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anorak.: enthusiasts and collectors

Songs, die unter die Haut gehen
Wertung: 9/10
Genre: Post-Hardcore, Indie, Screamo
Spielzeit: 47:25
Release: 06.05.2016
Label: Uncle M Music

Nachdem anorak. mit ihrer Debüt-EP grundsolide 8 Punkte in der The-Pit.de-Rezension einfahren konnten, steht mit „enthusiasts and collectors“ nun die erste Langrille der Kölner zur Diskussion. Einen Richtungswechsel vollzieht das Quintett dabei nicht – wäre ja auch Blödsinn bei zuvor gerade einmal zwei veröffentlichten Songs, die überdies noch gut angekommen sind. Nein, anorak. bleiben sich treu und liefern auf ihrer Debütscheibe die von der vorab veröffentlichten EP bekannte Mischung aus Indie, Screamo und Post-Hardcore. Meist im angenehmen Midtempo operierend, hält der Fünfer die Stimmung düster, wozu neben der kühlen Instrumentalisierung vor allem der brüchig-verzweifelte Gesang von Fronter Philipp Lässel beiträgt. Lässt man sich darauf ein, gehen einem die Tracks direkt unter die Haut und bohren sich empfindlich bis ins Mark.

Unabhängig davon, ob man Stil und Umsetzung mag, anorak.‘s Songs sind Emotion pur und allein dafür muss man der Band schon Respekt zollen. Die Kunst ist aber natürlich, diese Emotionen dann auch geschickt zu verpacken, auf den Hörer zu transferieren und bei aller Verzweiflung auf den gut 47 Minuten Gesamtspielzeit nicht langweilig zu werden. anorak. gelingt dies dank dem zuvor angesprochenen, kühlen Sound und einer nicht übertriebenen, aber stets abwechslungsreichen Instrumentalisierung vorzüglich.

So wird die düstere Atmosphäre im Vers oft durch etwas fröhlichere Gitarrenlicks und sanft groovende Basslines aufgelockert, das Tempo, wie in der Bridge von „the tempest“, mal heruntergefahren, oder auch angezogen („birds“) und der verzweifelte Gesang im Refrain von ins Fleisch schneidenden Gitarrensounds unterlegt.

Dank diesem durch die Bank weg grundsoliden Songwriting fällt auch das Benennen einzelner Favoriten nicht leicht. „birds“ sticht mit schnellerem Grundtempo und einer etwas erhöhten Intensität ein bisschen heraus, aber auch die etwas „ruhigeren“ Nummern, „the calm“ zum Beispiel, haben ihren Charme. Im Endeffekt würde es der Platte aber auch nicht gerecht, einzelne Songs aus dem Kontext zu reißen – dafür funktioniert das Gesamtkonstrukt einfach zu gut (besonders lobend muss hier die Tracklist erwähnt werden, die einen zu Beginn über die Atmosphäre einfängt und zum Ende des Albums hin die Spannung dank erhöhter Intensität hochhält) - und ein gewisses Level an Hingabe verlangen die Kölner mit ihrem Sound ohnehin.

Alles in allem kann das Kölner Quintett den guten Eindruck der Debüt-EP auf seinem ersten Longplayer in beeindruckender Manier bestätigen. Durchdacht, dynamisch, emotional und aller atmosphärischen Dichte zum Trotz abwechslungsreich komponiert gehen einem anorak. über die vollen 47 Minuten unter die Haut. 9 Punkte daher für ein Gesamtkunstwerk, das zu jeder Tageszeit in der Lage ist, die Stimmung zu ruinieren.

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