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Anorak: Kalter Frieden

Ein schöner Appetizer für das kommende Debütalbum
Wertung: 8/10
Genre: Post-Hardcore, Screamo, Indie Rock
Spielzeit: 08:45
Release: 19.02.2016
Label: Uncle M

anorak machen einem die Orientierung nicht einfach. Da kommt bereits am 6. Mai das Debütalbum „enthusiasts and collectors“ raus, vorab liegt uns mit „kalter frieden“ aber die Debüt-EP der Truppe vor, die Ende Februar erschien – zwei Songs, nicht mal zehn Minuten Laufzeit, bei dem Prädikat Post-Hardcore/Screamo/Indie Rock verspricht dies aber dennoch interessant zu werden.

Die Kölner Truppe macht es einem Schreiberling mit gerade mal zwei Songs nicht ganz so einfach, sich ein paar möglichst wahre Zeilen aus den Fingern zu saugen, andererseits überzeugt die Musik der Jungs vom ersten Moment an. Da Uncle M meines Wissens neben Midsummer Records das einzige deutsche Label ist, das derartige Musik regelmäßig veröffentlicht, kann man eigentlich schon davon ausgehen, hier keine mittelmäßigen Versuche vorgesetzt zu bekommen, selbst wenn man die Band nicht kennt. Und tatsächlich: Der EP-Name ist Programm, denn richtig unterkühlt kommen die beiden Stücke „cold winter“ und „the mood“ daher – in schönem Kontrast zur instrumentalen Kälte stehen die Vocals von Sänger Philipp Lessel, der mal rufend, mal schreiend seinem Zorn Luft macht.

Fangen wir aber trotzdem vorne an: „cold winter“ präsentiert sich gleich im recht typischen Post-Hardcore-Gewand, mit düsteren, melodischen Sounds, die sich im Hintergrund zu einem dichten Teppich verweben und das Fundament bieten für den teils geschrienen Gesang. Zwischendurch blitzen im Hintergrund klare, recht tiefe Gesangspassagen auf, auch eine wahnsinnige, flirrende Leadgitarre bricht sich Bahn, bevor der Refrain den Hörer umspült wie eine Welle. Immer wieder scheint Philipps Stimme kurz davor, wegzubrechen, aber genau das macht einen Großteil des Charmes aus, den die Band hier versprüht.

Auch der zweite Song „the mood“ fährt eine ähnliche Schiene, wobei hier zu Beginn vor allem die perlenden Sounds im Vordergrund stehen und Philipp eher den Hintergrund bedient. Insgesamt erscheint der Track schwerfälliger als sein Vorgänger, erst bei den dezenten Gangshouts kommt etwas mehr Bewegung in die Sache, was den Song im Gesamten etwas schwerer zugänglich macht.

Nun hat man also den recht flott ins Ohr gehenden Opener „cold winter“ vor sich und auf der anderen Seite die ziemliche Walze in Form von „the mood“, bei dem man schon ein paar Durchläufe benötigt, um mit dem Song richtig warm zu werden. Anfang Mai erscheint das Debütalbum, bei dem sich zeigen wird, ob die Kölner auf der Langstrecke überzeugen können. „kalter frieden“ heimst bis dahin aber schon mal acht Punkte ein und dürfte sicherlich einige neue Fans der genannten Genres anziehen.

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