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Armageddon: Necromantic Celebration

Welches Armageddon hätten sie denn gerne?
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 47:25
Release: 13.12.2011
Label: EmanesMetal Records

Mit der Band Armageddon gibt es zwei grundlegende Probleme: Erstens ist sie keine Band und zweitens gibt es um die zwanzig Bands, die den gleichen Titel tragen. Wir sprechen hier vom Projekt des Lord-Drummers, der sein Bühnenpseudonym zum Bandnamen machte. Nachdem 2002 das erste Demo des Herren herauskam dauerte es aufgrund anderer Verpflichtungen bis 2011, bis ein komplettes Album fertig gestellt werden konnte. Dieses hat es aber - soviel vorweg - in sich. Die zehn Songs, die sich auf eine gute Dreiviertelstunde erstrecken, knallen von der ersten bis zur letzten Sekunde. Der Eröffnungssong, der gleichzeitig das Titelstück der CD ist, zeigt schon sehr deutlich auf, welchen Weg die Scheibe einschlägt. Und dabei geht es keineswegs nur um schnöden Black Metal, wie das Cover vielleicht zuerst vermuten lässt. In der Musik von Armageddon finden sich so viele Genres miteinander vermischt, dass einem schwindelig werden könnte.

Zum einen sind da natürlich die Black Metal Elemente. Der Gesang klingt schwer nach Black Metal und das Schlagzeug ebenso. Der andere große Teil der Musik von Armageddon wird vom Thrash Metal bestimmt. Die Gitarrenriffs und die Arrangements zeugen von der Hochzeit des Old School Thrash Metals und besonders von Bands wie Sodom, Kreator oder Destruction. Damit sind wir aber lange noch nicht durch. Wo nämlich noch Lücken bleiben würden, da werden diese mit Death-Metal-Einlagen gefüllt. Und diese können gerne auch mal richtig derbe ausfallen. Stellenweise kommen einem Morbid Angel in den Sinn. Damit sind wir aber immer noch nicht ganz durch. Als weiteren Einfluss gibt der Protagonist Heavy-Metal-Bands wie zum Beispiel Running Wild an. Nun wirft sich die Frage auf, wie das zusammen geht. Ganz einfach: Die Heavy-Metal-Einflüsse beschränken sich auf minimale Momente in Soli, Bridges oder in Einleitungen. Der Großteil der Musik besteht aus Black und Thrash Metal.

Ein Ein-Mann-Projekt. Na gut. Aber jetzt hat er die Scheibe auch noch selber produziert und aufgenommen? Sofort erscheint der schwammige Garagen-Black-Metal-Sound vieler 08/15-Bands vor dem geistigen Auge – beziehungsweise dem geistigen Ohr. Auch hier kann beruhigt werden. Erstens ist Herr Armageddon eigentlich Schlagzeuger, was schon mal dafür sorgt, dass man von keinem Konservenschlagzeug gequält wird. Zweitens wurde die Scheibe nicht mit irgendeinem Vier-Spur-Kasettenrecorder aufgenommen, sondern in einem richtigen Tonstudio, das sich der Musiker eingerichtet hat und in dem er auch für andere Bands produziert. Der Sound ist astrein und räudig wie ein elender Straßenköter. Er ist rotzig, fett und quetscht das Hirn durch die Nase heraus, man möchte fast die Formulierung grandios verwenden.

Soll man das Teil nun kaufen oder nicht? Wer es noch nicht verstanden hat: Ja! Trotz der Tatsache, dass da immer die gleiche Person alle Instrumente spielt und auch sonst alles alleine gemacht hat, ist diese Scheibe ein Volltreffer. Zur Neuerfindung des Genres reicht es nicht ganz, aber es kommt nahe hin. Fans von Venom, Destruction, alten Sodom und Celtic Frost kommen an diesem Teil nicht vorbei.

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