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Another Perfect Day: Four Songs For The Left Behind

Fast noch besser als das Debüt
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 28:34
Release: 20.04.2012
Label: Supreme Chaos Records

Another Perfect Day ist ein Name, den sich Prog- und Melo-Death-Fans mindestens seit 2010 in ihren Tagebüchern notiert haben sollten: Da erschien nämlich das Debüt „The Gothenburg Post Scriptum“ der Truppe um Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner – wobei Truppe hier eigentlich das falsche Wort ist, denn bis auf die Drums, die Powerwolf-Schlagwerker Roel van Helden auf der neuen EP „Four Songs For The Left Behind“ beisteuert (wobei der Titel einen übrigens in die Irre führt, da hier fünf Songs vorhanden sind), kümmert sich Kohle um alles selbst – Gesang, Programming, Gitarre, Bass, Keys; es gibt nichts, was der Mann nicht kann.

Nebenbei beweist der Allrounder aber schon wie auf dem Vorgänger ein unnachahmliches Händchen für Gastmusiker. Wie schon letztes Mal ist auch diesmal wieder Über-Schwede Dan Swanö mit von der Partie, der dem grandiosen „You Better Run…“ seinen vokalistischen Stempel aufdrückt.

Man hört ein bisschen, dass bereits zu Zeiten der Veröffentlichung von „The Gothenburg Post Scriptum“ an den neuen Songs gebastelt wurde – die meisten Tracks auf der EP hätten auch gut auf den Full-Length-Vorgänger gepasst und hätten trotzdem gewirkt wie aus einem Guss. Trotzdem: Nach mehrmaligem Durchhören ist man wie auch beim letzten Langspieler erstmal nur irritiert. Da fügen sich hart brutzelnde Gitarren an wahlweise Klargesang oder aus tiefsten Tiefen kommenden Growls, Keyboardflächen breiten sich auf und sphärische Samples werden eingeflochten. Klingt wirr, gibt im Ganzen aber ein streckenweise wirklich wunderschönes Bild ab.

Allein schon der Opener „Pour Some Hope“ beweist einmal mehr die Qualität der Band, wenn es je einen Beweis dafür gebraucht hätte. Benighted-Sänger Julien Truchan darf hier den Song veredeln und sobald das erste Growlen ertönt, hat man schon eine fette Gänsehaut, obwohl das Stück zu Beginn noch etwas unaufgeräumt und noisig klingt. Da hier aber über sieben Minuten Zeit sind, das Steuer herumzureißen, kann man sich zurücklehnen und sich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle einstellen. Hier gibt es dann doch erstmal wieder Kohles angenehm klare Stimme auf die Ohren, bevor Julien sich mit seinem heiseren Geschrei einschaltet. Das wird aber nicht im inzwischen typischen Standard gehalten – erst Klargesang, dann ein gebrüllter Refrain oder so ähnlich – sondern die Growls fließen teilweise in den klaren Gesang mit ein oder durchschneiden ihn wie ein Messer. Als Einstieg nahezu perfekt, da hier alle Elemente verarbeitet werden, die Another Perfect Day ausmachen – da kommt dem Projekt die jahrelange Erfahrung der einzelnen Mitglieder sichtlich zugute.

„You Better Run…“ wird wie erwähnt von Dan Swanö angeführt, dessen Timbre eine gute Spur tiefer und kehliger ausfällt als die von Kohle. Perlende Samples dominieren den Track, dazu der ruhige, sehr emotionale Gesang – der Track erinnert stellenweise ein wenig an „The Ghost, She Slept Beside Me“ von der Vorgängerplatte, was wahrscheinlich vor allem an Swanö, aber auch an der düsteren Grundstimmung liegt. Hier finden sich hintergründig, aber dennoch auffällig immer wieder weibliche gequälte Schreie – ein herber Kontrast zum männlichen, sehr ruhigen Gesang.

Mit „Another Perfect Day“ wurde dann ein Coversong an Land gezogen, der im Original von Motörhead aus dem Jahr 1983 stammt und somit schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Im Original ist der Track mit seinem auffälligen Mainriff ja schon ein Kracher, hier wird das gute Stück ein bisschen durch den Gothic-/Dark-Metal-Fleischwolf gedreht und mit Kohles Growls gewürzt. An das Original kommt der Track zwar nicht ganz heran, ist aber trotzdem eine gelungene Variante und keineswegs fehl am Platz auf „Four Songs For The Left Behind“.

Fazit: „Four Songs For The Left Behind“ gestaltet sich fast noch spannender und frischer als das Debütalbum. Nicht nur Kohle glänzt mit einer großartigen Performance, auch die Gastmusiker sind wie immer top vorbereitet und machen ihren Job grandios. Etwas überraschend fällt die Wahl des Coversongs aus – Motörhead hätte man dem Mann nun nicht wirklich zugetraut, der Track ist aber top umgesetzt. Zu gerne würde man schon die nächste Scheibe in den Händen halten.

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