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Animal Alpha: Pheromones

Gute Ansätze und gute Chancen für die Band
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Crossover
Spielzeit: 42:11
Release: 24.08.2007
Label: Soulfood Music Distribution GmbH

Na, wer kennt sie noch: Die legendäre Lesben-Trash-Combo Rockbitch aus England, die insbesondere Ende der 90er Jahre mit ihren unverblümten Hardcore-Showeinlagen auf der Bühne für Furore und (pseudo-)moralische Aufschreie weltweit sorgten? Doch nein! Keine Angst: Das norwegische Newcomer - Quintett Animal Alpha hat weder Formations-technisch, noch inhaltlich etwas mit der oben genannten „Skandalband“ zu tun.

Doch wieso dann diese Assoziation von Animal Alpha mit Rockbitch? Eigentlich ganz einfach: Vergleicht man einmal den von Animal Alpha dargebotenen Wirrwarr aus melodischen bis trashigen Metal - Einlagen, schrulligen Crossover - Parts und der extrem variablen Gesangsstimme von Frontfrau Agnete Kjolsrud (die blitzschnell zwischen Kreischen, Schreien, Singen, Wispern und Flüstern hin und her springt), sind Vergleiche mit dem britischen Pendant definitiv nicht von der Hand zu weisen. Rotzfrech, unhaltbar und wild: So lassen sich die enthaltenen Lockstoffe auf “Pheromones“ bezeichnen. Doch leider ist die betörende Wirkung des Albums hier nur von überschaubarer Dauer...

Zwar haben Animal Alpha in Zusammenarbeit mit der Erfolgsproduzentin Sylvia Massy Shivy (Red Hot Chili Peppers, Smashing Pumpkins und System of a Down) ein wirklich sehr hochwertig produziertes Erstlingswerk an den Start gebracht, doch wenn nach ziemlich genau der Hälfte der Spielzeit plötzlich der meiste Druck und Energie raus ist, gibt dies schon ordentlich zu denken. Einerseits haben wir zu Beginn von “Pheromones“ ja die angesprochene (Teil-)Übereinstimmung mit dem brachialen „Anarchy-Style“ von Rockbitch: Titel wie “Billy Bob Jackson“ und “I.R.W.Y.T.D.“ sind beispielsweise kräftige Tritte in den Unterleib, die sich durch eine extrem geniale Symbiose aus Shouter-Vocals und fast schon Rap-ähnlichen Gesangsparts auszeichnen. Die Songs sind „giftig“, aber zu gleich auch sehr melodiös, rhythmisch und eindringlich.

Selbiges gilt auch für den kultigen “Bundy“, der seinerzeit die Debütsingle von “Pheromones“ in Norwegen darstellte (dort erschien das Album bereits vor zwei Jahren). Nicht nur, dass der Track meisterhaft die Hürde aus modernem Punkrock, Psychobilly und Skunk Anansie - Etablissement erklimmt, er wurde zugleich seinerzeit auch als Soundtrack für die beiden Playstation-2-Spiele “NHL ´06“ und “Burnout Revenge“ auserkoren. Als kleine und feine Rock-Bastarde entpuppen sich danach auch “Most wanted Cowboy“ und “Catch me“ (wobei letztgenannter hier auch einen ungewohnt hohen Ohrwurmcharakter offenbart. Ein absoluter Knaller, sag ich da nur!)

Doch schon zu Beginn des zweiten Teils von “Pheromones“ folgt die Ernüchterung auf dem Fuße: “101 Ways“, “My Droogies“ und “Remember the Day“ klingen wie „ausgelutschte No Doubt - Plagiate auf böse“ und senken somit automatisch das bisher wirklich gute Niveau des Albums. Lediglich “Deep in“ und “Bend over“ finden noch einmal kurzzeitig in die Spur aus brechender Härte und (Crossover-)Melodien im amerikanischen Stil zurück.

Fazit: So sehr Animal Alpha auch optisch mit ihrem ausgefallenen Bühnenoutfit aus Rokoko- und Rock ´n´ Roll - Epoche begeistern können, so zwiespältig klingt leider auch ab und an die erste (reguläre) Studioarbeit... Das soll jetzt nicht böse klingen, aber scheinbar reichen eben die eigenen Ideen der Band noch nicht ganz aus, um ein „komplettes Album“ damit zu füllen.

Sicherlich kann gutes und richtiges „Abkupfern in Maßen“ auch eine Kunst sein, doch hier haut sie leider noch nicht so ganz hin. Gute Ansätze sind zweifelsohne vorhanden, weswegen man “Pheromones“ auch eine wohlwollende Chance einräumen sollte... Doch zukünftig sollte hier deutlich mehr folgen als das, was Animal Alpha hier parat halten.

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