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Arathorn: Treue & Verrat

Nibelungensage auf schwarzmetallisch
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal/Neofolk
Spielzeit: 37:46
Release: 25.01.2008
Label: Folter Records

Ein äußerst ambitiöses Unterfangen stellt es sicherlich dar, eines der bedeutendsten mittel- und nordeuropäischen Heldenepen aller Zeiten angemessen zu vertonen. Kann man es sich überhaupt anmaßen diese wahrscheinlich vor mehr als anderthalb Jahrtausenden geschehene Tragödie musikalisch zu illustrieren? Besteht nicht die Gefahr, dem Kitsch hoffnungslos zu verfallen angesichts wallender Epik oder die emotionale Tiefe nicht getreu dem Stoff wiederzugeben? Die mittlerweile auf eine One-Man-Show zusammengeschrumpften Arathorn geben sich die Blöße und versuchen auf ihre Art, einen Teil der Nibelungensage zu erzählen und akustisch zu untermalen.

„Treue & Verrat“ ist ohne Zweifel ein Konzeptalbum. Es behandelt den ersten Teil der Nibelungensage und beinhaltet alles vom ersten Werben Siegfrieds um Kriemhild bis hin zum feigen Mord Hagens an Siegfried. Mir als Laie auf dem Gebiet deutscher Sagen erschließt sich aber das Hinzunehmen der Titel „Am Tage der letzten Schlacht“ und „Ragnarök“ nicht. Nichtsdestotrotz ist das etwa 38 Minuten lange Werk wert, genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Die richtigen Elemente scheint Skøll jedenfalls gewählt zu haben. Der auf Akustikgitarre basierende Neofolk zu Beginn jedenfalls überzeugt mich durch sein pathetisches Vortragen. Die Flöten geben dem ganzen außerdem eine feine Note Heidentum und Vormittelalterliches. Den Hauptanteil der Musik nimmt allerdings der Black Metal ein, obwohl hier auch wenig klischeehaft gearbeitet wird und man eher auf klare Gesänge und getragene Riffs setzt. Einzig die Keyboardteppiche wirken regelmäßig fehl am Platze und verleihen der Musik eine feine Note Plastizität.

Während nun also die Flötenmelodien versuchen zu verzaubern, rauschen die Gitarren brav im Hintergrund nebenher und das Schlagzeug trommelt sich etwas zusammen, was sich jeglichem Zusammenhang entzieht, auf professionellen, mit Hall versehenen Keksschachteln wohlgemerkt. Darauf liegt der tiefe, pathetische Gesang, welcher, Odin sei Dank, nur spärlichen Einsatz findet. Nichtsdestotrotz klingen einige Gesangspassagen doch arg nach einem nervösen Zusammenbruch des Stimmbandschwingers, vom klischeehaft teutonischen Englisch mal ganz abgesehen. Monotonie zählt übrigens auch zu den Stilmitteln des Herrn Skøll, die zum Teil leider die Stücke doch ziemlich künstlich gestreckt erscheinen lässt.

Arathorns „Treue & Verrat“ verliert sich in Belanglosigkeiten. Das Thema der Nibelungensage eignet sich hervorragend, um ein gleichsam kraftvolles und detailreiches Musikereignis zu schaffen. Arathorn befinden sich mit der Auswahl ihrer Elemente zwar schon auf dem richtigen Weg, können aber in der Ausführung wenig überzeugen. Als viel zu wenig mitreißend stellt sich das Unterfangen dar, Siegfried und co. Leben einzuhauchen. 38 Minuten seichter Black Metal mit starken Neofolk-Einschüben und historischem Ambiente sind zu lang, eine EP wäre hier wesentlich mehr gewesen.

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