. Die Arrangements werden immer unbeweglicher, der zunächst noch halbwegs verträgliche Vergleich zu den Sisters Of Mercy verschwindet peu à peu und die emotionalen Inhalte kann man sich irgendwann auch nicht mehr geben. Es mag Menschen in diesem Metièr geben, die genau diese vertonte Trauer bevorzugen. Alle anderen werden an dieser neuen Platte definitiv weniger Gefallen finden, weil sie unterm Strich nicht mehr bietet als kompositorische Eintönigkeit.

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