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Artlantica: Across The Seven Seas

John West vs. verkopftes Songwriting
Wertung: 6/10
Genre: Hardrock
Spielzeit: 47:56
Release: 24.05.2013
Label: Steamhammer / SPV

Wer eine solch erlesene Schar Gastmusiker ins Studio bekommt, sollte eigentlich überzeugendes Material am Start haben - oder muss einfach nur ziemlich beliebt sein. Nun, ganz egal wie: Roger Staffelbach, seines Zeichens Mastermind von Artlantica und ehemaliger Zeremonienmeister bei Angel Of Eden, ist es jedenfalls gelungen, Leute wie Chris Caffery, Steve DiGiorgio und John Macaluso für ein paar Gastauftritte auf dem Debüt seiner neuen Band zu begeistern und darüber hinaus Artension- und Royal Hunt-Frontmann John West für ein dauerhaftes Engagement zu verpflichten. Hinzu kommt Keyboarder Mistheria, der szeneweit auch kein Unbekannter mehr ist, und der das Trio-Line-Up erst einmal vervollständigt.

Aber wie es bei vermeintlichen All-Star-Gemeinschaften nun einmal so ist: Die Seele des Ganzen fehlt, von einer konsequenten Linie ganz zu schweigen. Stattdessen zitieren Artlantica ganz munter die Bands ihrer Mitglieder, wobei es Royal Hunt wohl noch am ehesten trifft, wenn man die naheliegenden Vergleiche summiert. Im Gegensatz zu den Melodic-Metal-Heroen müssen bei Artlantica aber deutlich kleinere Brötchen gebacken werden. "Across The Seven Seas" ist nämlich unterm Strich lediglich im Hinblick auf die Performance eine saubere Angelegenheit. Kommt man hingegen zum Songwriting, wird man schnell feststellen, dass die Band mit ihrem bis dato noch nicht abgelegten Projektcharakter viel zu kopflastig an ihr Material herangeht und dabei vor allem nicht bewusst auf die emotionale, charismatische Ausstrahlung eines John West baut. Dieser singt zwar makellos, wird von seinen gelegentlich selbstverliebten, dann aber auch wieder relativ ziellos herumspukenden Mitstreitern oftmals ins Abseits geschoben. Zwar ist "Across The Seven Seas" nicht die große Solo-Show, aber Mistheria und auch Staffelbach lassen keine Zweifel daran, dass hinter den Songs größere Ambitionen stecken – problematisch ist nur, dass zu viel Stückwerk hinter alldem steckt und der Funke nur in den seltensten Fällen wirklich überspringt.

Zumindest im finalen Part der neuen Scheibe wecken Artlantica die Hoffnung, dass die Masse an Erfahrung nicht komplett verschenkt wurde. "Return of The Pharaoh Pt. 3" und "Nightmare Life" sind jedenfalls richtig angenehme Kompositionen im Schnittfeld von traditionellem Heavy Metal und klassischem Hardrock. Aber dies alleine reicht natürlich nicht, um die berechtigt großen Erwartungen zu befriedigen. "Across The Seven Seas" hat hier und dort ein paar Momente, ist aber bei Weitem nicht der große Wurf, den sich Staffelbach mit seinem neuem Team gewünscht hatte.

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