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Arstidir Lifsins: Jötunheima Dolgferd

Abstrakter Viking-Pagan-Metal
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 70:16
Release: 08.10.2010
Label: Ván Records

Das 2008 gegründete Projekt Arstidir Lifsins hat sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des mittelalterlichen westnordischen Skandinaviens zu vertonen. Bewusst wurde dazu genau recherchiert und auf viktorianische Romantik verzichtet.

Arstidir Lifsins bedienen sich musikalisch aus den Schubladen Black Metal, Folk und Ambient. Die Texte auf „Jötunheima Dolgferd“ folgen streng den geschichtlichen Ereignissen und die Musik passt sich fortlaufend den entsprechenden Stimmungen an. So entsteht praktisch ein vertontes Geschichtsbuch. Das Spektrum der verarbeiteten Stimmungen und Ereignissen ist recht breit gefächert und erstreckt sich von Angst, Hass, Depression und der Ohnmacht gegenüber der Natur bis zu Schlachten, Fehden und Intrigen.

Die Aufnahmen zu „Jötunheima Dolgferd“, an denen satte zehn Musiker beteiligt waren, begannen 2008 in Rekjavik und wurden 2009 mit den letzten Gesangsaufnahmen in Deutschland beendet. Den Mix übernahm das CMP-Studio in Wahlstedt/Deutschland und das Mastering wurde schließlich im norwegischen Strype Audio Studio von Tom Kvålsvoll übernommen.

Das Album wird als Digibook und als Gatefold LP erscheinen. Beiden Versionen wird ein Einleitungstext sowie die komplette Übersetzung der Lyrics beigefügt.

Musikalisch ist „Jötunheima Dolgferd“ recht schwere Kost. Durch die langgezogenen monotonen Passagen wirkt der Spielfluss durchaus immer wieder gestört. Beispiele hierfür sind das Intro zu „Morgunn í grárri vindhjálmars boku vid Berufjörd“ und das komplette Akustikstück „ Eigi hefr á augu, unnskids komit sidan“ das mit seiner Tavernenatmosphäre durchaus reizvoll sein könnte, wenn es nicht so eintönig und lang wäre.

Lichtblicke auf dieser Veröffentlichung sind dann die Tracks, die sich eher an den Black Metal halten. „Haka kleifir berja ok brjóta vid enda langrar ferdar sinnar“ ist beispielsweise eines dieser Stücke. Nimmt man das Intro mal aus, dann ist dieses Stück mit einer Spielzeit von 5.15 Minuten immer noch das zweitkürzeste Lied auf „Jötunheima Dolgferd“. Titel Nummer sieben, „Margt breytist fyrir ord völvanna“, kann dann mit seiner düsteren Atmosphäre überzeugen und die Blastbeats geben dem Neun-Minuten-Stück dann auch den nötigen Antrieb.

Arstidir Lifsins haben sich eine sehr schwere Aufgabe gestellt. Ein Geschichtsbuch ohne Übertreibungen und ohne Romantik, also als nüchterne Fakten in Musik zu wandeln ist wahrlich nicht einfach. Erschwert wird die Unternehmung durch die Tatsache, dass die Lyrics alle in skandinavischer Sprache sind. Es entsteht somit eine Art Hörspiel in einer fremden Sprache. Der Hörer empfindet zwar die momentane Stimmung, jedoch ist zu keiner Zeit wirklich klar, um was und wen es da jetzt eigentlich geht.

Wenn man sich die Zeit nimmt und die Übersetzungen der Texte, die der CD ja beiliegen (der Verfasser dieses Artikels hatte die Übersetzungen nicht zur Verfügung), mitliest, so wird sich sicherlich ein Film vor einem abspielen der mit Sicherheit interessant und aufregend ist. Geschichtlich Interessierte dürften auch Interesse an dieser CD haben, zumindest mit den Übersetzungen. Dieses Album ist fernab vom Mainstream, alleine deswegen sollte es nicht zerissen werden. Jeder, der gerne experimentiert und Black-Metal-lastige Musik mag, kann hier durchaus ein Ohr riskieren.

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