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Anxious: Little Green House

Klingt zu sehr "wie aus einem Guss"
Wertung: 6,5/10
Genre: Pop-Punk, Emocore, Post-Hardcore
Spielzeit: 32:10
Release: 21.01.2022
Label: Run For Cover Records

Anxious aus Connecticut können ihre Wurzeln kaum verstecken, selbst wenn sie es wollten: Die neue Scheibe „Little Green House“ hat bereits Anfang des Jahres das Licht der Welt erblickt, Geburtshilfe leisteten Run For Cover Records – und die zehn Songs atmen in jeder Sekunde den Emo-Vibe der Anfangs-2000er. An sich ein Genre, das für Drive und jugendliche Verspieltheit bekannt ist, das aber auch ganz schnell mal ausgelutscht klingen kann und recht flott Gefahr läuft, in Kitsch abzugleiten.

Wie fast jede Emo(core)-Band reißen sich Anxious bei dem Spagat zwischen Härte und Hymne beinah ein Bein aus, und tatsächlich: Überraschend hart poltert da „Speechless“ aus den Boxen, das sich so gar nicht sprachlos gibt, sondern Sänger Grady Allen in rotzig-heiserer Bestform zeigt, der melodischere Refrain tut dann sein Übriges, um den Track zu einer absoluten Abrissbirne zu machen. Aber ach: Die Herrschaften wollen oder können dieses Tempo nicht durchhalten. Einem solchen Übersong stehen dann mit „Wayne“, „You When You‘re Gone“ und dem eigentlich recht flott daherkommenden „In April“ gleich mehrere Stücke gegenüber, die entweder sehr hart am Pomp kratzen oder furchtbar nölige Lead Vocals zur Schau stellen, die vielleicht den Emokids in den Nuller Jahren vor Begeisterung die gestreiften Armstulpen hochgerollt hätten, im direkten Vergleich mit den harscheren Parts der Platte aber nur abstinken können.

Das Quintett hat allerdings auch Songs in petto, die beides können: Gleich der Opener „Your One Way Street“ sorgt für eine angenehme Überraschung, atmet er doch deutlich weniger Pop-Punk-Atem, sondern verbreitet mit den deftigen Screams sogar kurz mal eine fast punkige Atmospäre, die sich angenehm mit dem ohrwurmigen Refrain beißt. Warum die Jungs so nicht weitermachen, ist mir ein Rätsel; mit „Growing Up Song“ und „More Than A Letter“ schlägt dann ein an sich recht gut hörbares, aber leider zu ähnlich klingendes Doppelpack zu Buche, das zumindest nicht mit gewissen Ohrwurmqualitäten punkten kann.

Und damit wären wir beim Hauptproblem auf „Little Green House“: Obwohl die Band durchaus technische Raffinesse und auch clever Arrangements zu präsentieren weiß, klingt am Ende des Tages alles zu ähnlich. Optimisten könnten anmerken, dass die Platte so eher wie „aus einem Guss“ anmutet, aber man wird der Scheibe halt doch eher früher als später überdrüssig. Trotzdem: Bombenstücke wie „Speechless“ oder „Your One Way Street“ werden noch eine Weile in der heimischen Playlist rotieren und allein schon aus nostalgischen Gründen haben Anxious ein bisschen Zusatzliebe verdient.

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