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Arkuum: Die letzte Agonie

Der pathetische Titel wird der Platte zum Glück nicht gerecht
Wertung: 8,5/10
Genre: Atmospheric Black Metal
Spielzeit: 50:00
Release: 04.08.2018
Label: Eigenproduktion

Wer sich ein bisschen mit Psychologie auskennt, wird beim Lesen der Tracklist des aktuellen Arkuum-Albums „Die letzte Agonie“ eventuell die Stirn runzeln, aber auch verstehend nicken – was eignet sich besser als Titel für Black-Metal-Songs als die fünf Phasen der Trauer? Ein cleverer Schachzug von Texter David „Arkas“, der sich für die zweite Full-Length-Veröffentlichung seiner Band mittlerweile eine Stammbesetzung aufgebaut hat. Fabrizierte er den Erstling „Trostlos“ noch fast im Alleingang, nur mit Sänger Denny als Unterstützung, hat sich die Atmospheric-Black-Metal-Truppe inzwischen zum Quintett gemausert. Stimmlich müssen sich Fans der ersten Platte umgewöhnen, dafür steht mit René Baron aber ein sehr versierter Keifer am Mikrophon. Freunde der Rhein-Neckar-Metalszene werden den Namen wiedererkannt haben, steht der gute Mann doch auch bei den Death-Thrashern Entorx in Lohn und Brot.

Nun ist „Die letzte Agonie“ bereits im August erschienen, beim ersten Durchlauf kann man sich aber gut vorstellen, wie die Scheibe einen trotz Hitzeschlacht abgekühlt haben mag: bitterböse Vocals, beinah steril zu nennende Gitarrenwände, wütendes Drumming und eine durch und durch klirrende Kälte, so lässt sich das Album eigentlich ganz gut zusammenfassen. Und auch die Titel scheinen ganz passend gewählt: „Zorn“ beispielsweise ist ein über zehn Minuten langer Wälzer, der teilweise klingt, als hätte sich eine Horde wütender Bienen in einen sehr kleinen Raum verirrt; dazu passt Renés mal tiefes Growlen, mal heiseres Keifen natürlich perfekt, entsprechend kalt läuft es dem Hörer da den Rücken runter. Aber: Genau das ist es ja, was eine gute Black-Metal-Platte ausmacht.

Wenn man jetzt, so wie ich, kein Fan (über)langer Tracks ist, sollte man sich die Spielzeiten hier vielleicht nicht so genau anschauen: „Verzweifelung“ gerät mit nicht ganz neun Minuten noch ziemlich kurz, der Rest pendelt sich zwischen zehn und elf Minuten ein. Das passt aber in diesem Fall ganz gut, gehen die Stücke doch nahezu nahtlos ineinander über und kreieren so eine wahrhafte Soundwall der Boshaftigkeit, ohne dabei allzu klischeehaft zu wirken.

„Handel“ drängt dann deutlich mehr nach vorne, hier sind vor allem die genialen Gitarren im ersten Teil hervorzuheben, die dem Stück eine große Portion Spannung bringen; eher gewöhnungsbedürftig, obwohl gar nicht mal so schlecht kommt dann klarer Gesang durch die Boxen, der aber schon bald von wilder Raserei abgelöst wird – eine überraschende Wendung, die im ersten Moment eher ungewöhnlich wirkt in Anbetracht der vorherigen Tracks, aber seine Wirkung keinesfalls verfehlt.

Beim finalen „Akzeptanz“ werden dann noch mal alle Register gezogen, eine schneidende Gitarrenwand erhebt sich und über alldem thront Renés bösartiges Organ mit seinem absolut garstigen Geschrei. Ein schöner Abschluss für eine wirklich gut gelungene Black-Metal-Platte. Über den sehr pathetischen Titel kann man sicherlich streiten, dafür wurden die fünf Trauerphasen erstaunlich gut eingefangen – so etwas Positives wie Akzeptanz muss man ja mit schwarzmetallischen Klängen überhaupt erst mal projizieren können. Und tatsächlich: Am Ende der Platte scheint so etwas wie ein Lichtblick aufzufunkeln. Da muss man Arkuum dann schon im oberen Bewertungsdrittel ansiedeln.

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