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Anvil: Hope In Hell

Gibt es Hoffnung in der Hölle?
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal / Hard Rock
Spielzeit: 46:29
Release: 24.05.2013
Label: Steamhammer / SPV

Anvil sind wieder da. Das bereits fünfzehnte Album der Kanadier kommt in schickem Rot und mit einem zum Flugzeugträger umfunktionierten Amboss auf dem Cover. Alles klassisch also soweit. Nicht ganz so altbekannt ist die aktuelle Besetzung der Truppe, denn das Trio hat einen neuen Basser. Nach einem Streit hatte Glenn Five die Band 2012 verlassen und nun zupft Sal Italiano den Tieftöner.

Ansonsten bleibt alles beim Alten - Anvil zocken ihren Rock'n'Roll-lastigen Heavy Metal, der sich meist im Midtempo-Bereich tummelt, wobei es einige kleine Ausnahmen zu verzeichnen gibt. So macht „Call Of Duty“ einen Ausreißer in den langsamen Bereich und  „Eat Your Words“ ist eine der flottesten Nummern auf der Platte.

Am rockigsten fällt „Badass Rock'n'Roll“ aus. Zusätzlich ist der Titel mit einem richtig geilen Gitarrensolo gespickt. Überhaupt ist die Gitarrenarbeit von Steve Kudlow eines der Highlights auf „Hope In Hell“, vor allem in Kombination mit Drummer Robb Reiner. Man merkt schnell, wie eingespielt die beiden aufeinander sind - wie eine gut eingelaufene Maschine donnert der Drummer immer die passenden Beats zum Gitarrenspiel des Fronters auf das Band.

Genau hier liegt aber auch eine Schwäche der Truppe: Früher oder später werden die Songs einfach schnell durchsichtig und vorhersehbar. So schön eine gewisse Beständigkeit für die Fans auch sein mag, aber nach 15 Alben könnte man sich einmal ein bisschen aus der Deckung wagen und das passiert leider nicht. Aus diesem Grund kann man die Musik auf „Hope In Hell“ ganz schlicht und kurz zusammenfassen: Alles ist wie immer.

Beim Sound sieht die Sache ähnlich aus. Produzent Bob Marlette hat offensichtlich viel Wert darauf gelegt, dass die Band zwar frisch klingt, sich aber auch nur nicht zu weit von früheren Soundstrukturen abhebt. Das ist gelungen: Die Gitarren klingen erdig, leicht rotzig und stechend, der Bass drückt schön von unten und die Drums hören sich sehr natürlich und unmodeliert an. Damit ähnelt die Platte sehr stark dem Sound des Vorgängers „Juggernaut Of Justice“ aus dem Jahr 2011.

Eine direkte Fortsetzung der vorangegangen Platte kann man „Hope In Hell“ dennoch nicht unterstellen. Schon alleine der neue Mann am Bass sorgt für ein bisschen frischen Wind. „Mankind Machine“ beschwört mit seinem stampfenden Marschbeat auch noch mal ein frisches Gefühl herauf, welches mit der Zehn-Minuten-Nummer „Shut The Fuck Up“ (zehn Minuten jemandem sagen, dass er das Maul halten soll - auch nicht schlecht...; Anm.d.Red.) wieder wohlig heruntergespült wird.

Sollte man also den Fehler machen und mit der Erwartung irgendwelcher Neuerungen an „Hope In Hell“ herantreten, dann wird man enttäuscht werden - zu marginal sind die Entwicklungen seit „Juggernaut Of Justice“. Andererseits können sich die Fans auf ein Anvil-Album durch und durch freuen. Keine Experimente, nur Anvil. Es ist also wie immer eine Frage der Sichtweise.

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