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Annihilator: Metal

Enthält trotz einigem an Stangenware die genannten Überflieger
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 55:3
Release: 13.04.2007
Label: Steamhammer/SPV

„Wo Metal drauf steht, ist auch Metal drin“. So ungefähr könnte die Beschreibung des neuen Annihilator-Albums kurz und knapp auf den Punkt gebracht werden. Und weil es so passend ist, hat das Teil auch gleich den Albumtitel „Metal“ bekommen. Mister Jeff Waters macht also unmissverständlich klar, dass es hier keine Schlenker in Richtung Metalcore, Emocore oder was weiss ich für seltsame neumoderne Auswüchse gibt. Und wäre der Titel nicht schon alleine Programm genug, untermauert der Seitenhexer die Feststellung noch damit, dass er sich prominente Gäste der Metalszene eingeladen hat, damit diese mit ihm zusammen jeweils einen Song veredeln. Nein, keine Angst. Hier wird nicht wie bei Dave Grohl´s „Probot“-Projekt gelärmt. Wo dieser den jeweiligen Song vom Stil her an den Gastmucker angepasst hat, integrieren sich die Gäste bei Annihilator in den jeweiligen Song. So klingt das Album trotz vieler „fremder“ Zutaten immer noch homogen und verliert nie den roten Faden.

Dabei ging Chefdenker Waters diesmal nicht so zu Werke wie bei den letzten Alben, sondern liess sich beim Songwriting eher vom Entstehen alter Annihilator-Alben inspirieren. Das heisst: Klampfe raus und los. Ohne Rücksicht auf sauteuren Studiokram. Ob das Album deshalb soundmässig so erdig und natürlich klingt? Möglicherweise.

Obwohl „Metal“ eine satte Packung an sehr guten Songs in der Hinterhand hat, halte ich das Teil nicht unbedingt für das beste Album in der wirklich starken Diskografie von Annihilator. Versteht mich nicht falsch…eine Reinlausch- und auch bedingte Kaufempfehlung für alle Fans und Metalfreaks kann ich hier bedenkenlos aussprechen, doch den Gitarrenmeister habe ich auch schon in besserer Manier erlebt. Für mich sind einfach zu viele Songs auf dem Album enthalten, denen ich max. ein „OK“ oder „Nicht schlecht“ geben würde. Annihilator-Stangenware. Zwar nie wirklich schlecht und besser als 90% aller anderen Bands des Genres, jedoch auch keine Meilensteine im eigenen Backkatalog.

Gerade die ungewöhnlichen Nummern wie „Couple Suicide“ haben es mir persönlich angetan. Danko Jones und Angela Gossow (Arch Enemy) veredeln als Gäste diesen Song mit ihren wirklich eigenen Stilen. Besonders Danko lässt den Song zu einem bärenstarken Bastard aus Metal und Rock mutieren. Mein absoluter Albumfavorit. Oder zieht Euch mal „Army Of One“ (feat. Steve „Lips“ Kudlow von Anvil) rein. Man könnte denken, Biohazard haben sich mit den Suicidal Tendencies gepaart. Aussergewöhnlich und cool. Bei “Operation Annihilation“ gibt sich der Bandleader selbst die Ehre und greift zum Mikrofon. Böse Zungen behaupten ja, dass er das vielleicht öfters machen sollte. Tönt für mich auch besser als der reguläre Sangeskünstler. Michael Amott von Arch Enemy gibt auch noch seinen Senf an der Gitarre dazu und fertig ist ein weiteres Highlight des Albums. Gespickt mit progressiven Spielereien wechseln sich fliessende Rhythmen mit vertrackten Läufen ab und kreieren das vielseitigste Liedchen auf der neuen Platte. Daumen hoch. „Haunted“ (feat. Jesper Strömblad von In Flames) wäre da noch so ein Song, der wirklich zu gefallen weiss. Absolut überzeugende Gesangsleistungen treffen auf abwechslungsreiches Arrangement.

Fazit: Bleibt mir nur noch zu bemerken, dass Jeff Waters mit „Metal“ definitiv ein gutes Metalalbum abgeliefert hat, das trotz einigem an Stangenware die genannten Überflieger enthält. Es sind keine Egotrips der beteiligten Gäste zu vermelden…und das ist auch besser so. Trotzdem muss sich der Rundling damit abfinden, dass er wohl mehr aufgrund seiner Starbeteiligung in aller Munde ist als wegen des musikalischen Inhaltes. Denn diesen hat der Meister (wie schon eingangs erwähnt) bereits stärker zelebriert.

Trotzdem: „Metal for the Metalheads“. Lauscht rein und entscheidet selber.

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