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Architects: Hollow Crown

Ein selten episches Stück Musik
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore / Deathcore
Spielzeit: 41:11
Release: 23.01.2009
Label: Century Media

Wer hätte das gedacht? Die Engländer können ja doch guten Metalcore fabrizieren. Nachdem mich das letzte Album der Landsmänner Bring Me The Horizon stark enttäuschte, bin ich vom neuen Album „Hollow Crown“ der Architects extrem positiv überrascht.

Mit „Early Grave“ wird die CD eröffnet – grooviger Doublebass-Einsatz vereint sich gelungen mit beinahe schon an Mathcore erinnernden Bassläufen, dazu das Screaming des Sängers und die Breakdown-geübten E-Gitarren Tims und Toms. Besonders die E-Gitarren liefern am Anfang des letzten Drittels des Songs eine Meisterleistung ab: Nach einem perfekten Breakdown setzt eine kaum verzerrte, eine klasse Melodie spielende E-Gitarre ein, begleitet von einer Rhythmusgitarre und dem jetzt klaren, prachtvollen Gesang - als dann noch die Doublebass-Lawine einsetzte war ich vollkommen hin und weg. Ein grandioser Song!

Bei „In Elegance“ gelint es der Band fabelhaft, eine ruhige Passage in einen sonst verdammt harten Song einzubauen und so eine fantastische Brücke – in diesem Fall wohl eine Golden Gate Bridge – zwischen Härte und harmonischer Melodie zu schlagen. „We’re All Alone“ überzeugt erneut durch einzigartige, klare und verzerrte Gitarrenarbeit, großartige Breaks sowie Rhythmen und fabelhaften Gesang, der besonders in den klaren Passagen gerne eine Gänsehaut verursacht.

Allerspätestens mit „Every Last Breath“ begibt sich die Band nun endgültig in den epischen Bereich: Shouter Sam schreit sich die Seele aus dem Leib – dabei klingt er zwar verdammt gut, belastet meines Dafürhaltens jedoch zu stark die Stimmbänder und nimmt zu wenig Kraft aus dem Bauch, sodass man sich ernsthaft Sorgen machen sollte, wie lange er noch diesen Job in der Band ausführen kann – um im nächsten Moment in klaren Gesang zu wechseln, welcher dann von hohen, langsameren Gitarren-Klängen Toms und den Doublebass-Attacken dessen Bruders Dan perfekt begleitet wird.

Mit Songs wie „Dead March“ zeigen Architects dann noch einmal eindeutig, dass sie sich auch in Teilen des Deathcore-Genres zu Hause fühlen und liefern einen absoluten Killer-Song ab, dessen Screaming während der genialen Breakdowns eine nahezu erschreckende Brutalität aufweist, was allerdings auch außerordentlich stark klingt. Zum Abschluss des Albums bietet die Band dann mit dem Titelsong „Hollow Crown“ eine anfangs ruhige Ballade an, die am Ende jedoch wieder durch epische Shouts, Gitarren-Riffs und passendes Drumming, sowie exzellenten klaren Gesang regelrecht aus sich selbst herausbricht.

Einziger Kritikpunkt: Der Bass. Dean beherrscht sein Instrument zwar sehr gut, jedoch passt seine teilweise Mathcore-artige Spielweise nicht immer in die Songs. Manchmal reicht es, wenn der Bass wie der Fels in der Brandung sicher steht und nur die Brücke zwischen Rhythmus und Melodie bildet, ohne dabei aufdringliche Kunststücke zu vollführen.

Insgesamt ist „Hollow Crown“ ein exzellentes Album, das ich nicht oft genug hören kann. Sowohl die harten Passagen als auch die harmonischen Hooklines oder die Breakdowns sind eine spielerische und kompositorische Glanzleistung. Diese CD wird in meiner Anlage garantiert noch so manche Runde drehen. Absolute Kaufempfehlung!

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