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Archaic: The Time Has Come To Envy The Dead

Schlecht begonnen, aber dann trotzdem die Kurve gekriegt
Wertung: 6.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 40:28
Release: 06.04.2009
Label: Vic Records

Archaic stammen aus Ungarn und haben sich dem Old School Thrash verschrieben. Dis Band musizierte früher unter dem Namen Braindeath und veröffentlichte ein Demo, welches auch zwei Songs der nun vorliegen Erstlingsscheibe des Trios beinhaltet.  

„Awakening“ beginnt recht langsam und sorgt für eine stark steigende Spannungskurve, eben so, wie es sich für ein Intro gehört.
 „True Death Of Life“ zeigt dann aber die wirklichen Old School Thrash-Gene der Band. Irgendwo in gedämpfter Form bei den alten Kreator angesiedelt, allerdings mit eher Death Metal-angehauchten Vocals anstatt der Schreie. Das Tempo ist hoch, wenn auch nicht im Geschwindigkeitsrausch. Ein fetter erster Song.

„Toxic Nightmare“ donnert im gleichen Stil daher, auch wenn es hier immer wieder mal kurz sogar richtige Growls zu hören gibt. Ohne die kurze Pause oder den Blick auf das Display des CD-Players hätte das auch durchaus noch der vorherige Song sein können. Der Sound ist kräftig, aber eher altbacken, so wie halt in den Achtzigern gebolzt wurde. 
„The Archer“ zeigt genau das bisher Gehörte. Da fehlen leider herausragende Refrains oder dominierende Gitarrensolos, die ein wenig für Abwechslung sorgen. Die Ungarn hämmern aber leider permanent den gleichen Sound unters Volk, auch wenn es endlich mal ein zumindest solides Solo am Sechssaiter gibt.

Danach wirkt „Cornu“ schon etwas moderner. Der Track zeigt dann erste songschreiberische Qualitäten oberhalb des Durchschnitts. Schön abwechslungsreich wird das Tempo und die Geschwindigkeit variiert und das Ganze dann auch noch mit einem guten Gitarrensolo garniert. Gute Nummer.
„Eternal War“ ist dagegen wieder deutlich thrashlastiger geraten, dies aber in deutlich besserer Form als es in den ersten Stücke des Albums der Fall war. Slayer-Elemente treten deutlich aus dem Schatten hervor und die Stimmung steigt. Trotzdem bleiben Archaic immer noch Archaic.

Die große Überraschung ist dann der Track „Memories“, welcher ein düsterer, fast schon ein wenig gothiclastiger Metal-Song ist. Klarer Gesang und viel Gefühl wird hier preisgegeben, und das von einer Thrash Band. Eine coole Nummer, die wirklich die Grenzen dessen sprengt, was Archaic sonst zu bieten hat. 
„Thank You!!“ tritt danach aber wieder das Gaspedal durch und sorgt für ordentliche Headbangingaction. Ein starker Song und irgendwie das Highlight der Scheibe. Da wird dann auch mal das Tempo komplett rausgenommen und Ruhe kehrt ein. Sehr schön, wie stimmig man das arrangiert hat. Wenn man weiter in diese Richtung geht, könnte das was werden mit den Ungarn. 

Als vorletzten Song bekommt der Hörer dann eine Coverversion der Band Tormentor mit gleichnamigen Titel. Wirklich nicht schlecht, aber die Band scheint doch deutlich Death Metal-lastiger zur Sache zu gehen. Deshalb bleiben hier verstärkt Archaic-Gene auf der Strecke. Ohne den Titel im Original zu kennen, denke ich mal, dass man den Song doch recht originalgetreu gezockt hat.

Den Abschluss bildet dann „Woodland Of The Black Treasury“. Der Song entwickelt sich sehr langsam, gerät aber gerade wegen der hervorragenden Vocals zu einem echten kleinen schmerzvollen Highlight. Schön räudig und ungeschliffen hauen die Ungarn dem Hörer ihre Kost um die Ohren. Schade nur, dass der Song nur gut dreieinviertel Minuten dauert.


Fazit. Wenn ihr im Geschäft in das Album reinhören wollt, so solltet ihr erst ab Mitte der Scheibe anfangen, denn erst dort wird das Können der Band aufgezeigt. Da steckt noch einiges an Potenzial drin und man kann nur hoffen, dass die Band die Durststrecke bis zum nächsten Output übersteht.


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