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Artizan: Ancestral Energy

Schießen glatt die „Stars“ weg von den „Stripes“
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Heavy Metal
Spielzeit: 40:23
Release: 10.05.2013
Label: Pure Steel Records

Oft genug haben die Macher von Pure Steel Records bewiesen, dass sie ein recht glückliches Händchen dafür haben, qualitativ hochwertigen Stahl fernab von Mainstream auf der einen und Kauzigkeit auf der anderen Seite zu veröffentlichen. Nachdem ja schon das Debüt „Curse Of The Artizan“ fast durchweg mit Lobeshymnen förmlich übergossen wurde, sollte man auch beim nun vorliegenden Nachfolger „Ancestral Energy“ ein Ohr riskieren.

Wobei „riskieren“ gleich schon eine negative Eigenschaft impliziert, die hier einfach nicht hingehört, denn die aus Jacksonville in Florida kommenden Metaller mit stark melodischem Einschlag und leichter, eher sanfter Prog-Variante in bester US-Metal-Manier legen hier ein Ohrwurmwerk vor, welches Fans der gerade genannten Musikgenres nicht nur feuchte Augen bescheren dürfte. Völlig klischeefrei, dazu kraftvoll, nicht zu aufdringlich und doch auch ein wenig herausfordernd, so stellen sich Artizan anno 2013 auf und können so auf ganzer Linie nur als Sieger hervorgehen.

Mit dem mehr als zehn Minuten langen Titelsong „Ancestral Energy“, gleichzeitig auch Schlusspunkt der CD, schießt das Quartett doch glatt die „Stars“ weg von den „Stripes“, oder wenn man lieber dem deutschen Werbeslogan folgen will: „Das ist ja der Burner“. Klar, ein so langes Stück als Anspieltipp, das ist jetzt nicht gerade die leicht verdauliche Drei-Minuten-Kost von der Stange, doch da gehören Artizan auch gar nicht hin. Im Titelsong lassen sich einfach alle Trademarks des Artizan-Sounds festmachen, angefangen von dem kraftvollen, leicht hohen Gesang von Fronter Tom Braden, dem leicht vertrackten und so songdienlichen Drumming von Ty Tammaeus oder auch der immer wieder melodischen, mit sehr viel Gefühl angereicherten Gitarrenarbeit durch Shamus Mcconney – hier passt einfach alles. Da wird die epische Breite einfach noch ein bisschen breitbrustiger ohne Großkotz, da wird der emotionale Tiefgang einfach noch ein wenig intensiver durch das Wechselspiel von akustischen und Stromgitarren, und als wenn das alles noch nicht reichen würde, haben sie sich kurzerhand Matt Barlow (Ashes Of Ares, ex-Iced Earth) für ein paar Gesangseinlagen ins Studio geholt, wodurch der Track dann noch eine etwas feinere Note abbekommt.

Wow, was für ein Ausstand, welche Scheibe kann da schon mithalten. Und was so monumental endet, beginnt mit „I Am The Storm“ bereits auf einem Toplevel, an dem sich zahllose Bands endlos versuchen und kläglich scheitern werden. Dabei muss man ehrlicherweise einräumen, dass bei den ersten Takten eher noch ein großes Fragezeichen ob der seltsamen Sperrigkeit erwächst. Doch schon bald muss man anerkennen, dass diese Amis eine hochmelodische Schiene fahren, ohne aber dabei auf das Weichspülprogramm zu setzen. Der leicht vertrackte Rhythmus sorgt auch hier dafür, dass sich Artizan eine eigene Nische schaffen, doch ganz groß kommen sie heraus, wenn Tom einen gesanglichen Ohrwurm abliefert, der für absolute Gänsehautmomente sorgt. Auch mit dem anschließenden „The Raven Queen“ verlassen sie diesen eingeschlagenen Weg nicht und kombinieren erneut variable Schlagzeugarbeit, hochmelodischen Gesang und gefühlvolle Riffarbeit zu einem Schmelztiegel der Emotionen.

Das mit der Sirene startende „You Can’t Take The Metal“ scheppert dagegen etwas heftiger aus den digitalen Rillen und zeigt ganz deutlich auf, wo Artizan ganz sicher einen ihrer größten Einflüsse finden: Psychotic Waltz. Da passt die leicht verfremdete Stimme einfach sehr gut, auch wenn sie nicht diese proggigen Elemente auffahren, schon eher wie bei den Tracks zuvor mit leicht diffizilen Drumrhythmen aufwarten, ohne aber die Sache zu verkopft anzugehen. Erwähnt werden sollte auch das balladesk startende, vom klaren und kraftvollen Tom-Gesang profitierende „The Guardian“, das sicher die anfänglichen, schnarchenden Balladenklippen umschifft und später zu einem riffstarken Melodic-Metal-Kracher mutiert.

Hut ab, ihr Artizans, denn mit „Ancestral Energy“ liegt ein mehr als hochwertiges Album vor, welches locker das Gros der Releases aus 2013 und auch davor in die Tasche steckt. Schon fast perfide, dass sie niemals den ganz großen kommerziellen Erfolg landen werden, doch so kommt es bei einer vielleicht irgendwann realisierbaren Tour zu exklusiven Showerlebnissen, wonach sich der Fan noch lange die Finger lecken wird. Artizan liefern beste Werbung aus dem Obama-Spitzel-Ländle.

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