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Arctic Winter: Uch Alder

Man hat auch in der heutigen Metal-Landschaft noch ein Wort mitzureden
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 69:23
Release: 05.04.2013
Label: Eigenproduktion

Ihre Gebete sprechen Arctic Winter aus Saarbrücken höchstwahrscheinlich in der Metal Church - denn die Vergleiche zum Vanderhoof-Clan reißen auf der neuen Scheibe in nahezu keinem einzigen Song ab. Allerdings ist es nicht nur das US-Metal-Urgestein, das sich in den Songs von "Uch Alder" widerspiegelt. Die Saarländer haben auch (wahrscheinlich unbewusst) einige Elemente von moderneren, heftigeren Bands wie Skeletonwitch im Programm, die sie geschickt mit den Power- und Thrash-Metal-Inhalten, die schon seit zweieinhalb Dekaden Bestandteil des Bandsounds sind, mischen. Herausgekommen ist eine sehr eigenwillige Platte, die in mancher Hinsicht sicherlich polarisiert, andererseits aber auch genügend Spannung aufbietet, um ihr längerfristig treu zu bleiben.

Anfangs ist das Gemisch allerdings noch gewöhnungsbedürftig; der Wechsel zwischen klassischen Metal-Shouting und diversen Aggro-Screams funktioniert in einem Song wie "Defcon 5" zwar ganz gut, jedoch ist man häufig überrascht, wie schnell das Ganze die Ton- und Stimmungslage wechselt. Es sind unverhoffte Wendungen, die dieses Album lenken, so auch im weiteren Verlauf, wo das verschleppte "Dark Side Of The World" ebenso mit plötzlichen Brachial-Attacken gekontert wird oder wo im soliden "Winterstorm" auch einfach mal eine traditionelle Hardrock-Gitarre Verwendung findet. "Uch Alder" ist ein sehr bunter Cocktail verschiedener eher ursprünglicher Metal-Spielarten, dabei sehr auf ein konstant deftiges Riffing bedacht, hin und wieder aber auch um eine versteckte Hookline bemüht, die den Songs ihren Charakter verpasst.

Erstaunlich ist aber im Gesamtzusammenhang, dass die Band trotz einer längeren, zehnjährigen Auszeit nicht wie eine altbackene Heavy-Metal-Kapelle dahertönt, sondern hin und wieder auch etwas Zeitgemäßes einstreut. Der Sound der 80er ist präsent, die Produktion und die Performance sind aber relativ zeitlos. Zudem sind einige richtig starke Songs dabei, wie etwa der Rausschmeißer "Reality TV", der zum Schluss noch einmal die Messlatte neu definiert. Gleichermaßen gibt es hier und dort kurze Durchhänger, die dem Gesamteindruck ein wenig relativieren. Nichtsdestotrotz haben Arctic Winter auch in der heutigen Metal-Landschaft noch ein Wort mitzureden - nicht zuletzt wegen des eigenwilligen Sounds, dem sie auf "Uch Alder" folgen.

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