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Artless: Resurrection

Rundum gelungen
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 54:23
Release: 10.06.2012
Label: Eigenproduktion

Nach einem 2003 veröffentlichten Live-Demo und einem 2007 eingespielten Longplayer geben sich die fünf Herren von Artless erneut die Ehre mit ihrem 2011 erschienenen Werk „Resurrection“.

Im Anschluss an ein kleines aber feines, verträumt melancholisches Intro im Keyboardgewand sollte es bereits beim ersten Kracher „Retaliation“ so mächtig zur Sache gehen: Mehrstimmige Gitarrenwände, zackiges Stakkato und Synkopen in wundervollen Harmonien verpackt, stürmen dem Zuhörer leidenschaftlich entgegen. Herr Schwedentod lässt herzlich grüßen!

Die Melodien erzählen Geschichten von hellen und von dunklen Tagen und man gelangt unwiderruflich in einen Sog, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Gedanken entziehen sich dieser Welt und wandeln verträumt in unsichtbaren Sphären. Dimensionen, die Gefühle immer wieder in Gezeiten von Mitte Neunzig katapultieren und eintauchen lassen in unendliche Tiefen der Urgewässer von At The Gates, Amorphis und Moonspell.

Die Kompositionen klingen durchdacht und wohl strukturiert, der Sound bewegt sich druckvoll in noch recht ehrlichen, wenig digitalisierten Gefilden. Sicherlich gibt es Bands, die sich exklusiver und exzentrischer aus diesem Genre hervorheben, die Stärke von Artless liegt jedoch in der Ursprünglichkeit des klassischen Death Metal verankert. Drums und Gitarren klingen stets in harmonischem Gebilde, letztere teils wehmütig klirrend. Es gelingt der Drahtseilakt in anmutiger Balance zwischen Hoffnung und Trauer, Freude und Schmerz, Aggression und fast allzeit gegenwärtiger Melancholie.

Die beiden Vocalisten an der Front, Grützer und Burgi, servieren hohe sowie tiefe atmosphärische Growls, welche im Vergleich zu ihrem vorangegangenen Album „Reflection“ jetzt ein breiteres Spektrum bedienen. Groovige bis doomige Passagen sind ebenso vertreten und variieren mit leicht rockigen Einschlägen in einer abwechslungsreichen, stets höchst melodischen Kombination.

Mit „Burial Of Thousand Dreams“ möchten die Träume noch lange nicht zu Grabe getragen werden, es findet sich die Vollendung im Anfang und drängt förmlich dazu, zum Beginn zurückzukehren, um die Traumwelt zu „Resurrection“ sinngemäß neu auferstehen zu lassen. Per Song Nummer zwölf wurde mit „Moshing Manni“ noch ein Bonustrack hinzugefügt, welcher sich als kleines Spaßhäppchen entpuppt - eher ein Anhängsel, das sich in Partylaune mal eben
dazu gesellt hat.

Punkteabzug gibt es hier abschließend nur für ein paar zu einfach gestrickte Passagen sowie deren mehrmalige Wiederholung, welche nach längerem Zuhören etwas zäh und langatmig wirken. Ansonsten ein rundum gelungenes Melodic-Death-Metal-Album mit einigen herausragenden Momenten.

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