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Apostle Of Solitude: Sincerest Misery

Ein hidden Track sorgt für Aufwertung
Wertung: 6.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 70:47
Release: 10.10.2008
Label: Eyes Like Snow

Apostles Of Solitude legen nun mit „Sincerest Misery“ ihr Debut vor und das benötigt einiges an Zeit, denn die „kurze“ CD-Variante beinhaltet knapp 71 Minuten Doom Metal / Rock. Es gibt aber auch noch die Vinyl-Variante mit 3 zusätzlichen Tracks, welche vom „Embraced By The Black“-Demo stammen und somit auf über 96 Minuten kommen sollen.

Recht verwundert schaue ich, als die ersten Töne vom Opener „The Messenger“ erklingen. Fast schon fröhlich tanzend, ja irgendwie auch zum Schunkeln einladend kommen da die ersten Melodien daher. Nun ja, ist mal was anderes. Insgesamt irgendwie recht fröhlich steht der Einstieg in das Album da. Sänger und Kopf der Band Chuck Brown hat ein eher ungewöhnliches Klangbild für diese Musikrichtung. Irgendwie ein bisschen klagend, aber weniger trauernd oder erhaben, wie es oftmals der Fall ist. Komisch eigentlich, dass der Opener einer Doom Scheibe der schnellste Song des Albums ist und komplett im Midtempo verläuft.

„Confess“ zieht da schon ein wenig mehr die Bremse an. Wobei die Riffs und die Melodien nicht so gefallen wie das sein müsste bei Songs von über 8 Minuten Spielzeit. Beileibe nicht schlecht, aber irgendwie auf die Dauer doch eher zu langatmig. Als Beispiel mal das ein wenig an Metallica erinnernde, nur langsamer gespielte „Gitarrensolo“ bei Minute 4: Das wirkt einfach nicht und kommt recht bescheiden rüber. Anders als bei den Labelkollegen von The Wandering Midget verbreitet sich keine einvernehmende Gefühlswelt.

„The Dark Tower“ ist da schon anders geartet. Irgendwie zwar auch nicht mit erschlagender Heavyness, aber deutlich intensiver. Die Anfangsmelodie baut sich langsam aber sicher mit immer mehr Instrumenten auf. Irgendwie fliegt da ein wenig Folkstimmung in Zeitlupe mit und das Ganze scheint fast so, als ob die Melodie gerade zum ersten Mal gespielt wird und sich langsam ein Song daraus entwickelt. Nicht schlecht, das Instrumental.

„A Slow Suicide“ wird dann zum richtigen Doomhammer. In vollster Slomotiongangart werden schwere Riffs heraufbeschworen, welche durch den klagenden Gesang noch deutlich intensiviert rüberkommen. Auch wenn man immer mal wieder Richtung Midtempo abdriftet, so vergisst man eigentlich nie, dass man auch einen richtig langsamen Part einbauen könnte.

„Last Tears“ wird dann wieder tonnenschwer und schleppt sich zeitweise extrem langsam mit seinen verzerrten Gitarren durch die Welt. Richtig gut, kann man da nur sagen, denn man sorgt durch Tempowechsel dafür, dass es nie übertrieben langatmig wird oder gar langweilig. Lediglich der etwas zu eintönige Gesang von Chuck Brown sorgt nicht wirklich für hochgezogene Mundwinkel.

„This Dustbowl Earth” gerät durch seinen Anfang recht seltsam. Es scheint fast so, als ob die Band auf der Bühne in einer leeren Halle steht und eine Melodie immer und immer wieder spielt, während irgendjemand seine nicht wirklich zu verstehende Geschichte erzählt. Dieser mit Hall ausgeprägte Sound übernimmt dann aber das Kommando und die Stimme verstummt. Die Melodie ist wirklich nicht schlecht, aber was diese Aufnahmeform soll, verstehe ich beim besten Willen nicht. Über 8 Minuten dann genau die gleiche Melodie immer und immer wieder zu zocken, erscheint dann irgendwie wie nicht für das klare Bewusstsein erschaffen zu sein. Ein Tiefpunkt der Scheibe.

Mit richtig tiefem Basston von Brent McClellan beginnt „Warbird“. Der Gesang weiß aber nicht so recht zu munden. Corey Webb kann da einiges mit seinem Schlagzeug ausbügeln, aber das reicht natürlich nicht wirklich aus, um zum Highlight zu werden. Gut, dass man etwas sperrig, aber trotzdem im Mittelteil das Ganze dadurch auflockert, dass man ins Midtempo wechselt. Leider schafft die Band es dennoch nicht, sich im Gedächtnis festzusetzen, auch wenn man teilweise schöne Ansätze abliefert.

Dann kommt der Titelsong mit seinen gut 14 Minuten Spieldauer und sorgt für ein kleines Highlight. Seine sich entwickelnden und dann wieder verschwindenden Melodien wissen zu gefallen. Auch wenn ich nicht weiß, warum viele Gitarren derart verzerrt dargeboten werden müssen. Die beklemmende Verzweiflung wird hier richtig gut hervorgehoben. Chuck Brown`s Gitarre sorgt mit der sechssaitigen von Justin Avery für richtig weinerliche Stimmung.

Lustiger weise hat man dann noch eine hidden Track versteckt. Es wird Black Sabbath`s „Electric Funeral“ mit deutlich verminderter Geschwindigkeit gezockt. Coole Idee, warum man allerdings den Song nicht mit auf`s Booklet schreibt, ist mir ein Rätsel, zumindest weil es ganz klar auch in dieser Slow Motion Version das zweite Highlight der Scheibe darstellt.

Fazit: Ein sehr durchwachsendes Werk von Apostle Of Solitude. Es gibt ein offizielles richtig brillantes Highlight mit „Sincerest Misery (1,000 Days)“, aber dann auch richtige Aussetzer wie z.B. „This Dustbowl Earth“. Insgesamt ist das deutlich zu wenig, auch wenn man klar aufzeigt, dass es nicht an dem Können der Band liegt. Eine 4 Track MCD hätte richtig Punkte abräumen können.

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