Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Arena: The Unquiet Sky

Mehr als würdiges Album zum 20jährigen Jubiläum
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive/Melodic Rock
Spielzeit: 55:33
Release: 08.05.2015
Label: Plastic Head (Soulfood)

Kinder, wie die Zeit vergeht! Fünf Jahre sind schon wieder ins Land gezogen, seit sich Arena ihren neuen Sänger Paul Manzi geangelt haben und vier Jahre sind wiederum seit dessen Debüt „The Seventh Degree Of Separation“ vergangen. Wer die Band in diesem Zeitraum live gesehen hat, dürfte bestätigen können, dass Clive Nolan und Co. einen echten Glückstreffer gelandet haben: die Stimme dieses Mannes passt hervorragend zum Bandsound, ist leicht rauchig und besitzt doch einen guten Umfang – mal abgesehen davon, dass Manzi sich sehr souverän und charismatisch auf der Bühne bewegt.

Die vorige Platte spaltete die Fangemeinde mit einer leicht veränderten Ausrichtung ein wenig, auch wenn bei genauerem Hinhören deutlich wurde, dass sämtliche Trademarks der Engländer noch zu finden waren, kratzte man nur ein wenig unter der Oberfläche. Im Prinzip also ein gelungenes Comeback-Album, anno 2015 jedoch stellt sich die Frage, ob die Truppe pünktlich zu ihrem 20jährigen Jubiläum in der Lage sein würde, dieses Niveau noch zu überbieten bzw. mit ihrer achten Full-length-Veröffentlichung wieder alle Fanlager zu vereinen.

Dass Keyboarder und Bandsprachrohr Clive Nolan auf mystisch angehauchte und übernatürliche Geschichten steht (wie auch beispielsweise die Alben „The Visitor“, „Immortal“ oder „Contagion“ beweisen), dürfte unter Prog-Freunden nichts Neues sein, und so hat sich der Gute – für ein Progalbum, noch dazu anlässlich eines runden Geburtstags, stets nicht unpassend – an ein Konzept herangewagt: „The Unquiet Sky“ basiert auf der 1911 erschienenen Kurzgeschichte „Casting The Runes“ von M. R. James, der vor allem für seine Geistergeschichten bekannt ist. Laut dem Tastendrücker spukte ihm diese Story immer wieder im Kopf herum, seit er zum ersten Mal davon hörte.

Tatsächlich fließt das Album noch besser als sein Vorgänger, teilweise wird wie zu „The Visitor“-Zeiten mit wiederkehrender Motivik gearbeitet – so taucht bei „The Bishop Of Lufford“ und dem abschließenden „Traveller Beware“ dieselbe Grundmelodie auf – und man dringt wieder etwas mehr in progressive Areale vor, ohne auf große Melodien zu verzichten; dafür war die Band schließlich auch immer bekannt. Gerade „The Bishop Of Lufford“ ist ein wunderbares Beispiel: Mit einem markanten, von Keyboardseite her ordentlich Chorus-getränkten Riff eröffnend, liefert Manzi in der Strophe großartige Gesangslinien ab, bevor man mit etwas vertrackteren Rhythmen zur Sache geht, die trotzdem noch Platz für eine schwebende Gitarrenpassage lassen. Und das alles in gut fünf Minuten – ein völlig brillanter Track, der einmal mehr die fantastischen Songwriting-Fähigkeiten des britischen Quintetts untermauert.

Allerdings wimmelt es an allen Ecken und Enden von zum Heulen schönen Melodien – dafür sorgt nicht nur Paul Manzi, sondern auch einmal mehr Gitarrist John Mitchell, der seiner Klampfe erneut geschmeidige, herrliche Töne entlockt. Nolan hingegen sorgt wie gehabt für opulente, stets geschmackvolle Keyboardteppiche und damit die nötige Atmosphäre; allein der Opener „The Demon Strikes“, eingeleitet von einem orchestralen Intro, ist insbesondere bei der göttlichen, gänsehäutig-düsteren „I can hear the sound of darkness“-Sequenz ein einziger Genuss – Kopfhörersessions seien dringendst empfohlen.  

Auch ansonsten pendeln die Herren in unnachahmlicher Manier zwischen Prog-Elementen und edlen Hooklines, wobei immer die für diese Band ebenso typische melancholische Note mitschwingt, wie sich zum Beispiel im dramatischen Finale „Traveller Beware“, dem von Nolans filigranem Klavierspiel dominierten „What Happened Before“ und nicht zuletzt im wundervollen, getragenen Titelsong (klasse Gitarrensolo und exzellente, emotionale Gesangsleistung) zeigt. Mit „Time Runs Out“ hat man zudem einen echten Ohrwurmhit sowie in Form von „How Did It Come To This?“ eine sich sehr schön aufbauende Ballade auf der Pfanne. Die beiden kurzen, sehr relaxten Zwischenstücke „Oblivious To The Night“ und „Markings On A Parchment“ fügen sich ebenfalls gut ins Gesamtbild ein, und der Ska-artige (!) Rhythmus der Gitarre in der Strophe von „No Change Encounter“ ist eine coole Idee, wie sie Arena so bisher auch noch nicht umgesetzt hatten.

Keine Frage, dass „The Unquiet Sky“ ein mehr als würdiges Jubiläumsalbum darstellt, das mit einer transparenten, modernen, aber trotzdem immer noch mit der nötigen Wärme, die es für diese Musik braucht, ausgestatteten Produktion aufwartet. Wollte man nach einem Haar in der Suppe suchen, könnte man höchstens bemängeln, dass der Drumsound etwas mehr Karacho haben könnte. Aber wir wollen nicht päpstlicher sein als der Papst, das hier ist ohne Frage eine runde Sache – auch der neue Bassist Kylan Amos fügt sich glänzend ein. Das Teil ist definitiv etwas stärker als „The Seventh Degree Of Separation“, sodass meine derzeitige „Lieblingsnote“ von 8,5 Punkten mal wieder absolut angebracht ist.

comments powered by Disqus

Sag zum Abschied mal so richtig laut Servus

Vor Freunden spielen ist doch auch ganz nett...

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei