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Antagonist: Exist

Wo ist der rote Faden?
Wertung: 5/10
Genre: Thrash Metal, Metalcore, NWOAHM
Spielzeit: 43:32
Release: 30.01.2009
Label: Prosthetic Records

Von der amerikanischen Westküste stammt der Vierer Antagonist, bestehend aus Carlos Garcia (Gitarre, Screams), Paul Salem (Bass, Backing Vocals), Matt Lopez (Gitarre) und Lond Garcia (Drums). Seit ungefähr zehn Jahren existiert die Band nun schon und doch besteht in „Exist“ nach drei EPs und zwei Full Length-Scheiben die erste Veröffentlichung, welche die Jungs unter dem Banner eines Labels auf den Markt bringen. 

Diese Scheibe zeigt eindeutig Licht und Schatten auf. Die Augenblicke des Lichts strahlen hell und klar wie an einem sonnigen Tag, doch die Schatten sind dunkel und ganz scharf umrissen.  
Kommen wir zunächst zu den Punkten des Lichts: Der Gitarrenfraktion muss uneingeschränkt die Bestnote verliehen werden, denn was da instrumental in den Songs zum Besten gegeben wird, spricht für sich selbst. Sei es in genialen Metal-Soli wie im Opener „Bomb Shelter“ oder als Intro des thrash-dominierten Titelsongs „Exist“. Hier fallen auch zum ersten Mal die Clean-Vocals auf, die wegen ihres mangelnden Volumens und der nicht ganz so perfekt klingenden Klangfarbe zwar nicht professionell wirken, aber dennoch im Kopf hängen bleiben und man sie dann auch beim Durchlauf des Songs mitschmettern kann. Dann ein Moshpart zwischendurch und fertig ist der Metal-Kompott. Trotzdem ist dies einer der stärkeren Songs der Scheibe. 

Die Argumente, die die Schatten belegen, wiegen schwer. Es scheint, als ob es durchaus so sei, dass die Jungs diverse Musik-Genres wie Metalcore, Thrash oder auch NWOAHM lieben. Doch genauso wie diese Aufzählung der verschiedenen Stilrichtungen werden diese dann auch in den knapp vierzig Minuten untergebracht. Es ist ziemlich schwierig, auf dem Album einen roten Faden wieder zu finden. 

Tempobreaks und Glockenschläge vernimmt man im Song „Amnesia Ln.“, in den sich unter Growls und Grunts auch Screams mischen. Mit dem melodischen Mittelteil schwenkt die Band fast schon in leicht progressiv angehauchte Gefilde. Jenseits aller Kritik ist auch hier wieder nur die Gitarrenfraktion, denn das Solo klingt außerordentlich gut.
Tief in die Thrash-Trickkiste greifen die Jungs eingangs „Marana“. Die Parts, in denen die Band viel mehr metal-betont agiert, gefallen weitaus besser als diejenigen, wo diese Clean-Vocals den guten Eindruck schmälern.

Den besten Song des Albums erlebt der Hörer danach mit der Ballade „Failure On Repeat“, in der sogar die Clean-Vocals stimmig klingen und einen schönen Kontrast zu den Growls bilden. Die Band hat es in diesem Song sehr gut geschafft, die verschiedenen Emotionen klanglich umzusetzen. Es gefallen sowohl die ruhigen Parts als auch die, in denen es heftiger zur Sache geht. Hier geht der Finger auf jeden Fall ein ums andere Mal Richtung Repeat-Taste. 

Von der emotionalen Seite wieder zurück in den tobenden Moshpit geht´s mit „Immaculate Misconception“, der im Anschluss an den vorherigen sehr stimmigen Song etwas zu vehement ist. Es kommt wieder ein Break und danach haben wir es mit klanglich orientalisch angehauchten Gitarren nebst Grindcore-Grunts zu tun und das alles in einem Song. Too much, wie ich finde. 

Einen thrash-orientierten Rhythmus geben die Jungs in „Final Words For An Unknown Friend” vor. Doch auch hier gibt es wieder den ein oder anderen Break zuviel und ebenso zuviel Clean-Vocals. Zugegeben: Die kommen hier mengenmäßig nicht wirklich oft vor, doch das bisschen ist leider schon zuviel, da sie einfach nicht professionell klingen, sondern wie von einer Band im Demo-Status. Gut gefallen hier wieder nur die Metal-Gitarren. 

Old School-Thrash mögen die Jungs wohl auch, was sie mit „Angels“ belegt wissen möchten, wo old school-Chöre auf den Hörer warten. Moderner klingen will die Band mit „Awake“, doch mitreißen kann auch das Stück nicht. Glockenschläge finden wir schließlich auch wieder beim letzten Song des Album. Die Melodien des Schwedentod-Genres haben es der Band ebenfalls angetan zu haben, denn diese dominieren “So Let It Rain”. Dann wieder ein Moshpart hier, ein Grunz-Part dort und dann auch noch mal diese Clean-Vocals. 

Fazit: Die Band sollte sich einigen, in welche musikalische Richtung sie denn nun künftig gehen möchte. Weitaus überzeugender als in ihren Ausflügen in die Welt des Core finde ich die Band in den Parts, wo sie metal-technisch aus dem Vollen schöpfen sowie in den Momenten, wo sie Gefühl zeigen.  

Es ist ja löblich, wenn eine Band über die Genre-Grenzen hinweg blickt und ihr eigenes Ding durchziehen möchte. Doch nur gute Vorsätze bewirken nichts, denn was damit der Scheibe verloren gegangen ist, das ist der rote Faden.

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