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Arctic Sleep: Passage Of Gaia

Jeder Song glänzt, auf Albumdistanz fehlt die Variation
Wertung: 7/10
Genre: Alternative
Spielzeit: 54:21
Release: 21.08.2014
Label: Eigenproduktion

Würden Alice In Chains und die Seattle-Posse unerwartet auf sphärischen Metal machen, könnte das Resultat so ähnlich klingen wie die Songs des neuen Arctic Sleep-Silberlings "Passage Of Gaia". Die Band aus dem mittleren Westen der Staaten vermischt Elemente aus dem alternativen Rocksektor mit Versatzstücken des epischen Metals, kreuzt dabei auch hin und wieder die Spielwiesen von Maynard James Keenan (insbesondere A Perfect Circle), bewahrt sich dabei aber das Recht auf Eigenständigkeit.
Der geplante Tiefgang ist jedoch nur bedingt zutreffend, weil die zumeist verschleppten Songs einer ziemlich durchschaubaren Linie folgen. Doomige Klangflächen werden stets mit emotionalen Gesangspassagen gekreuzt, hin und wieder kommt eine grungige Gitarre daher, die dann jedoch wieder mit ausladender Epik aufgemotzt wird, und fertig ist das Manuskript für nahezu jeden Song von "Passage To Gaia". Allerdings ist die Durchschaubarkeit nicht so schwerwiegend, dass die ersten Disqualifikationsgründe bereitstehen dürften. Denn für sich betrachtet sind die einzelnen Kompositionen durchweg gut und überzeugend, gerade dann, wenn die versteckten Hooklines aus ihrem Loch kommen und ihre monumentale Wirkung erzielen. "Terra Vindicta" und "Green Dragon" zeigen bereits früh, dass die außergewöhnliche Mischung ihren Reiz hat, während getragene Alternative-Rocker wie "The Staircase" und "Antipode" fast schon die Verknüpfung zum Mainstream erstellen.

Problematisch wird es bei Arctic Sleep lediglich mit der langfristigen Kondition, die eben deswegen anzuzweifeln ist, weil es der Platte hin und wieder doch an Tiefe fehlt. Einige Passagen verbrauchen sich alleine deswegen, weil die Schemata zu offensichtlich sind, während das Songkonstrukt in sich zu unbeweglich bleibt. Denn genau hierin besteht das Problem von "Passage Of Gaia": Jeder Song kann für sich alleine glänzen, auf Albumdistanz wünscht man sich aber dann doch ein wenig mehr Variation. Nichtsdestotrotz müsste die Neugierde geweckt sein, denn etwas Spezielles in ihrem Sound können diese Amis definitiv für sich beanspruchen - fraglich ist nur, ob die Vorgehensweise auf lange Sicht keine zu großen Verschleißerscheinungen mit sich bringt.

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