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Annisokay: Enigmatic Smile

Ein neuer Stern am deutschen Metalcore/ Hardcore Himmel
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore/ Hardcore
Spielzeit: 43:14
Release: 20.03.2015
Label: Long Branch Records/ SPV

„Enigmatic Smile“ beginnt mit dem Titel „Carry Me Away“, zu diesem gibt es bereits seit längerer Zeit ein Musikvideo und besagtes Musikvideo beginnt mit einer heranrollenden Welle. Eine verdammt gute Metapher für die Band selbst, nur dass Annisokay keine einfache Welle, sondern schon eher ein Tsunami sind, der da auf den Hörer hereinbricht. Erst ein gedämpftes Gitarrenriff, dann steigt das Schlagzeug ein und schnell steigert sich der Song zu einem emotionalen Refrain mit Ohrwurmcharakter, nur damit ein harter Break zur brutal fetzenden Strophe überleiten kann. Typische Hardcore Elemente eben, und das Quintett aus Halle an der Saale beherrscht sie alle.

Diese Vielfältigkeit, die sich schon im ersten Song andeutet, stellt sich dann im weiteren Verlauf der Platte auch als das größte Plus der Gruppe heraus. Zwar operiert das Quintett von einigen Alternative-Rock-Anleihen abgesehen fast ausschließlich in genretypischen Gefilden, die gesangliche Variabilität (Shouts und Cleangesang werden strikt zwischen Fronter Dave und Gitarrist Christoph aufgeteilt) erlaubt aber ein stetes Kontrastprogramm zwischen Ohrwurm-Refrains, melodiösen, etwas entspannteren Passagen und brachialen Breakdowns sowie aggressiven Shouts.

Das alleine ist aber natürlich noch kein über alle Zweifel erhabenes Qualitätsmerkmal. Bands, die aus individuell guten Voraussetzungen wenig oder immer nur das exakt gleiche machen, gibt es schließlich genug. Annisokay aber gelingt es auf ihrem neuen Album, aller Gemeinsamkeiten zum Trotz jedem Song einzeln Leben einzuhauchen und auf jeder Nummer andere Schwerpunkte zu setzen. „Snowblind“ zum Beispiel kommt ein bisschen getragener als viele der anderen Songs daher und setzt den Fokus auf einen emotionalen Ohrwurmrefrain, während „Panic Attack“ von der ersten Sekunde an mit brachialer Brutalität aus den Boxen dröhnt. Mit „Life Cycles“ versteckt sich sogar eine waschechte Powerballade in der Mitte der Platte. Zwar muss man besagten Song nicht unbedingt zu den Highlights des Albums zählen, im Kontext macht der Song aber durchaus Sinn und fügt sich mit seinem emotionalen Touch gut ins Gesamtbild ein.

Was Entspannung angeht, war es das mit besagter Ballade dann aber mehr oder weniger auch schon wieder. Ansonsten preschen Annisokay unnachgiebig aggressiv nach vorne. Außer bereits angesprochenen Refrains und gefühlvollen Outros wie bei „Wolves In The Walls“ zeigt sich das Quintett wenig kompromissbereit, brachial-brutale Parts gibt es also zuhauf.

Wirkliche Favoriten herauszupicken fällt schwer. Zu konstant halten die fünf Sachsen ihr Niveau. Ausfälle gibt es keine, stattdessen eine ganze Menge Songs, die auf ihre eigene Art alle ihre großartigen Momente haben. Oft sind es dabei die kleinen Dinge, eine Bridge mit einem hervorstechend guten Text oder ein besonders drastischer Breakdown. Derartige Momente gibt es auf dem Zweitling der Band genügend und die Liebe fürs Detail hält die Platte auch nach zahlreichen Durchläufen interessant.

„Enigmatic Smile“ ist erst das zweite Album dieser noch jungen Band, dennoch, sollte das Quintett die auf dem Zweitling eingeschlagene Richtung beibehalten, kann es für Annisokay ganz schnell nach ganz weit nach oben gehen. Zwar erfinden die fünf Metaller das Rad hier nicht neu, „Enigmatic Smile“ besitzt allerdings alle typischen Genretrademarks, ist abwechslungsreich komponiert, kontrastiert harte Breaks geschickt mit ruhigeren Passagen und steckt alles in allem voller Energie. Definitiv zu empfehlen!

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