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Arkngthand: Songs Of Ice And Fire

Unpassender kann ein Titel nicht sein, diese CD brennt von der ersten bis zur letzten Sekunde
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 46:40
Release: 13.06.2009
Label: Eigenproduktion

Die schönsten Dinge im Leben ereignen sich meist vollkommen überraschend. So auch der erste Kontakt mit dieser holländischen Band. Überraschend zwar nicht in der Form, dass sie beim Mosh It Up spielten, aber wie sie da auftraten und begeistern konnten als Opener auf der Main Stage. Die Band stellt sich nun mit ihrem zweiten Longplayer vor, welchen man in voller Länge schon auf der CD-Releaseparty durch die Gehörgänge geblasen bekommen hat.

Melodischen Power Metal bieten die sechs Niederländer, das Ganze aber niemals trocken, sondern eher auch mal mit rockigen Elementen verziert und tollen Melodien garniert, ohne dabei auf technische Versiertheit zu verzichten. Ein echtes Schmankerl für die Ohren.

Eröffnet wird „Songs Of Ice And Fire“ mti dem Intro “Last Summerdays”. Man wird auf ein mittelalterliches Geschehen eingestimmt und bekommt in recht kurzer Zeit relativ viele Höreindrücke in die Ohren gelegt. Das wirkt zwar fast schon ein wenig überladen, aber man spürt quasi, wie hieß die Band darauf ist, endlich richtig loszulegen. 

„The King Has Arrived” gerät dann auch direkt zu dem grandiosen Opener, der den Hörer unverzüglich in seinen Bann zieht. Der Schädel eilt vor und zurück, die Gitarren treiben ordentlich, ohne in Geschwindigkeitseskapaden auszuarten. Die Hauptmelodie des Songs schleicht sich langsam ein und man staunt über den recht vollen, sehr guten Sound. Hier spielt wirklich eine Demoband? Dafür ist der Sound wirklich fett geraten und verbläst locker einen Großteil an Labelproduktionen. Geschickt wechselt die Band immer wieder die Geschwindigkeit und serviert ein durch und durch ausgereiftes Stück besten Metals. Das tolle Solo von Leadgitarrist Ruud van Sloun sorgt für weitere Freude.

„Wine And Woes“ ist dann ein kleines Zwischenspiel mit Hörbuchcharakter. Unverzichtbar für die Story, aber rein musikalisch gesehen nicht unbedingt nötig. Aber wie schon erwähnt, geht es hier ja um die Geschichte des Konzeptalbums. Zu „Learning To Fly“ muss ich wohl nichts mehr sagen, denn das wurde schon bei der Singlebesprechung (http://www.the-pit.de/reviews/cds/details/article/arkngthand-learning-to-fly/ ) ausreichend getan.

„A Game Of Thrones“ beginnt dann recht verhalten mit leichtem Synthesizereinsatz von Nick Vossen und verträumten Gitarren baut der Song nach und nach immer mehr Spannung auf. Hier beweisen die sechs Musiker, dass sie auch gefühlvoll musizieren können. Die Rhythmusgitarre von Bart Latten sorgt mit Bassist Job Verdonschot für einen gelungenes Grundgerüst des Songs. Darauf aufbauend, kann Sänger Rim Steijvers natürlich alle Reize ausspielen. Sehr stark und routiniert, wie die Band das meistert. Natürlich darf auch hier wieder kein tolles Gitarrensolo fehlen, welches in diesem Fall aber durchaus länger hätte ausfallen dürfen.

„The Waterdancer“ legt dann zu Beginn härtemäßig richtig nach, bevor man sich dann wieder dem melodischeren Power Metal widmet. Trotzdem sorgt gerade Drummer Niels Janssen dafür, dass hier einiges an Kraft einfließt. Doublebassdrums und treibendes Schlagwerk sorgen für einiges an Schwung. Trotzdem werden gute Melodien nicht vernachlässigt. Hört sich widersprüchlich an, passt hier aber genau. Als kleines Schmankerl hat man sich hier noch ein paar Frauen-Vocals ins Studio geholt. Stans Hoedemakers hat diesen Job gut gemeistert.

„Dark Wings, Dark Words“ ist ein kurzes akustisches Gitarrenspiel mit viel Charme, welches aber wie schon das ein oder andere Solo etwas kurz ausgefallen ist. Schade, aber es geht ja gleich mit „At The Head Of The Serpent“ weiter. Ein weiteres Highlight, mit etwas progressiverem Einschlag, wenn man es mit den restlichen Songs vergleicht. Mit technischer Kompetenz führen die Holländer den Hörer gekonnt durch diverse Tempo- und Melodiewechsel, so dass sich der Song wie eine aufregende Achterbahnfahrt anfühlt. Auch der leichte musikalische Ausritt ins Melodische wirkt zwar nur peripher mittelalterlich, da man nicht den Weg gegangen ist, dies unbedingt auch mit altertümlichen Instrumenten zu bestreiten. 

„Truth In A Fool`sWorld“ ist dann die absolut unkitschige Ballade mit unheimlich viel Herzenswärme. Sänger Rim Steijvers brilliert hier mal wieder. Dazu die dominante, aber nicht aufdringliche Leadgitarre von Ruud van Sloun. Ein Song zum Träumen und Dahinschmelzen, ohne aber in textliche Schmalztöpfe zu fallen. Das Ganze wird auch noch von Gastmusikerin Mignon Schichel und ihrer Violine bereichert. Man merkt eigentlich fast nur beiläufig, dass die Instrumentierung auch teilweise etwas kräftiger wird, so eingesponnen wurde man von der tollen Melodie. 

„The Woods Of Whisper“ geht dann deutlich stampfender zu Werke. Das Haupthaar wird wieder verstärkt durchgelüftet. Guter Song, auch wenn er im direkten Vergleich nicht ganz mit den Vorgängern mithalten kann. Das folgende „Equinox“ bereitet dann den großen Abschluss des Albums vor, ein kurzes mittelalterlich angehauchtes Instrumental, das die Roots der Band nicht vermissen lässt. 

„Clash Of Kings“ gerät dann zu genau dem, was man nach der bisherigen starken Leistung auch erwarten durfte. Die Band rockt sich hier nochmal kräftig in die Gehörgänge, die Main Melodie der Leadgitarre sorgt für genug Suchtcharakter, sodass man seinem CD-Player direkt den nächsten Durchlauf der CD per Knopfdruck befiehlt. 


Fazit: Es ist fast schon unglaublich, was die sympathischen Holländer hier gezaubert haben. Das Ganze ist als Konzeptalbum getarnt, enthält aber so viele einzelne Songperlen, dass man da auch locker vier oder fünf Singles draus zimmern könnte, ohne das Gefühl zu haben, da würde etwas fehlen. Der Albumtitel ist irreführend, es gibt eigentlich nur Songs mit richtig Feuer im Popo und keine kalten ausdruckslosen „Eissongs“, aber vielleicht meinte man damit auch eher die kleinen Zwischenstücke, die dem mitgehenden Fan etwas Verschnaufpause gönnen. Aber das werden wie in Kürze für euch klären. Wer auf gute Arrangements, Melodie und Power Metal steht, der muss hier eigentlich zuschlagen.

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