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Arroganz: Burning Souls

Mörderischer Zorn in 11 Minuten
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal /Death Metal
Spielzeit: 11:08
Release: 04.05.2010
Label: Blacksmith Records

So überraschend interessant manche Demo-CDs auch klingen, die meisten ereilt doch immer wieder ein und dasselbe Schicksal: Sie werden schlichtweg übergangen. Auch die Band Arroganz hat drei ihrer besten Tracks zu ihrer Demo „Burning Souls“ zusammengepresst und sie in Umlauf gebracht. Anscheinend fiel die Wahl genau auf die richtigen Lieder, denn der Black/Death Metal auf „Burning Souls“ ist nicht nur gut hörbar, sondern erregt vom ersten Song an volle Aufmerksamkeit.
 
Gleich zu Beginn prescht der nach ihnen benannte erste Song „Arroganz“ in High-Tempo auf die Hörer ein. Dröhnende Gitarren, kräftige Drums und eine zornige Stimme machen den Song sehr stark und lassen ihn sofort ins Blut übergehen. Aber auch die folgenden Lieder „Forsaken Life, Forsaken Death” und “Mankind Of Fire” stehen diesem Gefühl in nichts nach. Arroganz verstehen sich besonders darauf, eine kraftvolle Atmosphäre zu schaffen. Diese kommt nicht nur durch schlagkräftige Drums, sondern vor allem durch die hämmernden, kompromisslosen Riffs der Gitarren zum Tragen.

Das Schlagzeug zeigt sich auf der gesamten Demo solide, wird aber immer wieder bewusst in Szene gesetzt und unterstreicht damit gekonnt die Bedrohung, die in der Musik von Arroganz mitschwingt. Das Lied „Mankind Of Fire“ enthält sogar eine Passage, in der die Band mit der Schlagzeug-Rhythmik regelrecht spielt. Das ist eine willkommende Abwechslung in den ansonsten recht starren, wenn auch authentisch gespielten, Drums des Session-Drummers.

Ganz anders zeigen sich die Riffs der Gitarren: Durchschlagend und abwechslungsreich auf der gesamten Demo bilden sie eine markanten Charakterzug der Band. Es wird deutlich, dass die Cottbuser hier ihren Schwerpunkt gesetzt haben. Verwunderlich ist dies allerdings nicht, wenn man bedenkt, dass diese Positionen von den festen Bandmitgliedern M und K besetzt werden.

Bass und Gitarre fallen deutlich kreativer als das Schlagzeug aus und bestechen durch ihre variantenreiche Melodieführung. In dieser finden sich Black-Elemente wie beispielsweise feinsinnige Disharmonien („Forsaken Life, Forsaken Death“), wie auch groovig-brachiale Charakterzüge, die dem Death Metal entliehen wurden („Mankind Of Fire“).
Bandmitglied M übernimmt bei Arroganz aber nicht nur die Lead-Gitarre, sondern steuert den Songs auch die passenden Vocals bei. Ähnlich wie die Riffs der Saiteninstrumente werden auch hier die beiden genannten Genres vereint und kräftig ausgelebt. Der Gesang zeigt sich sehr rau, zieht aber gleichzeitig einen tief-kreischenden Stil durch. Ein besonderer Reiz an diesen Vocals ist die Kombination aus Derbheit und relativ guter Verständlichkeit. Auch wenn der Gesangstil auf Dauer ein wenig zu festgelegt klingt, so zieht dies die Qualität der Demo nicht merklich nach unten. Grund ist der absolut authentische Zorn, der bei dieser Stimme deutlich mitschwingt. Den Vocals wird dadurch nicht nur eine markante Note verliehen. Vielmehr ist sie so mitreißend, dass sich die Band damit die volle Aufmerksamkeit der Hörerschaft sichert und besonders bei der Anhängerschaft des schwarzen Metalls Zustimmung finden wird.  

Alles in allem liefert Arroganz eine überdurchschnittlich gute Demo, die vor allem durch ihre Kraft und ihren Zorn aufzutrumpfen weiß. Die Tendenz, in Schlagzeug und Gesang etwas zu versteifen, ist zwar hörbar, steht aber weit hinter der mörderischen Stimmung und Stärke, die die Band schon in rund 11 Minuten Spielzeit entfaltet. Da bleibt nur zu hoffen, dass diese kleine Schwäche auf der Länge eines Albums nicht an Tragkraft hinzugewinnt. Man darf also wirklich auf ihr Debütalbum gespannt sein.

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