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Antilles: The Intricate Path Of Creation

Starkes Debüt trotz Abnutzung
Wertung: 7/10
Genre: Thrash/Death Metal
Spielzeit: 61:37
Release: 01.06.2018
Label: Eigenproduktion

Antilles aus Münster gibt es seit 2015. Im April 2016 veröffentlichte die Combo ihr Demo „Definition Of Insanity“. In den darauffolgenden Jahren hat die Band ihren Stil verfeinert und einige Live-Erfahrungen gesammelt. Nun legten sie jüngst ihr Debütalbum „The Intricate Path Of Creation“ der Öffentlichkeit vor und verlangen nach Feedback. Können sie haben! Aber zuerst mal reinhören: 

Der komplizierte Weg der Schöpfung wird mit dem düster-bedrohlichen Intro „Visions Of A Future Past“ eröffnet. Ist soweit nett, kennt man irgendwie. Intro halt.

Der eigentliche Opener ist „The Great Unknown“ und …hossa… geht gut ab. Sägende Gitarren, treibendes Schlagzeug – Thrash Metal mit einer ordentlichen Prise Todesblei. Das erste Drittel gibt richtig Gas und weckt doch wirklich ein kleines Zucken des Nackens, danach wird es kurz etwas schleppender, es geht in einen „melodischen“ Teil über und dann wieder Geknüppel. Vielleicht wirkt es für eine Thrash/Death Metal Band zunächst nicht unbedingt wie ein Kompliment, wenn man das Melodische in ihren Liedern besonders lobt, jedoch bieten die Gitarrenmelodien in „The Great Unknown“ einen so gelungenen Kontrast zu den härteren Parts, dass man sie hier unbedingt hervorheben muss, auch wenn sie nur einen kleinen Anteil der Gesamtspielzeit ausmachen. Die genretypischen Vocals kommen bei diesen melodiösen Ausflügen auch am besten zur Geltung. Gelungener Einstieg ins Album.

Nun muss das Niveau aber auch gehalten werden. Weiter geht es mit „Helios“. Schlagzeug stimmt an, sägende Gitarren folgen und Vocals setzen ein. Ähnlich wie der Opener geht auch „Helios“ in den Nacken. Gefühlt etwas mehr Death Metal-Anteile, die stellenweise etwas an Behemoth von vor zehn Jahren erinnern. Das könnte aber auch ein ganz subjektives Empfinden sein. Der Song bleibt durchweg aggressiv, auch wenn gegen Ende wieder etwas Melodie ausgepackt wird, was erneut voll überzeugt.

Mit „Day Of Reckoning“ geht's weiter. Mächtig düsterer Einstieg ins Lied, welches vom Tempo her eher gemächlich daher walzt und weniger Abwechslung bereit hält als die beiden Vorgänger und beinahe nahtlos ins Titelstück übergeht. Dieses nimmt die gemächliche Dampfwalze zunächst auf, bevor an Tempo zugelegt wird, welches im weiteren Verlauf noch gesteigert wird. Hier haben wir wieder den durchaus gelungenen Thrash/Death-Mix, der Spaß macht und live einiges hermachen dürfte.

Nun soll dieses Review keine „Track by Track“-Analyse sein, weshalb nun etwas abgekürzt wird. Das liegt nicht daran, dass das folgende „Black Mountain“ schlechter wäre als die bisherigen Songs. Ganz im Gegenteil, Antilles machen ebenso stark weiter, wie sie begannen. Dabei schleicht sich jedoch die Erkenntnis ein, dass die Herren ihr (wirklich starkes) Repertoire allmählich ausgeschöpft haben. Denn so überzeugend der Eindruck der ersten Stücke auch ist, im Laufe des Album ähneln sich die Songs dann doch sehr. Dies nimmt die Spannung leider ab der Mitte der Gesamtspielzeit heraus und es stellt sich zwar nicht unbedingt Langeweile, aber doch das Gefühl der Abnutzung ein. Selbstverständlich ist das kein Antilles-spezifisches Problem, das haben die „Großen“ auch, trotzdem fällt es auf. Im Grunde ist das aber auch der einzige wirklich negative Punkt an „The Intricate Path Of Creation“, denn der Rest passt: Starkes Songmaterial, passender Sound, auch die optische Aufmachung ist gelungen (Dore geht immer!).

Fazit: Starker Beginn des Debutalbums, leider nutzt sich „The Intricate Path Of Creation“ im Laufe der Spieldauer etwas ab, was sich auf den Gesamteindruck leider negativ auswirkt. Trotzdem liegt hier ein mehr als ordentlichen Werk vor, auf das die Münsteraner stolz sein dürfen und sollen.

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