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Anubiz: Momentum

Klassicher Gothic Metal, wenig Neues
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 47:25
Release: 31.08.2010
Label: Nicrothal Records

Bei Anubiz handelt sich nicht etwa um den ägyptischen Gott der Totenriten, dem Schakal der Wüste. Nein, Anubiz ist eine Gothic Metal-Band aus Overath, bestehend aus sechs Mitgliedern: Katrin Block (Gesang), Jörg Erkelenz (Gitarre und Gesang), Michael Eichhorn (Gitarre), Jörg Mohr (Keyboard), Alex Becker (Schlagzeug) und Daniel Fleckhaus (Bass). Und doch sind Tod und Verwüstung ihr Thema.

Mit „Momentum“ bringen Anubiz schon ihren dritten Longplayer heraus. Eine Frauenstimme, eine Männerstimme, eine Gothic Metal-Band: soweit, so typisch und man möchte direkt die Schublade aufmachen und nach dem ersten Hören diesen Longplayer eben dort hinein stecken. Das zweite Hören bestätigt aber, dass Anubiz keineswegs in die Richtung Nightwish, Within Temptation oder Leaves Eyes geht. Dazu muss auch bedacht werden, dass Karin Blocks Stimme nicht das Stimmvolumen einer Tarja oder einer Liv Kristine mitbringt. Weder ist ihre Ausbildung derart klassisch, noch reicht ihr Stimmvolumen dafür aus. Und dennoch: Karins Stimme verzaubert, regt zum Nachdenken und Träumen an.

Das erste Hören fühlt sich tatsächlich nichtssagend an, das zweite Hören erst zeigt die Tiefe auf. Das gute Zusammenspiel zwischen Katrins Stimme und den behandelten Themen, die von Unsicherheit, Verzweiflung, Entfesslung und Tod reichen. Jörg Erkelenz' Stimme unterstützt mal durch aggressive Töne („Der Feuermann“) oder erzählende und auffordernde Zwischenteile („Fernsucht“). Hier versuchen Anubiz noch einen Tacken Neue Deutsche Härte mit ins Genre zu packen und Jörg klingt in Teilen eher nach Till Lindemann von Rammstein. Die Ähnlichkeiten sind vorhanden, ob beabsichtigt oder nicht, sollte Anubiz bei dem Stil bleiben, den sie zwei Alben vorher präsentiert haben: Gothic Metal.

„Momentum“ ist komplett in deutscher Sprache, nur der letzte Song „Outro“ ist rein instrumental. Es beginnt mit einem griffigen Einstieg „Moment“ und stellt die Frage nach dem „wieso, weshalb, warum“, das ewig gleiche Leben wird beklagt und Katrin zeigt, dass sie die Pause gut genutzt hat und ihre Stimme weiter entwickelt hat, sie ist samtiger und ausdrucksvoller geworden. Leider überkommt direkt hier der Rammstein-Vergleich und trübt, durch die Unpassenheit, den ersten positiven Eindruck.
Der zweite Song „Fernsucht“ sollte angespielt werden, eine bittersüße Ballade, Katrin Blocks Stimme im Vordergrund, gelingt Anubiz hier ein guter Song. Todtraurig erzählt Katrin, dass das Gefühl der Fernsucht schon bald Freund sein kann, dabei wird sie durch ruhige Gitarrenriffs ordentlich unterstützt.

Der dritte und vierte Song („Es Darf Nicht Brennen“, „Der Feuermann“) zeigen das zentrale Thema des Albums auf: Feuer. Feuer einmal als die Kraft, alles zerstören zu können, aber auch als Element, welches Wärme weiter geben kann. Die apokalyptische Grundstimmung wird hier in beiden Songs deutlich: Wenn gar nichts mehr Wärme gibt, kein Mensch erreichbar ist, dann ist Feuer dein einziger Gefährte.

Die sechs Bandmitglieder verstehen es sehr gut, Keyboard und Gitarren mit der feengleichen Stimme Katrins zu vermengen, die einzelnen Instrumente sind gut aufgenommen und klar erkennbar. Wird in „Sehnsucht“ noch das Thema Tod und das Zurücklassen beschrieben, schaffen Anubiz es mit „Ohne Sinn“ auf die herrschende Oberflächlichkeit anzuspielen. Kritik und Sehnsucht, Zerstörung durch Ignoranz und das Suchen nach Wärme sind die Themen, denen die Overather Gefährten sich angenommen haben. Schön wäre es nun, wenn sie dies auf ihre Weise tun würden und nicht bei anderen abgucken würden. Denn das Album „Momentum“ macht deutlich, dass sie dies nicht nötig haben und es zudem das Album auch einfach auf etwas schon Dagewesenes reduziert.

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