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Antimatter: Leaving Eden

Vielen Dank für dieses Meisterwerk!
Wertung: 9/10
Genre: Gothic, Progressive, Rock
Spielzeit: 47:46
Release: 13.04.2007
Label: Prophecy Productions

Selten habe ich ein Album genießen dürfen, das so vielschichtig ist wie Antimatters nunmehr viertes Werk „Leaving Eden“. Was uns Mastermind Mick Moss hier präsentiert, spielt wirklich jenseits jeglicher Limitierungen und jeglichem Schubladendenken. Ständig scheinen sich Dynamik, Stimmung und Adressat zu ändern und gerade das macht „Leaving Eden“ so grossartig, auch wenn Genrepuristen ihre Probleme mit diesem Album haben dürften.

Allerdings gibt es mit dem Titelsong ein Stück, welches so etwas wie der Schlüssel zu diesem Album ist. Dieser Song beschreibt nämlich am Besten, auf was sich der Hörer hier einstellen darf. Getragen von der unheimlich schönen Stimme Mick Moss', die genauso zerbrechlich wie kraftvoll über diesem Album regiert, pendelt der Song zwischen einer leicht düsteren Progressivität und einer plötzlich eintretenden Leichtigkeit, verbunden mit einem kräftigen Rockeinschlag. Auch die Emotionen scheinen sich pausenlos zu überlappen, denn so richtig lässt es sich nicht sagen, ob man nun aufgrund der tiefen Melancholie eine Träne vergiessen soll oder ob man sich angesichts dieser kompositorischen Meisterleistung vor Freude auf den Boden werfen soll. Zu nah liegen Tristesse und Hoffnung in der wunderschönen Gesangsmelodie beieinander. Ein grossartiger Song!

Aber der Titelsong ist bei Weitem nicht das einzige Highlight auf „Leaving Eden“. Zu diesen gehört bereits der Opener „Redemption“. Zunächst startet dieser sehr ruhig und eindringlich, lediglich die Stimme von Mick, eine sanft gespielte Akustikgitarre und ein paar verschachtelte Hintergrundgeräusche sind zu vernehmen. Nun beginnen Antimatter mit einem gelungenen Spannungsaufbau und ziehen das Schlagzeug hinzu, bis der Song nach knapp drei Minuten richtig losrockt.

„Another Face In A Window“ schraubt dann die Geschwindigkeit sehr weit nach unten und begleitet von Geigenklängen kommt der Hörer abermals in den Genuss einer packenden Gesangsleistung von Mick Moss. Im hymnischen Refrain erschallen auch wieder mächtige E – Gitarren, die dieser Song auch dringend benötigt, denn besonders die lange und sehr ruhige Passage zwischen dem ersten und zweiten Refrain ist irgendwie sehr zäh und nicht wirklich spannend. Deshalb ist „Another Face In A Window“ zwar ein guter Song, aber doch von den Höhepunkten auf „Leaving Eden“ eine kleine Ecke entfernt.

Das folgende „Ghosts“ ist vielleicht das eingängigste Stück des Albums, was aber nicht heissen soll, dass diese traurige Ballade nicht einen Platz im Musikolymp verdient hätte. Hier darf der Hörer richtig träumen und kann sich etwas von der progressiven Ausrichtung der ersten beiden Songs erholen. Auch den Verliebten unter Euch sei dieser Song wärmstens empfohlen. „The Freak Show“ verfügt über einen brillanten Refrain, bei welchem ich manchmal gar an die Briten von Paradise Lost erinnert werde. Zwar ist „The Freak Show“ schon wieder etwas sperriger als „Ghosts“, aber kommt völlig ohne Längen aus.

Etwas überflüssig erscheint mir das erste Instrumental „Landlocked“, welches auf der einen Seite sicherlich nett und atmosphärisch ist, aber auf der anderen Seite überflüssig und etwas einschläfernd aus den Boxen schwingt. Ähnliches gilt im Grunde auch für das zweite Instrumental „The Immaculate Misconception“, obwohl mir die eher symphonischen Klänge schon mehr zusagen. Freunde der Verbindung schöner Stimmen, Akustikgitarren und Violinen kommen bei „Conspire“ und „Fighting For A Lost Cause“ voll auf ihre Kosten und können noch einmal richtig träumen und den schönen Lyrics folgen. Beide Songs sind ein Hörgenuss der reinsten Form und dürften niemanden kalt lassen.

Fazit: Auch wenn „Leaving Eden“ ein paar ganz kleine Schwachpunkte hat, ist es ein sensationelles Album, das Ihr unbedingt beim nächsten Besuch im Plattenladen antesten müsst, deshalb geht von mir eine absolute Kaufempfehlung aus. Vielen Dank für dieses Meisterwerk!

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