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Arkan: Kelem

Zur Toleranzerweiterung geeignet
Wertung: 7/10
Genre: Metal/ Oriental Metal/ Death Metal/ Groove Metal/ Modern Metal
Spielzeit: 50:06
Release: 25.11.2016
Label: Overpowered Records

Schon damals beim „Hilal“-Debüt anno 2008 musste man seine eigenen Hörgewohnheiten weit ausbaldowern, denn die in Paris heimischen Arkan lassen sich so gar nicht in enge Genregrenzen einfassen, hatten zwar damals deutlich mehr Death Metal auf dem Zettel, eben aber auch die stilprägenden orientalischen Einflüsse, die bei diesem Quintett ganz sicher nicht aus purem Kalkül des anders sein, sondern eher aus tiefster innerer Überzeugung entsprungen sein dürften. Natürlich haben die Franzosen in den letzten zehn Jahren so manche „Weiterentwicklung“ angetrieben und dabei den Fans der ersten Stunden auch ein wenig auf die Füße getreten, sodass man heute schon ein deutlich größeres Maß an Toleranz aufbringen muss.

Etwas schräg, häufig mit akustischer Einleitung, so haben es Arkan wohl ganz gerne, da wird man schnell auch mal auf den balladesken Irrweg geführt. Doch wenn wie in „ The Call“ zum ersten Mal deutlich die schwebend orientalischen Klänge sich durchsetzen und die derben Vocals das irre Wechselspiel zwischen machtvollen Riffattacken und zerbrechlichen Akustikspielereien vervollständigen, so haben die die Fünf tatsächlich einen sperrigen Ohrwurm geschaffen, der sich vom üblichen Einheitsbrei locker absetzt. „Just A Lie“ geht von den Lyrics her ganz schön tief unter die Haut – wir Durchschnittseuropäer werden es einfach nie verstehen, wie groß die Verzweiflung sein muss, aus dem eigenen Land unter Todesangst zu flüchten und sich auf einem völlig überladenen Schlauchboot über die Meere zu wagen. Arkan verzichten hier komplett auf derbe Arrangements, vielmehr tauchen Sehnsüchte, Verzweiflung und die schiere Angst auf, der Song selbst druckst mit Alternative-Feeling und modern metallischem Konstrukt um die eigenen Trademarks herum.

So sind es eben immer wieder die Details, die über „Kelem“ verstreut sind, die das Album aufwerten. „Nour“ wirkt ruhiger, gar ein bisschen zerbrechlich, dabei dürfen die wuchtigen Drums durchaus mit den Muskeln spielen und auch das verprogte Gitarrengerüst gerade in Kombination mit den derben, aber seltenen Growls weiß zu überzeugen, bei „Beyond The Wall“ sind es die sich dichter einwebenden orientalischen Einflüsse, die für Spannung sorgen, dagegen schnarcht dann „Cub Of The Caliphate“ schlapp und belanglos ohne große Wumms mit austauschbarer Seele am Gehörgang vorbei.

Das fast 90sekündiges Instrumentalintermezzo „Eib“, zart, zerbrechlich, aber auch nicht großen Eindruck hinterlassend, nimmt auch etwas den Schwung heraus, transportiert aber ganz gut ein Gefühl der Sehnsucht, die schnell startende Prügelei „Erhal“ mit Blastbeatattacken und derb harschen Vocals vollzieht den Schritt in die eigene Vergangenheit, nur im Refrain setzen sie wieder auf mehr Eingängigkeit und versöhnlichem Klargesang und beim ebenfalls viel zu kurzen „As A Slave“ übernimmt der fremdländische Einfluss zwischendurch verstärkt das Zepter, der Song wächst von Durchgang zu Durchgang und die Growls sitzen einfach fett im Sattel und passen hervorragend.

Toleranz muss man schon groß schreiben bei Arkan, das ist klar, doch Orphaned Land dürften den Boden schon gut bestellt haben – Arkan beackern dann sogar in weiten Zügen das gleiche Feld wie ihre Landsmänner Acyl, was beileibe keine schlechte Referenz ist. Jetzt das Nölige heraushalten, vielleicht ein bisschen mehr wieder die alten Wurzeln herauskehren, dann ist auch mehr an Punkten drin.

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