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Animals As Leaders: Weightless

Bessere Produktion und etwas stärkerer Fokus aufs Songwriting im Vergleich zum Debüt
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 46:35
Release: 04.11.2011
Label: Prosthetic Records / Sony Music

Mit „Weightless“ legen Animals As Leaders erst das zweite Album nach dem selbstbetitelten Debüt von vor zwei Jahren vor – doch Protagonist Tosin Abasi, eines von vormals zwei, inzwischen drei Bandmitgliedern bei diesem Instrumentalprojekt, wird von seiner Fangemeinde bereits als neuer Jimi Hendrix gefeiert, was angesichts der unglaublichen technischen Fähigkeiten des Gitarristen nicht unbedingt verwunderlich ist. Steve Vai, selbst eine Gitarrenlegende, sagt über den 28-jährigen Wunderknaben und seine Band denn auch: „The future of creative, heavy virtuoso guitar playing“.

Sicher werden einige jetzt sagen, das Ganze sei doch nur eine Zurschaustellung kalter, technischer Perfektion, doch sind Animals As Leaders weitaus mehr als nur Griffbrettgewichse. Klar, hier wird munter gefrickelt und es erklingen hochkomplexe Riffgewitter (Meshuggah, die angeblichen Erfinder des „Djents“, einer neuen Unterart des Progressive Metal, der eine bestimmte Technik, bei der die Gitarrensaiten mit den Handballen abgedämpft werden, zugrunde liegt, lassen immer wieder grüßen), doch ist auch Platz für gefühlvolle Passagen mit hübschen Melodien vorhanden. Ruhige, jazzige Stücke wie „Point To Point“ oder „Modern Meat“ auf dem ersten Album standen problemlos neben völlig wahnwitzigen Achterbahnfahrten der Marke „Cafo“, „Inamorata“ oder „Song Of Solomon“, die dafür sorgten, dass einem die Kinnlade bis auf den Boden klappte und jeder Hobbygitarrist vor Neid erblasste.

Die zweite Scheibe ist zum Glück keine bloße Wiederholung des tollen Erstlingswerks, sondern eine eindeutige Weiterentwicklung in Sachen Sound, Innovation und Songwriting. Der Opener „An Infinite Regression“ lässt vermuten, dass man bei aller Technik und Komplexität etwas mehr Wert darauf gelegt hat, auch ein paar griffigere Kompositionen mit eingängigeren Riffs und Melodien zu kredenzen, gleichzeitig wird dem Ganzen mit Nintendospiel-artigen, spacigen Sounds eine klangliche Komponente hinzugefügt, die dem nerdig-verfrickelten Gesamtbild gut zu Gesicht steht und noch öfters im Verlauf des Albums auftauchen soll. Etwaige Befürchtungen, Abasi würde sich mit der zweiten Platte nur noch in Notedropping ergehen und völlig dem Selbstzweck verfallen, sind demnach glücklicherweise recht schnell ad acta gelegt, das Gegenteil ist der Fall. Auch die Produktion tönt deutlich druckvoller und voluminöser als auf der ersten Langrille.

Der bereits vorab als Appetithappen erhältliche Track „Odessa“ wiederum begeistert mit einem fantastischen Aufbau, der einmal mehr die Musikalität der tierischen Truppe unterstreicht – schon klasse, wie die hübschen Harmonien zu Beginn die Basis für vertracktes Riffing, das sich immer mehr und mehr steigert, bilden. Die Stücke trotz atemberaubender Frickeleinschübe nachvollziehbar und schlüssig aufzubauen, darin jedoch liegt die Kunst dieser mit sagenhaftem Talent gesegneten Musiker – dass sich dies nicht unbedingt immer beim ersten Hören erschließt, liegt hierbei in der Natur der Sache. Was in Tracks wie „Isolated Incidents“, „Earth Departure“, „Cylindrical Sea“ oder To Lead You To An Overwhelming Question“ (völlig kranke Saitenhexerei vom Schlage der oben erwähnten „Cafo“, „Inamorata“ oder „Song Of Solomon“) abgezogen wird, ist jedenfalls nicht von dieser Welt, und wenn man dann noch ein derart geiles Mainriff wie beim mit Satriani-Schlagseite versehenen Hit „Do Not Go Gently“ und so schöne Widerhakenmelodien wie beim Titelsong am Start hat, die man sofort mitsingen will, kann man nur gratulieren.

Insgesamt wurde das jazzige Element klar heruntergeschraubt, doch Abwechslung und jede Menge Dynamik ist immer noch genügend vorhanden, zumal mit dem atmosphärischen „Espera“ und der abschließenden, hübschen Akustiknummer „David“ (das wäre doch nicht nötig gewesen!) zwei durchgängig ruhigere Stücke auf dem Album gelandet sind. Eine völlig runde Angelegenheit, diese Platte, nur bei der Artwork-Gestaltung ist noch Verbesserung drin: weiße Schrift auf hellgrau ist nicht allzu leserlich…

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