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Apoptygma Berzerk: Rocket Science

Gewohnte Qualität mit geringen Abstrichen
Wertung: 7.5/10
Genre: Electro, Electro Rock, EBM
Spielzeit: 57:14
Release: 23.01.2009
Label: GUN Records

Schon seit 1989 beehrt uns die norwegische Elektroformation rund um Kopf und Mastermind Stephan Groth mit ihrer Mischung aus elektronischen EBM-Klängen und traditionellem Rock. Den kommerziellen Durchbruch erreichte die Band aber erst durch ihr Album „You And Me Against The World“ und dem darauf befindlichen House Of Love – Cover „Shine On“. Nun legte die Band am Anfang des Jahres mit „Rocket Science“ ein neues Album vor – und spaltet einmal mehr die Fans.

So legte ich gespannt meine CD ins Laufwerk – und wurde zunächst bitter enttäuscht. Denn der Opener „Weight Of The World“ entpuppt sich trotz genialem Intro mit einer schwebenden Synthesizermelodie und Groths verzerrter Stimme als Totalausfall. Es scheint, als hätten Apoptygma Berzerk alle Emotionalität und Kreativität des Vorgängers abgelegt um Synthiepop der Marke 08/15 zu machen. „Pleased to meet you/ We came to drop Bombs on you“ singt Groth hier – und man wünscht sich nichts sehnlicher, als dass jemand doch bitte die Bomben zurückwerfen möge ob so einer Darbietung.

Aber Gott sei dank ist das Album ja damit nicht zu Ende. Mit der ersten Auskopplung „Apollo“ und dem darauf folgenden „Asleep Or Awake?“ zeigen die Mannen, dass sie nichts von ihrem alten Charme verlernt haben. Klare Angriffe auf Amerika und vor allem auf den umstrittenen Präsidenten George W. Bush werden hier deutlich. Zumindest textlich gesehen bieten die Norweger hier keine Angriffsfläche.

Richtig rund läuft das Album erst ab „Incompatible“. Nach einem schmerzlichen Angriff eines völlig übersteuerten Synthesizers auf das Trommelfell nimmt einen der groovige Drumcomputerbeat und die Gitarren/Synthiemelodie, die durch den recht düsteren Klang fast schon an Placebo erinnert, in ihren Bann. Allerdings hätte das Lied auch nach gut vier Minuten aus sein können, es geht aber noch gut zwei Minuten mit Drumcomputer und Synthesizer weiter, bis ein fast chorisches Ende diese Nummer abschließt.

Das restliche Album bietet ein Feuerwerk an exzellenten Liedern im gewohnten Apoptygma Berzerk – Stil. Als herausragend ist hier noch „Shadow“ zu erwähnen, das mit durchdachten melodischen Synthesizerstrukturen und einem wahren Ohrwurmrefrain ein wahres Glanzstück des Albums darstellt und das kurze „Butterfly Defect“, in dem Groth zeigt, dass er durchaus auch ruhige Töne anschlagen kann.

Ganz andere Töne, nämlich richtig rockige, kommen bei „Pitch Black/Heat Death“ zum Einsatz. Fast könnte man glauben, es mit einer Indie/Alternative – Rockband zu tun zu haben, bis einen der Refrain mit einer lieblichen Frauenstimme und dezenten, aber doch markanten Synthesizertönen uns eines besseren belehrt. Das abschließende offizielle Lied („Trash“ ist ein Hidden Track) „Black Versus White“ hätte durchaus mehr Potenzial gehabt, wenn der Refrain etwas weniger wiederholt worden wäre...

Alles in allem also nach der erwähnten „Anfangsschwierigkeit“ ein weiteres solides Album der Norweger, das leider – auch aufgrund der meist überflüssigen Zwischensequenzen – doch einige Mängel aufweist, die aber meist zu verschmerzen sind.

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