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Antagonist: World In Decline

So richtig zündet die Scheibe erst nach der Hälfte
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Hardcore
Spielzeit: 51:11
Release: 21.01.2011
Label: Prosthetic Records

Antagonist sind eine weithin unterschätzte Band. Neben Szenegrößen wie A Traitor Like Judas oder Shadows Fall gehen die Kalifornier immer irgendwie ein bisschen unter – und das nach mittlerweile 13 Jahren Bandgeschichte, vier Bassisten, einer Demo, zwei EPs und drei Full-Length-Alben. Die letzte Scheibe „Exist“ kam bei der The-Pit.de-Redaktion übrigens nicht besonders gut weg – zwar wurde der Gitarrenfraktion um Sänger Carlos Garcia und Saitenhexer Roland Leonard technisch höchste Qualität attestiert, allein es fehlte der rote Faden. Zu viel wurde demnach gewollt, zu wenige befriedigende Ergebnisse wurden vorgelegt. Dabei knallt die Mischung der Amis ganz ordentlich: Neben den üblichen Metalcore-Paraden aus Breaks und Screams wird hier auch schon nach den Maßen der alten Schule gemessen – inklusive Thrash-Gekrächze und Speed Metal-Gitarrensoli. Auch die neue Scheibe „World In Decline“ baut auf der Mischung aus Thrash, Death und Hardcore auf, aber hier geht die Band um einiges schlüssiger zu Werke als noch auf dem Vorgänger.

Hohen Besuch haben sich die Antagonisten geladen: The Funeral Pyre-Sänger John Strachan steuert seine Stimme zum punkig angehauchten, nicht einmal drei-minütigen „Already Dead“ bei und Jared Monette von Arsonists Get All The Girls darf sich gleich bei zwei Songs austoben - ein feines Familientreffen, wenn man so will. Aber fangen wir am Anfang an – der hat es nämlich mindestens ebenso in sich wie die Gaststars. Zwar starten die Herren noch ein wenig zaghaft ins neue Album, aber schon bei den gedoppelten Screams kann man sich in etwa denken, in welche Richtung die Scheibe geht: Laut, rasant und auf die Zwölf.

Bis zum vierten Track scheinen die Jungs aber irgendwie nicht so richtig zu Potte zu kommen – selbiger knallt dann aber wie bestes Dynamit: „God On Fire“ startet mit ordentlich Tempo und Hintergrund-Growls, die die Screams untermalen. Das ist eine runde Sache, zumal die todesmetallischen Gitarren-Einschübe perfekt passen und auch das Gitarrensolo seine Daseinsberechtigung findet. Im Gegensatz dazu braucht „New Human“ ein bisschen Zeit, um seine Wirkung voll zu entfalten. Zwar tackert schon der Intro-Schrei ein breites Grinsen ins Gesicht eines jeden Metallers, aber danach wird die Band ein wenig rumpelnd ausgebremst. Zum Glück bleibt die Dynamik nicht auf der Strecke; angetrieben vom Schlagzeug steigern sich die Jungs in einen Hardcore-lastigen Refrain, der einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen will.

Mit „Darkest Darkness“ (saublöder Titel übrigens) und dem Titeltrack folgen dann gleich beide Songs mit Arsonists Get All The Girls-Sänger Jared. Ist das taktisch unklug oder ein Schlag mitten in die Fresse? Wer den Kalifornier kennt, der erst 2009 den vorherigen AGATG-Schreihals Cameron Reed ersetzte, der weiß: Wo der Mann hinschreit, wächst kein Gras mehr. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass „Darkest Darkness“ eine Abrissbirne erster Güte geworden ist – Jared und Carlos pushen sich gegenseitig und spielen sich die Zeilen zu wie beim Ping-Pong. „World In Decline“ gerät etwas progressiver; das erste, was ins Auge bzw. ins Ohr sticht, ist die großartige Gitarre zu Anfang. Ansonsten gerät der Song aber etwas eintöniger als sein Vorgänger – schade, wo die Chemie zwischen den beiden Sängern doch so perfekt stimmt.

Fazit: Antagonist haben definitiv einiges auf dem Kasten und ziehen mit ihrem neuen Album einen deutlicheren roten Faden hinter sich her als noch bei „Exist“. Die erste Hälfte der Scheibe gerät komischerweise ein bisschen eintönig, aber so ab dem sechsten Track scheinen sie die Kurve gekriegt zu haben – das reicht zwar beileibe nicht für eine sehr gute Bewertung, aber sieben Punkte müssen bei so einer Leistung schon drin sein.

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