Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

...arrived at ten: Beyond

Atmosphärisches Debüt zwischen Pop und Epic Rock
Wertung: 8/10
Genre: Indie/Epic Rock/Pop
Spielzeit: 52:38
Release: 13.03.2009
Label: Snoopzone

Vor etwa einem Jahr wagten sich die vier Mitglieder der Amberger Formation ...arrived at ten mit der EP „side|seeing“ erstmals ins breitere Licht der Musiköffentlichkeit und hinterließen dort einen durchaus positiven Eindruck. Mit „Beyond“ wird jetzt das erste richtige Album vorgelegt, das neben den schon auf der EP enthaltenen Titeln „Wide Awake“, „El Suelo“ und „Red Light“ noch neun weitere Songs auffährt. Und bereits die Verpackung der CD zeigt, worauf die Band ihr Hauptaugenmerk legt: Atmosphäre.

Das fängt beim herbstlich gestalteten Artwork an, geht über die vollständig in verschnörkelter Schreibschrift gehaltene Beschriftung von Hülle und Booklet und hört bei der Einrahmung der Tracklist, die stilecht mit einem „Prolude“ beginnt und mit einer „Coda“ endet, nicht auf. Denn – oh Wunder – eben diese Atmosphäre findet sich auch in den Songs auf „Beyond“ wieder.

Klanglich ordnet sich die Band durchaus zu Recht in der Nachbarschaft von Bands wie Oceansize oder Muse ein, wobei erstere aufgrund der ähnlich verträumten Leadgitarrenarbeit deutlicher als Einfluss zutage treten: obwohl Matthew Bellamy an der effektverliebten Spielweise von Gitarrist Igor Lichtmann sicher seine Freude hätte; der Muse’sche Bombast ist bei ...arrived at ten bei weitem nicht in dieser Ausprägung vorhanden – was jedoch in keiner Weise einen Nachteil darstellt, ist die Band doch viel eher in den leisen Tönen beheimatet.

Als Fundament der Songs dient meist Lichtmanns Gitarrenspiel, das durch den geschickten Einsatz von Echo- und Halleffekten oft nach deutlich mehr als einer Gitarre klingt. Die Rhythmusgruppe gibt dazu die nötige Dynamik und einen melodischen Gegenpol zum Sechssaiter und kreiert damit die Fläche, auf der Sänger Andreas Haller seine Worte ausbreitet. Dessen Stimme ist zwar meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig und schlägt in manchen Bereichen an die Grenze zum Jaulen, aber das ist möglicherweise auch Geschmackssache.

Wie schon erwähnt konzentrieren sich ...arrived at ten hauptsächlich auf den Aufbau (und natürlich Erhalt) von atmosphärischen Stimmungen, was ihnen über weite Strecken auch hervorragend gelingt. So schwankt beispielsweise der Track „Sound Of Silence“ immer wieder zwischen laut und leise hin und her und bildet somit einen hervorragenden Übergang vom sphärischen Präludium in das eigentliche Album. Die teils fließenden Übergänge von einem Song zum nächsten tragen zusätzlich zur Atmosphäre bei: die Songs „Through The Ocean“ und „Wide Awake“ gehen so selbstverständlich ineinander über, dass sie wie ein geschlossener Titel erscheinen.

Was auf „Beyond“ leider ein wenig fehlt ist Abwechslung im Songwriting und in der Struktur der Songs: Meist wird nach dem Schema „leise anfangen, dann laut werden, dann wieder leise...“ agiert, was der Band zwar durchaus hilft, Spannung zu erzeugen, was aber, wenn man bei - man verzeihe mir das Wortspiel - Titel Nummer zehn angekommen ist doch recht ermüdend wirken kann. Erfreulich fallen dagegen die instrumentalen Tracks „Interlude ´77“ und „Flake“ auf, die nicht nur für ein wenig Abwechslung sorgen, sondern obendrein auch klanglich neue Aspekte aufzeigen.

Mit der instrumentalen „Coda“ scheinen es ...arrived at ten dann irgendwie noch mal wissen zu wollen: geradezu bedrückend düster baut sich der Rausschmeißer der Platte zu einem Monster auf, das schließlich in einer Effekteskapade, die in dieser Form locker auch von Pink Floyd oder Nine Inch Nails hätte verarbeitet werden können, in sich zusammenfällt. Dann ist es still – und man darf einer jungen Band zu einem atmosphärisch dichten Debüt gratulieren, das trotz Mut zum Experiment stets hörbar und melodiös bleibt und damit auch anspruchsvolleres Radiopublikum ansprechen könnte. Trotz kleiner Schwächen im Gesang und Songwriting ist „Beyond“ also ein – vor allem für Fans von Bands wie Oceansize, Dredg oder Incubus – durchaus lohnender Kauf.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna