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Antimatter: Alternative Matter

Zwei randvolle CDs an hörenswerten Alternativen
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Rock/Dark Ambient/Acoustic
Spielzeit: 01:46:57
Release: 26.11.2010
Label: Prophecy Productions

Vielen dürften Antimatter aufgrund ihrer Verbindung zu Anathema ein Begriff sein, denn viele Jahre lang gehörte Duncan Patterson, seines Zeichens ehemaliger Bassist und Songwriter der britischen Melancholiker, zum Lineup von Mick Moss' nun mehr oder weniger alleinigem Projekt. Mit „Alternative Matter“ wird über Prophecy Productions nun eine umfangreiche Retroperspektive veröffentlicht, die statt einer einfachen Best-Of-Auswahl aus zahlreichen Demos, Live-Songs, Neuaufnahmen und Remixen besteht und so auch für Fans jede Menge Neues bietet.

Wer die Diskographie der Band kennt weiß, dass Antimatter nicht immer so klangen, wie sie es heute tun und sich in vielerlei Hinsicht gewandelt haben – Mick Moss stand nicht immer hinter dem Mikrofon und auch die elektronischen, Dark-Ambient-beeinflussten Klänge der frühen Releases kommen inzwischen nur noch am Rande vor. Da „Alternative Matter“ sämtliche Schaffensphasen der ungewöhnlichen Truppe abdeckt, ist so für eine große Diversität auf den zwei CDs gesorgt, von psychedelischen Klängen samt weiblichem Gesang bis hin zu den zerbrechlichen Akustik-Songs der neueren Zeit ist alles vertreten. Als gemeinsames Band verbindet jedoch alle Stücke ihre dichte Atmosphäre und die melancholischen Melodien, die zur unverkennbaren Handschrift des Songwriters gehören – so unterschiedlich auch einige Songs anmuten, wirkt das Gesamtbild doch nie unstimmig.

Einen nicht unwesentlichen Einfluss für das sphärische Ambiente in vielen früheren Antimatter-Songs stellten sicherlich Dead Can Dance dar, denen Mick Moss gleich zu Beginn der Compilation mit der Coverversion „Black Sun“ huldigt, die ähnlich mystisch wie das Original daherkommt, aber durch Micks ungeschliffenen Gesang eine eigene Note erhält. Tatsächlich macht seine Stimme auch einen nicht zu unterschätzenden Teil der Faszination der Musik aus, denn obwohl der Mann sicherlich nicht zu den besten Sängern der Welt gehört, lässt ihn seine gefühlvolle Intonation und seine charakteristische Stimmfarbe doch aus der Masse herausstechen. Ansonsten ist Mick jedoch in den Ambient-lastigen Stücken eher selten zu hören, sondern taucht häufiger in den akustischen und rockigen Songs auf, denen allesamt ein sehr intimer Touch anhaftet, der auch bei den gelegentlich vertretenen Live-Aufnahmen durchaus erhalten bleibt. Vor allem die neuen Versionen von „Epitaph“ und „Flower“ kommen mit ihren melancholischen Klavier-Melodien und dem wehmütigen Gesang besonders emotional daher, wobei letztere sogar mit wunderschöner Violinen-Unterstützung aufwartet – interessanterweise vermag die ebenfalls auf dem Doppelalbum zu findende Akustik-Version von „Flower“ jedoch noch mehr zu berühren, was nicht zuletzt dem zerbrechlichen, ausdrucksstarken Gesang zuzuschreiben ist.

In den wabernden Ambient-Klangcollagen kommt hingegen meistens weiblicher Gesang zum Einsatz, der beispielsweise im psychedelischen angehauchten „Expire (Lackluster Remix)“ sehr passend verwendet wird und die unheimliche Atmosphäre unterstützt, während Tracks wie der Mick Moss Remix von „Landlocked“ mit seinen Trip-Hop-Beats und der verstörende Duncan Patterson Remix von „God Is Coming“auch gänzlich ohne Gesang eine gute Figur machen. Der insgesamt hohen Qualität stehen auch kleinere Ausnahmen entgegen, zu denen zum Beispiel die Reel To Reel Demo von „Saviour“ zählt, die zwar rockig und mit weiblicher Stimme daherkommt, aber eher belanglos dahinplätschert und sich nicht wirklich in die dichte Stimmung des Doppelalbums einfügt. Für die etwas schwächeren Stücke machen Songs wie die gefühlvolle Interpretation des Anathema-Klassikers „Lost Control“ oder die mit viel Tiefe ausgestattete orchestrale Version von „Epitaph“ jedoch allemal wieder wett und halten die zwei CDs auf einem durchgehend sehr hohem Niveau.

„Alternative Matter“ bietet für alle Zielgruppen genug Stoff - es wird sowohl ein weitreichender Überblick über die Entwicklung der Band gegeben, die einen guten Einstieg ermöglicht, als auch genügend Neues geboten, um den Kauf für Besitzer der kompletten Diskographie zu rechtfertigen. Trotz des großen Umfangs haben es fast ohne Ausnahme ausschließlich überdurchschnittliche Stücke auf die zwei CDs geschafft, von denen sogar die Remixe qualitativ nicht abfallen, besitzen diese doch eine teilweise ganz eigene Atmosphäre. Ein gelungener Querschnitt durch das bisherige Schaffen, das stets sehr experimentell ausfiel und sich auf dieser Compilation in all seinen Facetten präsentiert.

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