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Apostle Of Solitude: Last Sunrise

Annehmbares Zweitwerk
Wertung: 7/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 64:20
Release: 26.02.2010
Label: Eyes Like Snow

„Last Sunrise“ ist bereits das zweite Album der amerikanischen Doom Metaller von Apostle Of Solitude um Ex-Gates Of Slumber-Drummer Chuck Brown, der hier Gesang und Gitarre bedient; ihr Debüt „Sincerest Misery“ erschien im Jahre 2008 und konnte insgesamt recht gute Kritiken einfahren, mir selbst ist die Scheibe leider nicht bekannt.

In jedem Fall ist die Band nicht ganz einfach einzuordnen, was auch die Coverversionen am Ende der CD belegen, die von so unterschiedlichen Combos wie Thin Lizzy, den Misfits und Celtic Frost stammen, doch dazu später. – Natürlich atmet das Ganze hauptsächlich die typische Doom-Atmosphäre und ist größtenteils in langsamen Temporegionen gehalten, doch der ziemlich dreckige, „sludgy“ Gitarrensound und die hin und wieder auftauchenden, rockigeren Passagen (zum Beispiel in Teilen von „Hunter Sick Rapture“ oder „Frontiers Of Pain“) verleihen der Musik durchaus einen eigenen Charakter. 

Eröffnet wird „Last Sunrise“ gleich mit dem Titelstück, das als instrumentales Intro fungiert und die Scheibe recht majestätisch einläutet. Mit vier Minuten ist der Track allerdings etwas zu lang geraten, wenn man bedenkt, dass hier doch ziemlich viele Wiederholungen verwendet werden. Es folgt das Dreierpack „Acknowledging The Demon“, „Other Voices“ und „Letting Go Of The Wheel“, bei dem die Songs allesamt ohne Pause ineinander übergehen, sodass es beinahe wirkt, als handle es sich um lediglich ein einziges Stück. Sehr clever gemacht, denn eigentlich unterscheiden sich die Tracks doch ganz schön voneinander; die beiden erstgenannten nämlich sind eher kurz gehalten und mit schweren, verzerrten Gitarren und Harmonieläufen ausgestattet, wohingegen „Letting Go Of The Wheel“ ein beklemmendes, schleppendes Epos von neun Minuten darstellt, das zunächst nur mit verloren klingenden Clean-Gitarren, die den traurigem Gesang begleiten, aufwartet und sich dann langsam aufbaut. – Das erste richtige Highlight der Scheibe, dem mit „December Drives Me To Tears“ und dem abschließenden „Coldest Love“ jedoch noch zwei weitere folgen sollen.

„December Drives Me To Tears“ ist im Prinzip recht simpel aufgebaut, doch die einfachsten Mittel sind ja häufig nicht die schlechtesten. Das Stück lebt vor allem von seiner Abwechslung: Während die Strophe sehr ruhig gehalten ist, erklingen im superben, regelrecht eingängigen Chorus verzerrte Gitarren und in der Mitte kommt es zu einem dramatischen, Verzweiflung transportierenden Ausbruch. Sehr hübsch ist auch das Piano, welches den Song noch veredelt und zusätzlich aufwertet.

„Coldest Love“ wiederum besticht durch sein gnadenlos walzendes und hypnotisches Riffing und kann mit einer sehr schönen, ausgiebigen Solopassage – teils mit Harmonieläufen versehen – glänzen; außerdem bringt Frontmann Chuck Brown hier ganz klar seine beste Gesangsleistung, gerade die Schreie wirken recht überzeugend, was auf der Platte nicht durchgehend der Fall ist. Zum Ende hin wird bei diesem tollen Epos das Tempo noch einmal ordentlich angezogen, was erneut wie ein Ausbruch anmutet.

Die beiden dazwischen liegenden Songs „Sister Cruel“ und „Frontiers Of Pain“ sind sicherlich auch nicht schlecht, gehen aber im Zuge dieser herausragenden Kompositionen etwas unter. Hierbei handelt es sich um solides Material, nicht mehr und nicht weniger.

Als solide müssen wohl auch die drei Bonustracks bezeichnet werden, die, wie bereits angedeutet, in Form von Coversongs von Thin Lizzy („Emerald“), den Misfits („Where Eagles Dare“) und Celtic Frost („Procreation Of The Wicked“) kredenzt werden. Brauchen tut man das nicht unbedingt, aber man kann es sich anhören. Auf der LP-Version des Albums sind übrigens noch drei weitere Coverversionen enthalten.

Alles in allem legen Apostle Of Solitude hier ein annehmbares Zweitwerk hin. Ein paar Kritikpunkte gibt es zwar, doch sind diese glücklicherweise nicht allzu arg: So klingt manche Gitarrenpassage hier und da leicht unsauber (besonders deutlich bei der Solopassage im Thin Lizzy-Cover, wo man wohl an seine Grenzen stößt) – doch das lässt sich wegen des ziemlich dreckigen Gesamtsounds verkraften. So hat Bandkopf Chuck Brown keine besonders herausragende Stimme – diese ist dafür aber angenehm natürlich. Und zu guter Letzt: Ist das Songwriting zwar nicht durchgängig auf hohem Niveau – dafür jedoch sind mit „Letting Go Of The Wheel“, „December Drives me To Tears“ und „Coldest Love“ drei wirklich richtig starke Nummern vorhanden.

Von Genregrößen wie Solitude Aeturnus, Candlemass, My Dying Bride und Konsorten sind Apostle Of Solitude natürlich noch meilenweit entfernt, aber ein mehr als annehmbares Album liegt mit „Last Sunrise“ definitiv vor und ein Plus der Band ist ebenfalls der relativ eigenständige Sound. Ach ja: Das Coverartwork ist geil!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann