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Arcane: Known/Learned

Geordnetes Chaos epischen Ausmaßes
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Rock/Metal
Spielzeit: 120:04
Release: 13.02.2015
Label: Sensory Records/Al!ve

Australien rückt in letzter Zeit als Heimatland großartiger Rock oder Metal-Acts immer mehr in den Fokus. Neben den offensichtlichen Bands wie AC/DC und Airbourne finden sich noch zahlreiche Bands à la Tame Impala, oder Parkway Drive und unter dem Titel „Metal Down Under“ gibt es seit vergangenem Jahr auch einen dokumentarischen Beweis der lebendigen australischen Metal-/Rockszene. Mit den aus Brisbane stammenden Progressive-Rockern von Arcane schließt sich nun eine weitere Band der immer länger werdenden Liste an und macht nach einer längeren Studiopause mit ihrem dritten Album, namentlich „Known/Learned“, wieder einmal auf sich aufmerksam.

Thematisch handelt das Doppelalbum von einem Vater und seiner Tochter, ihrem Verhältnis aber auch persönlichen Erfahrungen der einzelnen Charaktere. Ein typisches Konzeptalbum ist „Known/Learned“ dennoch nicht. Statt einer geschlossenen Story gibt es nur einzelne Fragmente; die in die richtige Reihenfolge zu bringen – falls möglich – bleibt dem Hörer überlassen. Dass gleich der erste Song des Doppelalbums dabei die Fortsetzung des Abschlusstracks ist passt ins Bild, macht die Sache aber auch nicht einfacher. Überhaupt haben die Australier gehörig Spaß an Querverweisen. So gibt es auch auf jedem der beiden Alben einen Song, der den Titel des jeweils anderen Albums trägt. Irgendwie ist dann also doch alles miteinander verbunden, nur wie, ist nicht ganz so deutlich.

Der etwas chaotischen erzählerischen Struktur stehen musikalisch bis ins Detail ausgearbeitete Kompositionen gegenüber, die sich auch in der Spielzeit der einzelnen Nummern widerspiegeln - gute sieben Minuten hat der Durchschnittssong auf „Known/Learned“ nämlich schon. Oft braucht es diese Zeitspanne aber eben auch, um Raum für Entwicklung, Steigerung, Entspannung, Rhythmik- und Dynamikwechsel zu schaffen. Die ganze Palette eben – Arcane verstehen ihr Handwerk. Neben den zahlreichen Takt- und Dynamikwechseln findet man dementsprechend von entspannenden Instrumentalpassagen über harte Riffs begleitet von aggressivem Gesang, bis hin zu atmosphärischen Refrains auch alles, was das Genre so zu bieten hat. Besonders prägend ist dabei Sänger Jim Grey. Zum einen besitzt besagter Vokalist schlicht und ergreifend eine charakteristische Stimme, zum anderen besitzt er aber auch die Fähigkeit, seinen Gesang bis zu einem gewissen Grad über der musikalischen Untermalung schweben zu lassen. In Verbindung mit der Instrumentalisierung kommt dann schlussendlich ein überaus wandelbares und komplex wirkendes musikalisches Konstrukt heraus, welches konstant zu fesseln vermag.

Dabei bedienen sich die fünf Musiker noch nicht einmal aufwändigem Solo-Gefrickel im Stile eines John Petrucci oder vergleichbaren Gitarrenvirtuosen. Ganz im Gegenteil, die einzelnen Instrumentalspuren sind an und für sich gar nicht einmal so herausragend komplex. Arcane verstehen es aber, die Rhythmik konstant zu verschieben, sodass verschiedene Teile der Band mal mit- und mal gegeneinander arbeiten.

„Known/Learned“ ist definitiv kein Hintergrundgedudel. Die aufwändigen Kompositionen machen zu jeder Zeit deutlich, dass hier mehr Arbeit drin steckt, als man vielleicht auf den ersten Blick erwartet hätte. Dem Hörgenuss steht hier also auch ein bisschen geistige Arbeit gegenüber, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihrer Musik haben sich die Australier aber auch einfach verdient. Dementsprechend sollten Arcane mit ihrem neuesten Werk vor allem all jene zufriedenstellen, die Spaß an komplexen Kompositionen und einer verschachtelten Story haben.

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