Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Another Perfect Day: The Gothenburg Post Scriptum

Ein würdiges P.S. zum Göteburg-Sound
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:36
Release: 07.05.2010
Label: Supreme Chaos Records

Wenn der Name Dan Swanö irgendwo auf einem Metalalbum auftaucht, hat das schon etwas zu heißen. Der Mann ist nicht nur in seiner Heimat Schweden eine lebende Legende, sondern wird weltweit von Metalfans verehrt. Kein Wunder, denn der Kerl scheint einfach alles zu können: Zuletzt spielte er Schlagzeug und sang bei Edge Of Sanity, verdingte sich als Schlagzeuger bei Katatonia und Bloodbath, sowie als Bassist und Keyboarder bei den Death Metallern Pan.Thy.Monium. Ganz nebenbei ist er auch noch einer der bekanntesten Produzenten, der schon Werken von Marduk oder Dark Funeral seinen Stempel aufgedrückt hat. Wenn sich nun so ein Allrounder mit jemandem wie Kristian „Kohle“ Kohlemannslehner zusammentut, dem die nicht minder berühmten Kohlekeller Studios in Seeheim gehören, kann eigentlich nur etwas Gutes bei rauskommen.

Nun aber zur Band selbst; die gibt es nämlich zwischenzeitlich schon seit 1993. Damals machten sich Another Perfect Day im deutschen Underground breit, doch noch vor der Veröffentlichung des Debütalbums 1997 kam der Split. Kohle wollte sich damit allerdings nicht zufrieden geben, verdiente seine Brötchen erst als Studio- und Livemusiker, gründete 1999 die Kohlekeller Studios und nahm 2005 das Projekt Another Perfect Day erneut in die Hand. Und jetzt kommt die Verbindung zu Dan Swanö: Der Schwede steuert nämlich für das Erstlingswerk die Lyrics und den Gesang für einen kompletten Song bei.

Wer sein Album „The Gothenburg Post Scriptum“ nennt, leidet entweder ganz entschieden an Größenwahn oder hat tatsächlich etwas zu bieten, schließlich wurde der Göteburg-Sound von so illustren Menschen wie At The Gates und In Flames geprägt; einer Scheibe diesen Titel zu verpassen, quasi einen Nachtrag unter die Werke der genannten Bands zu setzen, erfordert doch eine Menge Eier. Und die haben Kohle und Swanö ohne Zweifel, denn was hier – übrigens nur als Studioprojekt, denn Liveauftritte sind bisher nicht geplant – auf die Hörer losgelassen wird, benötigt mehrere Durchläufe, überzeugt dann aber erstaunlicherweise nicht zuletzt durch die konstant düstere Atmosphäre.

„For You… Forever“ klingt wie feinster Kitsch, startet aber mit stakkatohaften Gitarren und einem sehr dominanten Bass, bevor Kohle endlich losbrüllt. Seinen gruseligen Flair bekommt das Stück durch verzerrte Sprechpassagen, das sehr einprägsame Gitarrenleitmotiv frisst sich geradezu in die Gehörgänge. Nach diesem starken Einstieg mit typisch schwedischem Unterton geht es bei „The Matador“ ein wenig rasanter zu Werke und es wird feinster Göteborger Death Metal geboten. Erstes Glanzlicht der Scheibe ist wie erwartet „The Ghost, She Sleeps Beside Me“, das ein ähnlich düsteres Szenario wie zuvor präsentiert – hier darf Swanö zeigen was er kann; sein klarer Gesang weist eine ähnliche Klangfarbe auf wie die Stimme von Audioslaves Chris Cornell, nur etwas weniger kratzig. Durch den Kontrast knallen Kohles Growls natürlich noch mehr rein und der Song wummert beeindruckend stark aus den Boxen.

Dan Swanö kann auf so einer Platte natürlich nicht der einzige Gast bleiben: „The Great Nothing“ wird gesanglich von Sieges Evens Arno Mendes unterstützt, dessen Stimme mir eine Spur zu Power Metal-mäßig klingt, dem Song aber eine eigene Identität verleiht. Auch das folgende „In The End… The End“ bestreitet Kohle nicht alleine; Karsten „Jagger“ Jäger von Disbelief steuert seinen unnachahmlichen Growl-Gesang bei, der eine ganze Spur verlebter klingt als Kohles Ausbrüche. Das schon 2005 entstandene „The Lullaby (Come Step Closer)“ treibt dem Hörer mit seinem Wechsel aus Growls und Kohles angenehm tiefer Stimme fast die Tränen in die Augen, während der Rausschmeißer „Composition In Black“ mit ungeahnten Tempowechseln überrascht.

Die anfängliche Skepsis an diesem Superprojekt dürfte, falls überhaupt vorhanden, nach dem Hören des Albums wie weggeblasen sein. Kohle entpuppt sich als hervorragender Sänger, die Auswahl der Gastvokalisten lässt keine Wünsche offen und auch die Arrangements knüpfen an die guten Göteborg-Zeiten an und fügen neue, modernere Elemente hinzu. Wer auf den alten Schweden-Sound und die Göteburg-Schule steht, sollte sich „The Gothenburg Post Scriptum“ nicht entgehen lassen.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna