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Archai: On Serpentine Roads

Der sich schlängelnde Weg zur Eigenständigkeit
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Metal/Progressive Metal
Spielzeit: 53:33
Release: 20.09.2009
Label: Eigenproduktion

Mit ihrem Debüt-Album “On Serpentine Roads“ wollen die Melodic Metaller Archai es schaffen, sich von ähnlich gelagerten Bands deutlich abzuheben und sich einen eigenen Stil zu erspielen. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, wie viele Musiker sämtlicher Ausrichtung heutzutage dank Internet und Co. aus dem Boden sprießen – trotzdem versucht sich das Quartett nicht ganz erfolglos an diesem Vorhaben, denn einige eigenständige Elemente sind ohne Frage vorhanden.

Schon die stimmungsvolle Aufmachung der CD deutet darauf hin, dass der Band bei der Atmosphäre ein genaues Konzept vor Augen gestanden hat – diese Vermutung bestätigt sich, sobald man sich die sehr schön ausgearbeiteten Texte im Booklet ansieht. In diesem Bereich kann man sich deutlich von der oftmals einfallslosen Konkurrenz abheben, aber wie steht es mit der Musik selbst? Gesetzt wird auf melodischen Metal klassicher Machart auf hohem technischen Niveau, der zudem mit progressiven Einflüssen nicht geizt. Dank dem Können der Musiker sind also die Voraussetzungen für eigenständige Musik ausreichend gegeben, so dass die Umsetzung auch tatsächlich glückt – „eigenständig“ steht bei Archai jedoch nicht für Experimente und dergleichen, sondern schlichtweg einen Sound, den man sofort dieser Band zuordnen könnte. Ein solcher macht sich nämlich in der Tat des öfteren bemerkbar, denn dem Quartett gelingt es ausgezeichnet, Melodien zu schreiben, die sich von denen der meisten Genre-Kollegen ein Stück weit unterscheiden.

Bereits mit dem eröffnenden Stück „Faces In The Crowd“ legt die Band einen recht gelungenen Einstieg hin: Der hohe, kraftvolle Gesang ist technisch genauso beeindruckend wie die zahllosen Gitarrensoli, die immer wieder in den Song eingestreut sind. Nicht nur durch diese Tatsache ist dieser Track äußerst abwechslungsreich, auch die ständigen Tempowechsel beugen Langeweile effektiv vor. Das Niveau wird auch mit den nachfolgenden Stücken gehalten, sei es nun die hervorragende Schlagzeugarbeit in „Vacant Towers“, die Akustik-Passagen in „Rites Of Passage“ oder das treibende Tempo in „Lest We Forget“, die Liebe zum Detail zeigt sich immer wieder.

Zu den Höhepunkten des Albums gehört sicherlich auch „Solitude“ - die Melodie hat Ohrwurm-Charakter und der Gesang erreicht hier definitiv seinen emotionalen Höhepunkt. Ebenfalls erwähnenswert ist das Titelstück, das jedoch einen völlig anderen Weg als bisher geht: Hier wird eine lupenreine Ballade geboten, die dank ihrer melancholischen Grundstimmung aber dem Rest der Platte in keiner Weise nachsteht. Als müsse man unbedingt dem Sprichwort „das Beste kommt immer zum Schluss“ Folge leisten, sorgt der abschließende Song „Lucid Dream“ auch tatsächlich für ein überragendes Finale. In dem gut neun Minuten langem Opus fahren Archai noch einmal alles auf, was sie zu bieten haben: Verträumte Parts wechseln sich mit ihren harten Gegenstücken ab und beim Gesang wird ein weiteres Mal das volle Spektrum ausgenutzt – dass das Stück vor Gitarrensoli zudem nur so strotzt, versteht sich wie von selbst.

Trotz aller technischer Raffinesse fällt jedoch nach einigen Durchläufen auf, dass „On Serpentine Roads“ zwischenzeitlich auch ein paar Durchhänger zu vermelden hat, denn nicht alle Melodien wissen zu überzeugen – die Schwäche liegt hier beim Feinschliff, gelegentlich drängt sich dem Hörer ein wenig das Gefühl auf, dass irgendetwas fehlt. Sieht man von diesen eher seltenen Einbrüchen allerdings einmal ab, ist das Debüt des Quartetts ein grundsolides Album geworden, das insbesondere durch seine überragende technische Komponente begeistert.

Das selbst gesetzte Ziel der Truppe erscheint nach dem Hören ihrer Songs gar nicht so unmöglich, denn eine gewisse Eigenständigkeit im Sound lässt sich schon jetzt nicht leugnen. Da zudem die überdurchschnittlichen musikalischen Fähigkeiten der Bandmitglieder außer Frage stehen, darf man gespannt auf das nächste Werk des Quartetts sein - „On Serpentine Roads“ ist auf jeden Fall schon einmal ein gelungener Startschuss.

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